Ailton soll den HSV zum Titel schießen
Mittwoch, 25. Januar 2006
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Der Hamburger SV hofft, mit der Verpflichtung von Ailton den Bayern im Titelrennen noch mal Dampf machen zu können.
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Die Bundesliga kann sich auf einen ihrer buntesten Paradiesvögel freuen, nach gut einem halben Jahr in der Türkei kehrt der Brasilianer Ailton in Deutschlands höchste Spielklasse zurück und wird künftig für den Hamburger SV auf Torejagd gehen.
Ausgeliehen
Der 32-Jährige wechselt zunächst für ein halbes Jahr leihweise von Beşiktaş JK an die Alster, der HSV soll dafür rund 450.000 Euro nach Istanbul überwiesen haben. Anschließend haben die Hanseaten die Option, den ehemaligen Torjäger von Werder Bremen und des FC Schalke 04 fest zu verpflichten. "Er wird heute Abend in Hamburg ankommen und morgen früh erstmals mit seinen neuen Teamkollegen trainieren", erklärte HSV-Sprecher Jörn Wolf gestern gegenüber uefa.com. Seine erfolgreichste Saison hatte Ailton 2003/04, als er Bremen mit seinen 28 Toren praktisch im Alleingang zur Bundesliga-Meisterschaft schoss.
In Schalke gescheitert
In der folgenden Saison traf Ailton zwar auch für Schalke 14 Mal, doch nach ständigen Querelen mit Trainer Ralf Rangnick entschied sich der lebenslustige Brasilianer, sein Glück bei Beşiktaş zu versuchen. Doch auch dort lag er sich regelmäßig mit dem französischen Trainer Jean Tigana in den Haaren, so dass schon bald in ihm der Wunsch nach einer Rückkehr in die Bundesliga aufkam. Bei 14 Einsätzen in der Türkei traf Ailton nur fünf Mal und sah zudem noch nach einem Fußtritt eine Rote Karte. Als Ailton dann in einem Testspiel im Winter in Belek gegen seinen Ex-Klub Bremen drei Tore erzielte, warf ihm Tigana vor, sich nur angestrengt zu haben, um sich in der Bundesliga wieder ins Gespräch zu bringen.
"Brennt darauf"
Dabei wäre das eigentlich gar nicht nötig gewesen, denn trotz seiner exzentrischen Auftritte genießt Ailton in Deutschland zumindest sportlich einen exzellenten Ruf. So war Hamburgs Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer denn auch glücklich, dass die Verpflichtung des Brasilianers geklappt hat. "Er brennt darauf, seine Qualitäten hier in Deutschland wieder beweisen zu können", sagte Beiersdorfer. "Ich glaube nicht, dass er zu alt ist." Ailton wird zusammen mit Sergej Barbarez und Rafael van der Vaart die Offensive der Hamburger bilden, der Klub hat jedenfalls keinerlei Bedenken vor weiteren Eskapaden des Brasilianers. "Wir werden schon mit ihm zu Recht kommen, und ich bin sicher, dass wir ihn ins Team integrieren können", erklärte Hamburgs Vorstandsmitglied Katja Kraus.
Magath skeptisch
Doch nicht alle in Deutschland teilen den Optimismus der Hamburger. FC Bayern Münchens Trainer Felix Magath, unter dem Ailton in Bremen trainierte, zeigte sich dem Kicker Sportmagazin gegenüber skeptisch. "Wenn sie von seinen Qualitäten wirklich überzeugt gewesen wären, hätten sie ihn ja auch schon früher verpflichten können." Sollte Ailton beim HSV an seine alte Form im Werder-Trikot anknüpfen können, könnte das Titelduell zwischen den Hanseaten, die seit 1983 auf ihre nächste Meisterschaft warten, und den Bayern vielleicht doch noch einmal spannend werden.