Nur Rapid Wien schwächelt weiter
Sonntag, 18. September 2005
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Gruppe A: Bayern München, Club Brugge und Juventus siegten knapp. Bei Rapid Wien geht es dagegen stetig bergab.
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FC Bayern München - Hannover 96 1:0
Bayern stellte nach Kopfball von Martin Demichelis zum 1:0 gegen Hannover einen neuen Rekord auf. 14 Mal hintereinander haben die Münchner nun in der Bundesliga gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Felix Magath tat ohne den verletzten Spielmacher Michael Ballack aber nur so viel wie unbedingt nötig und überzeugte keineswegs.
Ballack laboriert immer noch an einer Knöchelverletzung und wurde vom iranischen Nationalspieler Ali Karimi notdürftig ersetzt. Auch Stürmer Claudio Pizarro konnte wegen einer leichteren Knieblessur aus dem ersten Champions League-Spiel in Wien nicht mitwirken. Roque Santa Cruz musste wegen einer Oberschenkelverletzung passen. Außerdem fehlten Philipp Lahm (Knie), Andreas Ottl (Knöchel), Michael Rensing (Schulter) und Andreas Görlitz (Oberschenkel) aufgrund von Verletzungen gegen Hannover. Demichelis kehrte in die Startelf zurück, nachdem er sich von einer Bänderverletzung erholt hatte. Dafür fehlt der englische Mittelfeldspieler Owen Hargreaves morgen beim kommenden Bundesliga-Spiel der Bayern bei Eintracht Frankfurt, nachdem er sich eine Leistenverletzung zugezogen hat.
"Wir können unseren Fans kein attraktives Match zeigen, wenn sich der Gegner nur auf das Verteidigen beschränkt", sagte Magath. "Wir hatten gegen Hannover einige Probleme, weil einige unserer Schlüsselspieler verletzt sind und wir nach dem Spiel in Wien ein wenig müde waren. Doch wir haben die drei Punkte gewonnen, und das alleine zählt", fügte Kapitän Oliver Kahn hinzu.
KSK Beveren - Club Brugge KV 0:1
Jeanvion Yulu-Matondo hat in Beveren sein zweites Tor innerhalb von fünf Tagen geschossen, nachdem er bereits gegen Juve erfolgreich war. Der belgische Youngster traf schon mit seinem ersten Torschuss nach einem genauen Pass von Ivan Leko. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings schon mehr als eine halbe Stunde gespielt. Doch Club Brugge konnte sich auch bei Torwart Stijn Stijnen bedanken, der den knappen Auswärtssieg mit mehreren Glanzparaden sicherte. Brügge liegt nun einen Punkt hinter Tabellenführer R. Standard de Liège.
Stijnen spielt übrigens nur, weil sich Stammkeeper Tomislav Butina noch von einer Lungenentzündung erholen muss. Trainer Jan Ceulemans stellt aber auch klar, wer nach der Rückkehr Butinas zwischen den Pfosten stehen wird. "Stijnen hat wieder hervorragend gehalten. Doch Butina ist immer noch die Nummer eins", sagte er. "Nach der Pause wurden wir regelrecht an die Wand gespielt. Das schmerzt natürlich. Ich bin froh, dass wir dennoch unseren ersten Auswärtssieg [der Saison] eingefahren haben. Und das nach dem harten Mittwoch-Spiel gegen Juventus."
Das Ergebnis ist umso beachtlicher, wenn man sich die Verletztenliste bei Brügge anschaut. Michael Klukowski (Knie), Rune Lange (Wade), Ivan Gvozdenović (Knie), Manasseh Ishiaku (Oberschenkel), Philippe Clement (Knie) und Sebastian Hermans mussten alle zuschauen. Joos Valgaeren konnte ebenfalls nicht mit dabei sein, weil er sich am Samstagmorgen einer Meniskusoperation unterziehen musste. Er wird sechs Wochen lang ausfallen.
Juventus FC - Ascoli Calcio 1898 2:1
Alessandro Del Piero gab ein starkes Comeback in der Startelf von Juve, indem er die beiden Tore zum Sieg gegen Aufsteiger Ascoli erzielte. Der italienische Nationalstürmer verpasste die beiden ersten Saisonspiele des Meisters gegen den AC Chievo Verona und Empoli FC. Doch er brauchte nicht lange, um seine Fitness unter Beweis zu stellen. Nach nur 13 Minuten traf er per Strafstoß sicher. Alfredo Cariello erzielte nach einer guten halben Stunde den überraschenden Ausgleich. Doch dieser Gleichstand wehrte nur sechs Minuten lang. Del Piero brachte den Gastgeber mit einem wunderbaren Freistoß wieder in Führung.
Mit diesem Sieg bleibt Juve Spitzenreiter der Serie A mit einer maximalen Punktausbeute nach drei Spielen. Doch sie mussten den Triumph teuer bezahlen. Zu den bereits verletzten Abwehrspielern Lilian Thuram, Alessandro Birindelli und Gianluca Pessotto gesellte sich nach dem Spiel auch Jonathan Zebina, der gerade erst wieder fit geworden war. Schon nach zwei Minuten humpelte er vom Platz, so dass die Verteidigung noch löchriger schien. Manuele Blasi spielte wie schon am Dienstag beim 2:1-Sieg gegen Brügge wieder auf der rechten Abwehrposition.
SK Rapid Wien - VfB Admira Wacker Mödling 0:1
Nach der Niederlage in der UEFA Champions League gegen Bayern musste Rapid auch in der österreichischen Bundesliga eine Pleite hinnehmen. Das 0:1 gegen den Tabellenletzten Admira war das fünfte Spiel hintereinander ohne Sieg.
Vor dem Samstag hatte Admira erst zwei Punkte geholt und war nach neun Spieltagen schon acht Punkte vom vorletzten Tabellenplatz entfernt. Rapid hatte aber nur eine klare Torchance durch den eingewechselten Matthias Dollinger, die dieser aber nicht nutzen konnte. Admiras Tor in der 75. Minute kam glücklich zustande. Ein Schuss von Nino Bule wurde von György Garics abgefälscht, so dass Rapids Schlussmann Helge Payer keine Abwehrchance hatte.
Rapids Kapitän Steffen Hofmann fehlte wegen einer Oberschenkelverletzung, wird aber am Dienstag gegen den SV Austria Salzburg aber wieder fit sein. Radek Bejbl spielte wieder auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld, wurde aber nach 59 Minuten ausgewechselt.
Rapids Trainer Josef Hickersberger war natürlich enttäuscht über die Leistung seines Teams: "Auch wenn man in der Champions League spielt, darf man nicht die heimische Liga vernachlässigen. Es war das schwächste Spiel meiner Mannschaft seit langem. Ich gratuliere Admira."