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Es ist etwas faul im Staate Dänemark

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Während die Nationalelf zu den besten in Europa gehört, hat die dänische Liga noch Nachholbedarf.

Von Peter Bruun

Während die dänische Nationalmannschaft zur erweiterten internationalen Spitze gehört, ist die dänische Superliga von den europäischen Top-Ligen noch weit entfernt. In Europa rangiert sie auf Platz 22. Den Vereinen ist es kaum möglich, ihre besten Spieler zu halten.

Vernichtende Prognose
Michael Laudrup, der Trainer des Tabellenführers Brøndby IF und Dänemarks bester Fußballer aller Zeiten, fordert deshalb einschneidende Veränderungen im dänischen Fußball, oder "die Superliga wird für immer eine 'unterentwickelte Liga' bleiben. Wenn sich nichts ändert, müssen wir froh sein, wenn wir alle sechs bis acht Jahre eine Mannschaft in der Gruppenphase der UEFA Champions League haben."

Größerer Wettbewerb
Nicht jeder teilt den Pessimismus von Laudrup. Brøndbys Geschäftsführer Per Bjerregaard sagte: "Wir sind nicht schwächer geworden - aber die anderen Ligen sind eben stärker geworden, und das müssen wir auch werden." Er sieht es als positives Zeichen, dass die kleineren Klubs der Superliga immer mehr neue Spieler verpflichten, um mit den etablierten Teams mithalten zu können.

Europäisches Duo
Neben Brøndby hat es aus Dänemark bisher nur Aalborg BK in die Gruppenphase der Champions League geschafft. In der letzten Saison war Aalborg der einzige dänische Verein, der sich für die erste Hauptrunde eines wichtigen UEFA-Wettbewerbs, nämlich des UEFA-Pokals, qualifizieren konnte.

Zwei Ziele
AaB-Sportdirektor Lynge Jacobsen fordert die dänischen Vereine auf, sich mehr auf die Jugendarbeit zu konzentrieren, um die Superliga attraktiver zu machen. "Die 10-12-Jährigen sollten genauso gute Trainer haben wie die U18-Spieler. Außerdem müssen wir die Saison verlängern. Dafür brauchen wir mehr Kunstrasen-Plätze."

Nicht wettbewerbsfähig
Doch Jacobsen glaubt nicht daran, dass die Klubs aus Dänemark jemals mit den großen europäischen Vereinen mithalten können. "Im letzten Jahr scheiterten wir im UEFA-Pokal an [AJ] Auxerre; ein Verein, dessen Budget zehnmal so groß ist wie unseres", sagte er zu uefa.com. "Wir können da nicht mithalten - nicht so lange ich lebe!"

Finanzielle Schwächen
Er fügte hinzu: "Ich denke, ein realistisches Ziel für die besten dänischen Teams wäre es, sich so weit wie möglich an die besten 20 Mannschaften in Europa heranzukämpfen. Doch wir werden niemals unsere besten Spieler in Dänemark halten können. Gerade wurde Rasmus Würtz für die Nationalmannschaft nominiert. Das wird wohl bedeuten, dass ihm ein Angebot gemacht wird, das wir nicht ablehnen können - und dann müssen wir wieder einen neuen Würtz hervorbringen!"

Dänischer Fußball zu naiv
Trainer Ove Pedersen hat in den letzten Jahren zwei Mannschaften in den UEFA-Pokal geführt - zunächst den FC Midtjylland und danach sein jetziges Team, Esbjerg fB. Er glaubt, dass eine gewisse Naivität den dänischen Fußball daran hindert, mit den anderen Nationen mitzuhalten.

Fragwürdige Entscheidungen
"Abgesehen von Brøndby und dem FC København sind die dänischen Klubs nicht gut genug organisiert", sagte er gegenüber uefa.com. Er führte die Beispiele einer Reihe dänischer Teams an, die vor dem Start in die europäische Saison ihre besten Spieler verkaufen: "Natürlich brauchten sie das Geld. Aber so verbessern wir unsere Ergebnisse nicht!"

Beispiel Rosenborg
Pedersen sieht das Problem auch in den fehlenden Trainingsmöglichkeiten im Winter. Er sagte: "Als wir in Norwegen im Rahmen der Royal League bei Rosenborg [BK] im vergangenen Winter antraten, konnten wir dort einen Kunstrasenplatz im Freien, einen in der Halle und zwei Freiluft-Plätze mit Rasenheizung bestaunen!"

Langer Weg
Im Moment können die dänischen Vereine von solch einem Luxus nur träumen. Die Möglichkeiten verbessern sich langsam. Doch Pedersen schloss mit den Worten: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns."

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