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Das Land der Torhüter

Mitglieder

Der Erfolg von Petr Cech, Torwart bei Chelsea FC, unterstreicht den guten Ruf tschechischer Torhüter.

Von Ladislav Josef

Durch seine glänzenden Leistungen in der Premiership bei Chelsea FC und bei der UEFA EURO 2004™ ist Tschechiens Keeper Petr Cech derzeit in aller Munde. Seine Erfolgsgeschichte ist aber keine Ausnahme, gerade in der Tschechischen Republik herrschte noch nie ein Mangel an Weltklassetorhütern.

Beliebte Torhüter
Während in den meisten anderen Ländern die Jugendlichen davon träumen, berühmte Torjäger zu werden, genießen in der Tschechischen Republik die Männer mit der Nummer eins gleichermaßen große Sympathien bei jungen Fans wie erfahrenen Journalisten. Wie zur Bestätigung wählten die Journalisten 2004 Cech, noch vor Europas Fußballer des Jahres Pavel Nedved und dem Torschützenkönig der EURO 2004™ Milan Baroš, zu Tschechiens Fußballer des Jahres.

Torwartlegende Plánicka
Seit František Plánicka mit dem Spanier Ricardo Zamora um die inoffizielle Krone des besten Torwarts Europas konkurrierte, haben Torhüter im Land eine besondere Stellung. Plánicka führte die Tschechoslowakei 1934 bei der FIFA-WM als Kapitän zur Silbermedaille und war in seinem Heimatland weitaus populärer als Oldrich Nejedly, der beste Torschütze des Turniers. Seine Popularität stieg ins Unermessliche, als er bei der Endrunde 1938 das Spiel gegen Brasilien mit gebrochenem Arm bestritt.

Der unbekannte Star
In den 1970er Jahren trat Ivo Victor, der fünfmal den Titel Spieler des Jahres in der Tschechoslowakei gewann und damit bis heute Rekordhalter ist, Plánickas Erbe an. Mit seinen Paraden hatte Viktor maßgeblichen Anteil am Sieg der Tschechoslowakei bei der UEFA-Europameisterschaft 1976 und hätte der Eiserne Vorhang ihn nicht daran gehindert im Westen zu spielen, wäre er wohl auch außerhalb seiner Heimat ein echter Star geworden.

Trainerfähigkeiten
An sein Heimatland gebunden, konnte Victor dafür bei der Ausbildung der folgenden Torhütergenerationen mithelfen. Ihm zu Ehren wurde ein prestigeträchtiger Wettbewerb mit dem Titel "Viktors Ball" für aufstrebende Torhüter ausgerichtet, und bei der UEFA EURO '96™ als Tschechien erst im Endspiel an Deutschland scheiterte, fungierte er als Assistent von Trainer Dušan Uhrin.

Sanfte Revolution
Inzwischen hatte die "sanfte Revolution" von 1989 die Türe nach Westen aufgestoßen, wovon auch die tschechischen Torhüter profitierten. Der Hüne Ludek Miklosko unterschrieb bei West Ham United FC in England, wo er immer noch als Torwarttrainer arbeitet. Unterdessen wechselte sein Landsmann Jan Stejskal zu einem anderen Londoner Verein, den Queens Park Rangers FC, und trainiert heute die Torhüter bei AC Sparta Praha.

Beliebt in England
Diese beiden Torhüter weckten den Hunger bei Premiership-Vereinen nach tschechischen Torhütern, zumal sich die eigenen Ballfänger seit vielen Jahren als chronisch untalentiert erwiesen haben. Cechs Erfolg bei Chelsea folgend wechselte Radek Cerny von SK Slavia Praha im Januar zu Tottenham Hotspur FC, während Jaroslav Drobný vom griechischen Verein Panionios NFC bald für Fulham FC auflaufen wird.

Über ganz Europa verteilt
Tschechische Torhüter verdienen ihr Geld in ganz Europa. Pavel Srnícek, der seine beste Zeit bei Newcastle United FC
verbrachte, spielt jetzt beim portugiesischen Verein SC Beira-Mar, Ladislav Maier ist einer der Stars bei SK Rapid Wien in Österreich, Antonín Kinský überzeugt beim russischen Vertreter FC Saturn Ramenskoye, Jan Lastuvka ist beim ukrainischen Team FC Shakhtar Donetsk unter Vertrag und Daniel Zítka spielt erfolgreich beim RSC Anderlecht.

Erste Wahl
Vielleicht gibt es irgendetwas Besonderes im tschechischen Fußball, das dazu beiträgt, gute Torhüter hervorzubringen.
Bezeichnenderweise begann Jan Koller, mit 35 Länderspieltoren Tschechiens erfolgreichster Nationalspieler, seine Karriere als Torwart und war sich 2002 in einem Spiel gegen den FC Bayern München auch nicht zu schade, die Handschuhe wieder anzuziehen, nachdem der Torhüter seines Vereins BV Borussia Dortmund die Rote Karte gesehen hatte.

Große Auswahl
Bei tschechischen Jugendlichen ist das Trikot mit der Nummer eins weiterhin sehr begehrt, fast mehr als jedes andere. Vielleicht liegt es daran, dass dieses Land weiterhin regelmäßig so exzellente Torhüter hervorbringt.

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