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Zypern auf dem Vormarsch

Mitglieder

Mannschaften aus Zypern gehören mittlerweile nicht mehr zu den Außenseitern.

Von John Leonidou

Zypriotische Fußballexperten sind inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass die Welt auf der Insel in Ordnung ist. In der Vergangenheit waren zypriotische Teams ins Ausland gereist, mit dem Ziel, möglichst wenige Tore zu kassieren. Siege waren wie ein Traum. Doch die Zeiten sind vorbei.

Wendepunkt
Über den exakten Zeitpunkt, an dem sich die Wende vollzog, gehen die Meinungen auseinander. Einige sagen, es war Mitte der 90er Jahre, als Zypern gegen Europameister Dänemark sowie Russland ein Remis erkämpfte und auf den Färöer-Inseln den ersten Auswärtssieg feierte. Andere wiederum behaupten, der 3:2-Sieg über Spanien in der UEFA EURO 2000™-Qualifikation sei der entscheidende Moment gewesen.

Zypern will hoch hinaus
So oder so, zypriotische Fußballer blicken nicht zurück, und trotz eines verpatzten Starts in die FIFA-WM-Qualifikation will die Nationalmannschaft hoch hinaus.

Höherer Standard
Der 23-jährige zypriotische Nationalkeeper Antonis Georgallides von Anorthosis Famagusta FC glaubt, dass Zypern noch nie besser gespielt hat, und ist zuversichtlich, dass zypriotische Spieler und Mannschaften stärker werden. "Der Fußballstandard in Zypern wir immer besser", sagte er gegenüber uefa.com. "Letztes Jahr haben wir uns einige Ausrutscher erlaubt, insbesondere bei Länderspielen und im europäischen Wettbewerb. Man darf aber nicht vergessen, wo wir waren und wo wir heute sind."

Andere Einstellung
Und weiter: "Zypern spielt jetzt mit einer anderen Einstellung. Die Spieler versuchen, in schwierigen Partien, insbesondere auf europäischer Ebene, mindestens einen Punkt zu holen und sich nicht wie früher hinten reinzustellen, um den Schaden möglichst klein zu halten."

Neues Selbstbewusstsein
Mit dem steigenden Niveau im zypriotischen Fußball ist auch das Selbstbewusstsein der dortigen Spieler gewachsen. Immer mehr wollen nun ihr Glück im Ausland probieren. Sechs Nationalspieler sind bereits außerhalb der Landesgrenzen unter Vertrag - alle in Griechenland. Das veranlasst einige Skeptiker zu der Annahme, dass die jüngsten Rückschläge für die Nationalmannschaft darauf zurückzuführen sind, dass die Legionäre nicht genug Zeit haben, um mit dem Team zu trainieren.

Vorteil für Zypern
Georgallides sieht das nicht so. "Ich glaube nicht, dass es der Nationalelf schadet, wenn Spieler ins Ausland gehen", sagte er. "Im Ausland zu spielen, kann für Zypern nur gut sein, weil die Spieler Erfahrungen und Praxis sammeln können, die sie in Zypern nie bekommen würden."

Talentierte Spieler
Leonidas Leonidou, in der 70ern bei APOEL FC, Olympiacos CFP und in der Nationalmannschaft ein Star, ist sich nicht sicher. Er ist davon überzeugt, dass Zypern in der Vergangenheit trotz widriger Spielbedingungen sehr talentierte Spieler hatte, die außergewöhnliche Fähigkeiten besaßen, ohne jemals die Insel verlassen zu haben.

Helden von damals
"Wir hatten vielleicht nicht all den Luxus, den die Spieler heute haben, doch wir hatten einige fantastische Fußballer wie Andreas Stylianou, Sotiris Kaiafas oder Louis Stefanis", sagte er. "Wären diese Spieler und noch einige andere heute noch im Einsatz, hätte der hiesige Fußball großes Potenzial. Die Spieler von heute sind in einer besseren körperlichen Verfassung, weil die Plätze und Einrichtungen besser geworden sind."

Zeiten ändern sich
Georgallides versteht, warum manche Leute glauben, dass die Spieler von damals talentierter waren. "Ich bezweifle nicht, dass es damals einige großartige Spieler gegeben hat", sagte er. "Die Spieler haben damals aber unter ganz anderen Bedingungen gespielt, als wir es heute tun."

Mehr Selbstentfaltung
Und weiter: "Zum Beispiel spielen fast alle Teams auf der Insel auf Gras, haben gute Trainingszentren und eine gute Infrastruktur. Damals sind die meisten Teams erst am Spieltag selbst angereist. Die Spieler von früher hatten den Vorteil, dass sie sich als Individuen mehr entfalten konnten und nicht wie wir heute in vorgegebenen Formationen spielen mussten."

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