Entscheidende Veränderungen für Bulgarien
Montag, 28. Februar 2005
Artikel-Zusammenfassung
Lyube Spasov, Generalsekretär der Bulgarischen Profifußball-Vereinigung, hat große Pläne für die Zukunft.
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Von Pawel Dimow & Stoyan Georgiev
Als die Bulgarische Profifußball-Vereinigung (BPFL) im Sommer 1991 neu gegründet wurde, gab es zunächst Spannungen mit dem Bulgarischen Fußballverband (BFU).
Verhältnis verbessert
Die Gründer der BPFL waren die Präsidenten von Bulgariens größten Vereinen, PFC CSKA Sofia und PFC Levski Sofia. Zwischen den beiden Organisationen gab es anfangs Auseinandersetzungen bezüglich der Einflussbereiche. Dass sich das Verhältnis inzwischen um einiges verbessert hat, ist vor allem dem BPFL-Generalsekretär und früheren Schiedsrichter Lyube Spasov zu verdanken.
Zusammenarbeit
“Zu Beginn gab es einige Probleme mit der BFU, doch mit der Zeit arbeiteten die BPFL und die BFU immer besser zusammen“, erzählte der 55-Jährige gegenüber uefa.com. „Beide Organisationen bemühen sich heute mehr, die Qualität des Fußballs in Bulgarien zu verbessern. Die BPFL arbeitet nicht gegen die BFU, sondern neben ihr.“
Wachsende Verantwortung
Mit der Zeit hat die BPFL immer mehr die Verantwortung für den bulgarischen Fußball übernommen. Sie setzte sich für die Wiedereinführung des bulgarischen Pokals 1997 ein, wie auch des bulgarischen Supercups, der im letzten Sommer erstmals seit 1985 wieder ausgespielt wurde.
Kontrolle der Liga
Spasov, BPFL-Präsident Valentin Mihovs rechte Hand, hofft, dass die Verwaltung der Liga bald ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der BPFL fallen wird: „In vielen europäischen Ländern leitet die Liga-Vereinigung auch die nationalen Ligen und wir hoffen, bald ebenfalls dieses Recht zu erwerben.“
Geschäftssinn
Da wirtschaftliche Faktoren entscheidend sind für den Erfolg des Fußballs in Bulgarien, sind Spasov und die BPFL besonders interessiert daran, die Fußballszene im Land wiederzubeleben. Diese hatte zuletzt unter ausbleibenden Zuschauern, unzulänglichen Schiedsrichterleistungen und einem unzumutbaren Spielniveau zu leiden.
Zu wenig Zuschauer
“Ziel unserer Organisation ist es, die Menschen zurück ins Stadion zu holen“, sagte Spasov, der seit 1993 Generalsekräter der BPFL ist. „In den letzten Jahren hat es einen deutlichen Rückgang bei den Zuschauerzahlen gegeben. Wir sind sicher, dass wir mit einer Verbesserung des Spielniveaus auch Fans gewinnen werden.“
Radikale Veränderungsvorschläge
Spasov begrüßte die Einführung des UEFA-Lizenzvergabesystems, um das Konzept eines vernünftigen Finanzmanagements in der bulgarischen Liga zu verankern. Doch er denkt, dass zusammen mit einer Basis-Beteiligung zwei noch einschneidendere Veränderungen entscheidend sein dürften, wenn bulgarische Mannschaften in der Öffentlichkeit besser dastehen sollen.
Verkleinerung der Liga
Das wäre zum einen die Verkleinerung der obersten Spielklasse, der A PFG, von 16 auf zehn Mannschaften. „Das würde bedeuten, dass nur noch die besten Teams in unserer ersten Liga spielen, und das Niveau des Fußballs wäre damit ungleich höher. Die Mannschaften würden jeweils vier Mal gegeneinander spielen und die besten drei würden sich für die europäischen Wettbewerbe qualifizieren“, so Spasov.
Mehr Spannung
“Die letzten beiden oder sogar drei Teams sollten absteigen”, fügte er hinzu. „Dadurch müsste beinahe jede Mannschaft bis zum Ende der Saison um eine Platzierung kämpfen und die Liga wäre um einiges spannender.“
Sommersaison
Spasovs andere Vorstellung ist es, die bisherige Wintersaison mit zwei längeren Pausen in eine Sommersaison umzuwandeln. „Im Sommer und im Winter haben wir zwei lange Pausen und die Clubs gehen in teure Trainingslager. Bulgariens Vereine sind nicht besonders reich und das ist sehr kostspielig.“
Auf Europa vorbereiten
Er fügt hinzu: „Ein weiteres Argument, das für diesen Vorschlag spricht, ist, dass unsere Clubs im Sommer in den europäischen Wettbewerben starten. Zu dieser Zeit sind wir gewöhnlich in der Pause und unsere Vertreter auf europäischer Bühne sind nicht fit. Eine Saisonverschiebung könnte somit die Leistungen in Europa verbessern.“