Ein großes Turnier für zwei kleine Länder
Dienstag, 1. Februar 2005
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Schon drei Jahre vor dem ersten Anstoß nimmt die UEFA EURO 2008™ Gestalt an.
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Von Mark Chaplin
Kaum war das grandiose Feuerwerk über dem Estádio da Luz nach dem Endspiel der UEFA EURO 2004™ verklungen, blickten einige wenige Funktionäre nach vorne, ins Jahr 2008 zur Austragung der nächsten Europameisterschaft.
Arbeit auf Hochtouren
Nach dem großartigen Erfolg der Endrunde in Portugal läuft nun die Vorbereitung für das nächste Highlight, die UEFA EURO 2008™ in Österreich und der Schweiz, auf vollen Touren. Um auf ähnlich eindrucksvolle Weise auf sich aufmerksam zu machen, wie dies die Portugiesen taten, müssen schon jetzt die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden.
Volldampf voraus
Die zwei Turnierdirektoren - Christian Schmölzer (Österreich) und Christian Mutschler (Schweiz) - stecken bereits bis zum Hals in Arbeit. Beide Verbände unterschrieben im November in Wien ein Rahmenabkommen, letzte Woche kam der neu gegründete Verwaltungsrat der EURO 2008™ erstmals zusammen und stürzte sich sogleich mit Volldampf auf die vor ihm liegenden Aufgaben. Der Weg zur Endrunde 2008 verspricht ein ebenso faszinierendes wie arbeitsintensives Abenteuer für alle Beteiligten zu werden.
Lehren aus Portugal
Schon jetzt wurden zahlreiche Lehren aus der so perfekt organisierten Endrunde in Portugal gezogen, laut UEFA-Generaldirektor Lars-Christer Olsson sind die Erfahrungen in Sachen Vorbereitung und Organisation absolut unersetzlich für die neuen Ausrichter. "Wir haben unsere Vorbereitungen früher denn je begonnen", erklärte er. "Wir haben in Portugal wertvolle Erfahrungen gesammelt und die Schlüsselpositionen für die nächste Endrunde sind schon besetzt. Ich denke, dass wir künftig längere Vorbereitungsphasen für die Ausrichtung der EUROs haben werden, da uns dies erlaubt, Experten auf den selben Gebieten erneut zu nutzen." Solch ein Experte ist zum Beispiel Martin Kallen, der leitende Geschäftsführer der EURO 2008, der diese Rolle auch schon bei der Endrunde 2004 ausgeführt hatte.
Verschiedene Voraussetzungen
Aus zahlreichen Gründen wird die EURO 2008™ ein ganz anderes Turnier werden als das Fußballfest unter portugiesischer Sonne. "Das Klima wird anders sein und die Menschen sind ganz anders", sagte Olsson. "Und die zwei Länder sind in mancherlei Hinsicht auch sehr verschieden, deshalb können sich die Fans auf zwei unterschiedliche Lebensauffassungen gefasst machen. Ich freue mich schon auf das Turnier."
Acht Stadien
Acht Städte werden Gastgeber der EURO 2008™-Spiele sein - Wien, Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg in Österreich, sowie Basel, Bern und Genf in der Schweiz. In Zürich soll der Letzigrund das Hardtturm-Stadion ersetzen, dessen geplanter Neubau im letzten Herbst an dem Einspruch von zahlreichen Anliegern und Umweltgruppierungen gescheitert ist.
Strategisches Jahr
"Dieses Jahr ist vor allem ein strategisches Jahr", sagte EURO 2008™-Projektleiter Jürgen Müller. "Wir stellen mit den Gastgeberländern und innerhalb unseres Verbandes verschiedene Konzepte und Pläne zusammen, um sicher zu stellen, dass die Vorbereitungen so reibungslos wie möglich ablaufen. Es wird zwei Turnierdirektionen in Bern und Wien geben, das Turnier-Organisationsbüro wird in Nyon sitzen. Wir rechnen damit, dass rund 200 Leute in der Gesamtorganisation dieses Turniers beschäftigt sind."
"Gute Kooperation"
Noch ist die Endrunde in weiter Ferne, doch die Vorzeichen sind viel versprechend. "Die Kooperation zwischen der UEFA und den beiden Ländern funktioniert sehr gut. Sie sind ungeheuer fleißig und wollen Portugal nacheifern, wo die Rahmenbedingungen einfach perfekt waren", erklärte Müller. "Sie haben den Vorteil, leicht erreichbar zu sein, da sie im Herzen Europas liegen - und die Besucher können sich nicht nur über den Fußball freuen - sie können in zwei wunderbaren Ländern unglaublich viel sehen und unternehmen."