ManU bleibt Marktführer
Freitag, 25. Februar 2005
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Mit neuen Initiativen will sich Manchester United FC weiter als reichster Verein der Welt etablieren.
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Von Andrew Warshaw
Zwar droht nach der 0:1-Heimniederlage gegen den AC Milan in der UEFA Champions League das Aus im Achtelfinale, finanziell gesehen jedoch ist Manchester United FC noch immer der mächtigste Verein der Welt.
Reichster Verein der Welt
Laut eines Berichts der Wirtschaftsexpertengruppe Deloitte ist ManU auch in diesem Jahr wieder der reichste Verein der Welt, vor Real Madrid CF, AC Milan und Chelsea FC. Auch wenn Chelsea durch die Übernahme des russichen Geldmagnaten Roman Abrahomivich in der Liste sechs Plätze nach oben kletterte, ist man bei United zuversichtlich, die führende Position über Jahre verteidigen zu können.
"Größere Marke"
"Wir sind zweifellos eine größere Marke als Chelsea", sagte Peter Draper, Uniteds Marketing-Direktor, gegenüber uefa.com. "Ich glaube nicht, dass sich dies in der Zukunft ändern wird. Die Dauerhaftigkeit einer Marke bezieht sich auf Geschichte sowie aktuelle Glaubwürdigkeit. Auch wenn Chelsea die Premiership gewinnt, ändert sich daran nichts."
Potenzial ist vorhanden
"Natürlich haben sie die Chance, ebenfalls zu einer erfolgreichen Sportmarke zu avancieren. Aber es wird noch eine ganze Weile dauern, ehe sie uns einholen können, weil wir einfach schon länger dabei sind", fügte er hinzu. "Beim Fußball ist man mit dem Herzen dabei. Die Leute wechseln nicht einfach die Marke, wie man es vielleicht mit dem Computer macht."
Keine Gefahr
Draper, der dafür verantwortlich ist, Manchester United in Sachen Sponsoring und Entwicklung international zu vermarkten, ist sich auch sicher, dass der Wirbel um die mögliche Übernahme durch den amerikanischen Magnaten Malcom Glazer keine Auswirkungen auf die marktwirtschaftlichen Möglichkeiten des Vereins hat.
Solide Vereinsführung
"Manchester United hat schon seit vielen Jahren eine sehr stabile Vereinsführung", erklärte er. "Trotz all der Vorfälle auf und neben des Platzes - von der Doping-Affäre um Rio Ferdinand bis zu dem Rummel um die Aktionäre - sollte man nicht vergessen, dass das Management Vodafone für vier weitere Jahre an den Verein gebunden hat. Und das für 13 Millionen Euro im Jahr, mehr Geld bekommt im englischen Fußball niemand. Außerdem haben wir Audi als weiteren großen Sponsoren gewinnen können. Da kommt eine beträchtliche Summe zusammen. Wirtschaftlich sind wir allen anderen voraus."
Freier Handel
Draper wollte zu der möglichen Übernahme durch Glazer keine Stellung beziehen und sagte lediglich: "Wir sind eine Aktiengesellschaft. Es steht den Leuten frei, dort zu investieren, wo sie es für richtig halten. Dabei ist es auch egal, ob es institutionelle Anleger oder Einzelhändler sind. Unsere Aktien sind an der Börse für jeden erhältlich."
Erweiterung nach Dubai
Stets auf der Suche nach neuen Fans, fiel bei ManU kürzlich die Entscheidung, auch in der reichen Golf-Region wirtschaftlich tätig zu werden. In der Dubai Sports City, einer riesigen Sportanlage, die 2007 eröffnet wird, wollen sie eine Fußballschule bauen, die von einem ansässigen Scheich geleitet werden soll.
Marke soll wachsen
Läuft alles nach Plan, könnten über 150.000 einheimische Kinder davon profitieren. "Kommerziell lohnt sich das Projekt nur langfristig", erklärt Draper. "Solch ein Schritt ist für einen Verein sehr ungewöhnlich. Normalerweise wird so etwas nur von einem nationalen Verband unternommen. Aber es ist sehr wichtig für uns, um unsere Marke weiter zu etablieren."
Neue Talente
Natürlich hat dies auch andere Vorteile. Uniteds Talentsucher werden sich stets über die Vorgänge informieren, um neue Talente frühzeitig ausfindig zu machen. "Es geht eigentlich nur darum, die Leute zum Fußball spielen zu bringen. Aber man ist natürlich immer auf der Suche nach einem Rohdiamanten, der vielleicht einmal zum Star reifen könnte", verrät Draper. "Wir versuchen, United in anderen Regionen zum Leben zu erwecken. Dies kann uns nur gelingen, wenn uns die Macht des Fernsehmarktes dabei hilft. Man muss den Verein leben und spüren können."