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Chaos durch Lockenwickler und Damenstrümpfe

Eine geheime Anleihe hat beim BV Borussia Dortmund für riesigen Ärger in der Führungsetage gesorgt.

Von Mark Bennett

In den letzten Monaten haben sich die Anhänger des BV Borussia Dortmund schon an schlechte Neuigkeiten gewöhnt. Im Sommer scheiterte der Klub im UEFA Intertoto Cup und verpasste damit die Qualifikation für den UEFA-Pokal. Anschließend folgte die Meldung, dass der UEFA Champions League-Sieger von 1997 Schulden in Höhe von 118 Millionen Euro angehäuft hat.

Hilfe angeboten
Nachdem dies publik wurde, boten sowohl der FC Bayern München als auch Lokalrivale FC Schalke 04 umgehend ihre Hilfe an. Bayern-Manager Uli Hoeneß und sein Schalker Pendant Rudi Assauer waren sich einig, dass der Klub aus dem Ruhrgebiet auf alle Fälle in der Bundesliga gehalten werden muss.

Bedenken bei anderen Vereinen
Im Januar traf sich Dortmunds neuer Präsident Dr. Reinhard Rauball mit Vertretern der Bayern, um über verschiedene Möglichkeiten zu verhandeln. Doch am Ende gab der 56-Jährige bekannt, dass Dortmund auf die Hilfe anderer Vereine komplett verzichten wird. "Es gab viele Spekulationen, und andere Vereine drückten ihre Bedenken aus", erklärte Rauball.

Weitere Probleme
Rauball verflucht sich nun jedoch wohl selbst, dass er die Hilfe aus München abgelehnt hat. Letzte Woche wurde der neue Vereinspräsident mit einem neuen Problem konfrontiert, das nicht vorauszusehen war. Unzählige führende deutsche Zeitungen und Magazine haben berichtet, dass Dortmund im Jahr 2000 seine Namens- und Merchandising-Rechte für 20 Millionen Euro an den Gerling-Versicherungskonzern verpfändet hat.

Mangelnde Informationen
Weiter wurde berichtet, dass Dortmund als Sicherheit für die Pünktlichkeit seiner Rückzahlungen an Gerling den eigenen Vereinsnamen verpfändet hat. Damit würden dann alle Einnahmen aus dem Verkauf von Artikeln mit dem BVB-Emblem an Gerling und nicht mehr an den Klub gehen. Rauball musste später zugeben: "Ich wurde erst vor ein paar Tagen über diesen Vertrag informiert."

"Lockenwickler und Damenstrümpfe"
Der Kontrakt wurde von Rauballs Vorgänger als Präsident, Dr. Gerd Niebaum, und Manager Michael Meier unterzeichnet. Als diese Meldung an die Öffentlichkeit kam, waren beide noch für den Verein tätig. Niebaum versuchte, die Sache herunter zu spielen und äußerte sich gegenüber der Sport-Bild: "Ich verstehe die Aufregung nicht. Wir reden hier über Lockenwickler, Damenstrümpfe, Kaffeetassen und Ähnliches." Er bestand darauf, dass das Wappen des Klubs und der Name BV 09 Borussia Dortmund e.V. vom Gerling-Vertrag nicht betroffen sind.

Wütende Fans
Nichtsdestotrotz entlud sich der Zorn der Fans auf Niebaum und Meier, die Dortmund immerhin zum Triumph in der Champions League führten. Denn ihrer Meinung nach war das ein totaler Ausverkauf. Vor dem 3:1-Sieg bei Hannover 96 am Samstag wurde das Duo mit einem großen Banner konfrontiert, auf dem "Nicht zum Verkauf" stand. Unzählige Fanklubs haben bereits den umgehenden Rücktritt von Meier und Niebaum gefordert.

Duo unter Druck
Weil der Zuschauerschnitt von rund 80.000 Fans die größte Einnahmequelle in einer Zeit des finanziellen Engpasses ist, war der Rücktritt von Niebaum, der sich am Mittwoch dann von seinem Posten als Geschäftsführer verabschiedete, unvermeidlich. Meier blieb nur im Amt, weil Rauball sein Rücktrittsangebot ablehnte.

Letztes Statement
"Dr. Niebaum wollte der anhaltenden Debatte um seine Person, die sich auf die finanzielle und sportliche Leistung des Klubs auswirkte, ein Ende setzen", hieß es in einem Statement des Klubs. Niebaum führte den Verein in seinen 18 Präsidentenjahren zu noch nie da gewesenen Erfolgen. Sein Rücktritt war das Ende einer großen Ära. Die größten Erfolge, auf die Dortmund in den nächsten Jahren hoffen kann, wären es, wenn man die Gläubiger auf Distanz halten könnte.

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