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Wechsel an französischer Verbands-Spitze

Der Französische Fußballverband erwartet unter dem neuen Präsidenten Jean-Pierre Escalettes Veränderungen.

Von Christian Châtelet

Als der scheidende Präsident des Französischen Fußballverbandes (FFF), Claude Simonet, am letzten Wochenende sein Amt an seinen Nachfolger Jean-Pierre Escalettes übergab, endete eine Ära im französischen Fußball.

Elf Jahre im Amt
Nach elf erfolgreichen Jahren leitete der 74-jährige Simonet in der vergangenen Woche zum letzten Mal eine Sitzung der FFF. Danach übernahm sein Nachfolger das Ruder. Simonet selbst sagte: "Die Periode von Februar 1994 bis Februar 2005 war eine sehr wichtige in der Geschichte der FFF und des Fußballs in unserem Land."

Phänomenaler Erfolg
Unter Simonet hatte Frankreich phänomenale Erfolge zu verzeichnen. 1998 gewann man die FIFA-Weltmeisterschaft auf heimischem Boden. Zwei Jahre später holten die Franzosen auch noch den Titel bei der UEFA EURO 2000™ in den Niederlanden und Belgien. Während das Nationalteam diese Erfolge nicht fortsetzen konnte, war es der FFF dank Simonet möglich, von diesen Triumphen weiterhin zu profitieren. Zum Zeitpunkt seines Rücktrittes ist Fußball in Frankreich äußerst populär. Der Verband zählt mittlerweile 2,1 Millionen Mitglieder.

"Noch viel zu tun"
"Es gibt noch viel zu tun - vielleicht sogar zu viel", sagte Simonet, dessen elfjährige Amtszeit genauso lang dauerte wie die des ehemaligen Präsidenten Fernand Sastre, der die FFF zwischen 1973 und 1984 leitete. Nur der Gründer des Verbandes, Jules Rimet, war länger im Amt.

Verwaltungsgeschick
Der frühere Torwart Simonet, der in den 50er Jahren für die Militär-Auswahl Frankreichs spielte, wurde als Verwalter der Finanzabteilung vom FC Nantes Atlantique zwischen 1972 und 1984 bekannt. Der gelernte Bauingenieur trat 1992 das Amt des Schatzmeisters bei der FFF an. Zwei Jahre später wurde er Nachfolger von Jean Fournet-Fayard als Präsident.

Düstere Jahre
Simonet erinnert sich: "Der französische Fußball hatte damals nicht seine beste Zeit." Zu seinen ersten Aufgaben zählte der Umgang mit den Folgen des Manipulations-Skandals rund um Olympique de Marseille. Außerdem musste er sich mit der Stadion-Katastrophe in Bastia beschäftigen. Im Furiani-Stadion des korsischen Vereins SC Bastia stürzte eine Zuschauertribüne vor dem französischen Pokal-Halbfinale ein, wobei 17 Menschen ums Leben kamen.

Herausragende Mannschaft
Doch die Zeiten wurden besser. Denn das französische Team, das sich im exzellenten Trainingszentrum der FFF in Clairefontaine auf die WM im eigenen Land vorbereitete, trumpfte 1998 mit dem 3:0-Endspielsieg gegen Brasilien auf. Simonet denkt gerne an den Tag zurück: "An den 12. Juli 1998 erinnere ich mich am liebsten."

Sorge um die Familie
Simonet entschied sich, sein Amt aufzugeben, um sich um seine kranke Frau zu kümmern. Sein Nachfolger, der 69-jährige Escalettes, wurde am Samstag von der Generalversammlung der FFF mit überwältigender Mehrheit gewählt. 92,56 Prozent der Stimmen konnte er auf sich vereinigen. In den kommenden vier Jahren wird der ehemalige Chef der französischen Amateur-Ligen nun die FFF leiten. Es wird erwartet, dass er in seiner Amtszeit eine andere Richtung einschlägt als Simonet.

"Neue Ära"
"Eine neue Ära beginnt", sagte er bei seiner Wahl. Der neue Präsident wird alles daran setzen, die Effektivität der FFF zu verbessern. "Mein erstes Ziel ist es, eine zeitgemäße Generalversammlung zu installieren", fügte er hinzu. "Die Mitglieder sollen stolz sein, ihr anzugehören. Sie muss ein Ort werden, an dem man über alle Fußball-Themen sprechen kann."

Amateur-Wurzeln
"Ich leugne nicht, dass meine Wurzeln im Amateur-Fußball liegen", sagte der frühere Englisch-Lehrer, der in Béziers geboren wurde. Er war Amateur-Fußballer, ehe er in den 60er Jahren Trainer und Klubdirektor bei CA Ribérac wurde. "Aber ich werde Präsident aller französischen Fußball-Spieler sein - Profis und Amateure."

Diplomatische Fähigkeiten
Seine diplomatischen Fähigkeiten machten Escalettes zum Chef der FFF-Amateur-Abteilung, als diese 1995 gegründet wurde. Er wurde außerdem Vize-Präsident der Kommission für Junioren- und Amateurfußball der UEFA. Diese Erfahrungen könnten ihm nutzen, wenn er den Taktstock von Simonet übernimmt. Er tritt sicherlich in große Fußstapfen.

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