Eine Geste der Menschlichkeit
Donnerstag, 27. Januar 2005
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Die UEFA hat Vicky Brohier für Hilfsarbeiten in den Tsunami-Gebieten freigestellt.
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Von Mark Chaplin
Die UEFA ist stolz auf ihre humanitären Hilfsprogramme. Auch nach der jüngsten Flutkatastrophe in Südostasien engagiert sich die Europäische Fußballunion - und das nicht nur in finanzieller Hinsicht. Neben Geldmitteln in Höhe von 1,5 Millionen Euro stellt sie auch Arbeitskräfte zur Verfügung, um damit Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.
Erfahrungen einbringen
Vicky Brohier, Staatsbürgerin Sri Lankas und Assistentin von William Gaillard, UEFA-Direktor für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, arbeitet für fünf Wochen in Genf für den Internationalen Verband des Roten Kreuzes/Roten Halbmondes. Dort soll sie ihre professionellen Erfahrungen einbringen, die sie bei Tätigkeiten in Katastrophengebieten sammeln konnte.
Vielfältige Aufgaben
Vicky, die aus Colombo stammt und über 20 Jahre lang in der Schweiz gelebt hat, wird im Sekretariat des Tsunami-Einsatzteams arbeiten und dort vielfältige Aufgaben erledigen. Dazu gehören Tätigkeiten für die Tsunami-Projektgruppe (Koordinierung und Durchführung von Meetings), die Planung zukünftiger Einsätze (mittel- und langfristig) und logistische Angelegenheiten.
Sorgen um die Eltern
"Der Tsunami hat in meiner Heimat gewütet, Sri Lanka war eines der am schlimmsten betroffenen Länder", sagte sie. "Zunächst konnte ich gar nicht begreifen, was passiert ist. Ich habe sofort meine Eltern angerufen, denen es zum Glück gut ging. Erst als ich die Bilder im TV sah, habe ich langsam das Ausmaß der Katastrophe realisiert."
Hilfe leisten
"Nachdem ich den ersten Schock verdaut hatte, wollte ich meine Arbeitskraft in die Dienste der Betroffenen stellen und meinen Beitrag leisten", meinte Vicky weiter. "Es war wichtig für mich, bei dieser Aktion dabei zu sein. Ich habe ein oder zwei Tage lang nachgedacht und habe dann die UEFA offiziell gebeten, mich entsprechend abzustellen. Gott sei Dank hat mir die UEFA diesen Wunsch erfüllt. Ich habe Kontakt zum Hilfsverband aufgenommen, um zu klären, welche Hilfe sie brauchten. Sie baten mich, so schnell wie möglich einzusteigen."
Logische Entscheidung
Es war ein logischer Schritt, bedenkt man, dass Brohier bereits elf Jahre lang für den Verband in verschiedenen Katastrophengebieten gearbeitet hat. Ihre Abstellung ist eine Geste der UEFA gegenüber dem Verband.
Suche nach Vermissten
Der Verband arbeitet auch mit einem der größten Wohltätigkeitspartner der UEFA zusammen, dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (ICRC), da es in Indonesien und Sri Lanka - zwei hart vom Tsunami getroffene Länder - Konflikt- bzw. Krisengebiete gibt. Das ICRC leistet in zahlreichen Krisengebieten Nothilfe, auch bei der Suche nach vermissten Personen. Der Verband, das ICRC sowie 181 Abteilungen des Roten Kreuzes/Roten Halbmondes weltweit bilden die Internationale Bewegung des Roten Kreuzes/Roten Halbmondes.
Keine Sekunde gezögert
Die UEFA zögerte keine Sekunde, Vicky die Freigabe zu erteilen. "Wir haben finanzielle Hilfe geleistet, aber wir haben es zudem begrüßt, dass eine unserer Angestellten, die über wertvolle Erfahrungen in diesem Bereich verfügt, ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellt", erklärte William Gaillard.
Positive Reaktion
"Vicky kennt die Situation in Sri Lanka, ihr Beitrag ist in vielerlei Hinsicht ebenso wichtig wie finanzielle Unterstützung", fügte er hinzu. "Vickys Kollegen bei der UEFA werden aus erster Hand Informationen über die geleistete Arbeit erhalten. Die Reaktion von [UEFA-Generaldirektor] Lars-Christer Olsson war ebenfalls äußerst positiv, und so war es keine Frage, Vicky für ihre neuen Aufgaben freizustellen."
"Es geht um Menschlichkeit"
Vicky ist der UEFA dankbar dafür, dass sie in den vom Tsunami zerstörten Gebieten arbeiten und Hilfe leisten kann. "Etwas, das mir an der UEFA gefiel, als ich dort begann, war ihre Beteiligung an humanitären Hilfsprojekten. Es geht dort nicht nur um Glamour und Sport, sondern auch um Menschlichkeit. In diesem konkreten Fall ist die Hilfe einzigartig und symbolisch. Der Verband und ich sind der UEFA äußerst dankbar für diese Geste."