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Martinkenas: ein Mann für alle Fälle

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Der Fußball in Estland und Litauen ist nach dem Tod von Valdemaras Martinkenas um eine Persönlichkeit ärmer.

Von Margus Luik

Der estische und litauische Fußball ist nach dem frühzeitigen Tod von Valdemaras Martinkenas um eine Persönlichkeit ärmer.

Im Fluss ertrunken
Der frühere Nationaltorhüter von Litauen verstarb in Slowenien am Vorabend des UEFA Champions League-Spiels des FC Flora bei NK Gorica. Der 39-Jährige, der Torwarttrainer bei Flora und der estischen Nationalmannschaft war, wollte im Vorfeld des Rückspieles der ersten Qualifikationsrunde in einem Gebirgsfluss in Nova Gorica zum Schwimmen gehen und ertrank, nachdem er in heftige Strömungen geraten war.

Großartiger Charakter
Martinkenas war ein Mann von großartigem Charakter und enormer Erfahrung. Geboren in Alytus - Herkunftsort von vielen erstklassigen Torhütern Litauens - begann er seine Karriere bei den Senioren 1982 bei FK Žalgiris Vilnius in der sowjetischen Liga für Reservemannschaften.

Fülle von Erfahrungen
In den folgenden 18 Jahren sammelte er in den Ligen der Sowjetunion, des Baltikums, von Litauen, der Ukraine, der Schweiz, Estland, Finnland und Russland eine Fülle von Erfahrungen. Höhepunkte seiner Spielerkarriere waren unter anderem die beiden Einsätze in der UEFA Champions League für den FC Dynamo Kyiv.

Wechsel zu Dynamo
Nachdem Martinkenas mit Žalgiris 1991 Meister in Litauen wurde, wechselte er zu Dynamo. Über zwei Spielzeiten war der Torhüter erste Wahl beim ukrainischen Vorzeigeklub und holte dabei in der Saison 1992/93 die Meisterschaft.

Stammspieler in der Nationalmannschaft
1994 wechselte er zum FC Wil 1900 in die Schweiz und verbrachte dort eine erfolgreiche Zeit, bevor er für ein Jahr nach Estland ging. Von 1992 bis 1996 war Martinkenas auch Stammspieler in der Nationalmannschaft Litauens und brachte es insgesamt auf 18 Länderspiele.

Bemerkenswertes Spiel
Sein bemerkenswertestes Länderspiel bestritt er im September 1992. Er verhalf seinem Land mit seiner Leistung zu einem torlosen Unentschieden gegen den frisch gebackenen Europameister Dänemark. Am Ende diesen Jahres wurde er zum zweiten Mal zu Litauens Fußballer des Jahres gewählt. Das erste Mal kam er 1989 zu dieser Ehre.

Umzug nach Estland
Nach Aufenthalten beim FC Haka in Finnland und beim FC KamAZ Naberezhnye Chelny in Russland kehrte Martinkenas als Spielertrainer des FK Kareda Šiauliai in sein Heimatland Litauen zurück. 1999 führte er diesen Verein zum Pokalsieg. Im folgenden Jahr neigte sich seine Karriere nach einer Reihe von Einsätzen für die estische Mannschaft FC Kuressaare dem Ende zu.

Neue Generation
Nach seinem Rücktritt konzentrierte sich Martinkenas auf das Training mit einer neuen Generation von Torhütern. Er wurde sowohl beim estischen Verein Flora als auch in der Nationalmannschaft Trainer. Sein enormer Arbeitsaufwand und sein großartiger Sinn für Humor fanden bei den Trainern, an deren Seite er arbeitete, hohe Anerkennung. Er arbeitete unter anderem mit Teitur Thordarson, Tarmo Rüütli und am Ende mit Arno Pijpers.

Familienvater
Mart Poom von Sunderland AFC war einer der vielen dankbaren Schützlinge von Martinkenas und sprach dem Verstorbenen seine Bewunderung aus. "Ich kann nicht glauben, was passiert ist", sagte er. "Valdas war ein enger Freund und der großartigste Spezialist im baltischen Raum." Dazu war Martinkenas noch ein hingebungsvoller Familienvater. Seine Frau Natalja und seine drei Kinder werden unter dem Verlust am meisten zu leiden haben.

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