Die neue Generation der "Jungen Wilden"
Donnerstag, 20. Mai 2004
Artikel-Zusammenfassung
Diego Benaglio und Denis Berger hoffen, dass sie zur neuen Generation der "Jungen Wilden" beim VfB Stuttgart gehören.
Artikel-Aufbau
Von Mark Bennett
In ihren jeweiligen Nationalmannschaften gehören Torwart Diego Benaglio und Mittelfeldspieler Denis Berger zur Stammformation. Beide konnten bisher mit guten Leistungen überzeugen und ihr Talent unter Beweis stellen, nun hoffen sie auf den Sprung in den Profikader des VfB Stuttgart.
„Diego hat alle Anlagen“
Benaglio versucht, sowohl in der U21 als auch in der U20 der Schweiz seinen Kasten sauber zu halten, und das meist mit großem Erfolg. Der 20-Jährige hat sich erst vor kurzem mit der Schweizer Auswahl für die UEFA U21-Europameisterschaft in Deutschland qualifiziert.
Beim VfB Stuttgart geht er aber immer noch in die Lehre. Meistens muss er mit den Amateuren in der Regionalliga Süd auflaufen, da der VfB mit Timo Hildebrand eine klare Nummer eins hat, und mit Dirk Heinen ein sehr erfahrener zweiter Mann zur Verfügung steht. Doch die Zeit spricht für Benaglio, denn Heinen ist bereits 33 Jahre alt, und beim VfB baut man auf den Youngster. „Diego hat alle Anlagen, die ein guter Torwart braucht“, sagt Teammanager Felix Magath über seinen talentierten dritten Torwart.
„Ich will die Champions League gewinnen“
Dass der 20-Jährige gewillt ist, die Einschätzung seines Trainers zu bestätigen, zeigen seine ehrgeizigen Ziele. „Zuerst einmal möchte ich beim VfB die Nummer zwei werden, aber irgendwann will ich natürlich auch in der UEFA Champions League spielen und diesen Pokal gewinnen“, so der Schlussmann.
Verzwickte Vertragssituation
Bis dahin ist es für den ehrgeizigen Schweizer aber noch ein weiter Weg, denn erst 2005, wenn alle Verträge der Torhüter beim VfB Stuttgart auslaufen, wird eine richtungsweisende Entscheidung über die Zukunft des begabten Nachwuchstorhüters fallen.
Auch Berger international erfahren
Ähnlich wie Benaglio steht es um seinen Mannschaftskameraden Denis Berger. In den österreichischen Jugendnationalmannschaften war der Mittelfeldspieler stets vertreten und hat mit den verschieden Teams zahlreiche Spiele für sein Heimatland bestritten.
Früher Wechsel
Sein Talent wurde schon sehr früh von den Stuttgartern erkannt, und so holten sie den jungen Denis bereits mit 13 Jahren nach Deutschland. Seitdem spielt er für den VfB und konnte mit dem Verein die Deutsche B-Jugend Meisterschaft und die Vize-Meisterschaft bei den A-Junioren gewinnen. In den Profikader hat es der Techniker aber noch nicht geschafft. Seit er den Jugendmannschaften entwachsen ist, muss er sich mit einem Platz im Regionalliga-Team begnügen.
Große Konkurrenz
Sein Talent ist allerdings unbestritten, fragt sich nur, ob er sich gegen Konkurrenten wie Alexander Hleb, Horst Heldt, Silvio Meißner, Fernando Meira, Jurica Vranjes oder Heiko Gerber auf Dauer durchsetzen und im Bundesliga-Team des VfB etablieren kann.
Mut schöpfen aus der Vergangenheit
Mut sollten Benaglio und Berger vor allem aus der Tatsache ziehen, dass der VfB immer wieder Spieler aus den eigenen Reihen das Vertrauen ausgesprochen hat. Andreas Hinkel, Timo Hildebrand, Kevin Kuranyi und Alexander Hleb haben alle den Sprung über die Nachwuchsmannschaften geschafft und gehören inzwischen zu den Leistungsträgern des letztjährigen Vizemeisters.
Beförderung für Gomez und Schoun
Zudem hat Trainer Magath gerade erst wieder zwei weitere Talente befördert. Stürmer Mario Gomez und Abwehrspieler Marcel Schoun haben Anfang Mai Profiverträge unterschrieben. Gomez konnte sogar schon auf sich aufmerksam machen, denn der 18-Jährige feierte im Februar im UEFA Champions League-Achtelfinale bei Chelsea FC sein Profidebüt, und beim Gastspiel in Hamburg im Mai war er auch zum ersten Mal in der Bundesliga am Ball. Die Möglichkeiten für den Karrieresprung sind beim VfB also gegeben. Jetzt müssen Benaglio und Berger ihre Chance nur noch beim Schopfe packen.