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Schiedsrichterlehrgang in Rumänien

Schiedsrichterwesen

Rumänische Schiedsrichter konnten bei einem erfolgreichen Treffen in der Winterpause ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Von Paul-Daniel Zaharia & Mark Chaplin

Die aktuellen Aktivitäten des Rumänischen Fußballverbandes unterstreichen die Bestrebungen in ganz Europa, hervorragende Schiedsrichter auszubilden, die eines Tages gut genug sein werden, um in die UEFA-Auswahl aufgenommen zu werden.

Regelmäßiger Kurs
Die letzte Winterpause gab dem rumänischen Verband die Gelegenheit, einen Lehrgang in Theorie und Fitness für fast 80 Schiedsrichter – darunter auch weibliche Unparteiische – und über 90 Schiedsrichterassistenten zu organisieren, die allesamt ihr Amt in den zwei höchsten nationalen Ligen versehen.

Erfolgreiche Saison
Im Schiedsrichter-Bereich erlebt Rumänien momentan eine erfolgreiche Saison. Weibliche Referees bringen das Land im großen Stil voran. Cristina Ionescu pfiff im letzten Herbst das Endspiel der FIFA-Weltmeisterschaft der Frauen in den USA zwischen Deutschland und Schweden, und weitere Fortschritte haben dazu geführt, dass die besten weiblichen Schiedsrichterassistenten bei großen Spielen im rumänischen Herren-Fußball zum Einsatz kamen. Irina Mirt wurde als erste dazu auserkoren und assistierte im letzten Oktober bei der Erstligabegegnung zwischen dem FC National Bucuresti und dem FC Arges-Dacia Pitesti.

Sponsoring
Durch die Zuwendung eines Sponsors war das Schiedsrichterkomitee des Verbandes in diesem Jahr in der Lage, die gesamten Kosten für den Lehrgang zu übernehmen. In der Vergangenheit hatten die Schiedsrichter selbst einen Beitrag zur Finanzierung geleistet, für den Rest war das Schiedsrichterkomitee aufgekommen. Darüber hinaus werden Schiedsrichter in Rumänien Werbung auf ihrem Trikot tragen. Ein Ein-Jahres-Vertrag mit einer Bierbrauerei wurde bereits abgeschlossen.

Cooper-Test
In vier Tagen intensiver Arbeit mussten die Schiedsrichter unter anderem den überaus anstrengenden Cooper-Test bestehen, bei dem innerhalb von 12 Minuten mindestens 2700 Meter zurückgelegt werden müssen. Der theoretische Teil beinhaltete Videoanalysen des ehemaligen internationalen Schiedsrichters Ion Craciunescu, der die Hinrunde der Saison und einige spezifische Situationen unter die Lupe nahm – mit der Absicht, den Schiedsrichtern und Assistenten dabei zu helfen, ihre Leistungen in Zukunft noch zu steigern.

Gäste aus dem Ausland
Viele Verbände laden auf ihre Schiedsrichterlehrgänge auch Gäste aus anderen Ländern ein, damit diese wertvolle Ratschläge und Erfahrungen an ihre Kollegen weitergeben können. In Rumänien sprach Mario van der Ende, niederländisches Mitglied des FIFA-Schiedsrichterkomitees, vor den Teilnehmern über die Bedeutsamkeit der Kommunikation zwischen Schiedsrichtern und Spielern, die Notwendigkeit eines starken Selbstvertrauens für den Schiedsrichter und die Möglichkeiten, die ein Referee hat, um schwierige Situationen mit Humor und Diplomatie zu meistern.

Abseits und Zweikampfverhalten
Der ehemalige internationale Schiedsrichter Bob Valentine (Schottland) sprach über technische Angelegenheiten, während Fernando Tresaco Garcia (Spanien), seit kurzem internationaler Spielleiter, die Interpretation von Regel 11, das Abseits betreffend, diskutierte. Die Frage des regelgerechten Zweikampfverhaltens – oft eine haarige Angelegenheit für Schiedsrichter – kam in einer Rede des Österreichers Herbert Fessler zur Sprache. 

Das Verhältnis zu den Medien
Vertreter der rumänischen Presse wohnten dem Lehrgang bei, um folgende Punkte zu diskutieren: Das Verhältnis zwischen Schiedsrichtern und Medien, das Bild des Schiedsrichters in der Öffentlichkeit und die Frage, wie ein Schiedsrichter mit den Medien umgehen sollte. Auf Seiten der Spieler betonte der ehemalige rumänische Nationalspieler Gheorghe Popescu – Routinier mit 115 Länderspielen – die Wichtigkeit eines humanen Umgangs der Spieler und Schiedsrichter miteinander.

Optimistische Zeit
Der Lehrgang unterstrich den derzeitigen Optimismus Rumäniens und seiner Schiedsrichter. In allen 52 Mitgliedsverbänden der UEFA ist der Bereich des Schiedsrichterwesens ein wichtiger Faktor in der zukünftigen Entwicklung des Sports, und wenn auch das rumänische Nationalteam derzeit eine Durststrecke durchmacht, so sind die Schiedsrichter des Landes stark im Aufwind.

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