Neftchis unvergessliches Jahr
Montag, 2. Februar 2004
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Dank der Leistungen von FK Neftchi hat das Jahr 1966 für die Fußballfans in Aserbaidschan historische Bedeutung.
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Von Erkin Ibragimov
1966 war ein großes Jahr für den aserbaidschanischen Fußball. Die kleine Republik im Süden Europas, die schon immer ein bemerkenswertes Reservoir an Fußball-Talenten hervorgebracht hatte, feierte den dritten Platz ihres führenden Vereins, FK Neftchi aus Baku, in der sowjetischen Supreme League.
Der große Banishevskiy
Ebenfalls in diesem Jahr erreichte die Nationalmannschaft der Sowjetunion bei den FIFA-Weltmeisterschaft in England Platz drei. Einer, der an beiden Erfolgen maßgeblichen Anteil hatte, war der erst 20-jährige Stürmer Anatoliy Banishevskiy, der in beiden Mannschaften Tore wie am Fließband erzielte.
Schwacher Start
Ironischerweise waren es vielleicht gerade die Länderspieleinsätze von Banishevskiy und seiner Klubkollegen bei Neftchi, die den Verein aus Baku letztendlich um den Titel brachten. Die Mannschaft startete mit zwei torlosen Unentschieden in die Saison 1966, anschließend folgten weitere enttäuschende Resultate, die noch während der Vorrunde zu einer Trainerablösung führten.
Wende durch Aleskerov
Ahmed Aleskerov, der gerade erst seinen Rücktritt als Spieler vollzogen hatte, wurde neuer Trainer und übernahm eine Mannschaft, die nach drei Spieltagen der Rückrunde auf Platz elf rangierte.
Aufholjagd
Aleskerov schien Wunder zu wirken. Neftchi blieb zehn Spiele in Folge ungeschlagen und besiegte dabei den schier übermächtigen FC Dynamo Kyiv mit 2:1. Vor dem letzten Spieltag lag der Klub aus Baku auf dem dritten Platz, den ihnen nur noch der FC Spartak Moskva, der Gegner in diesem letzten Saisonspiel, streitig machen konnte.
Doppelschlag
Austragungsort dieser Partie war das Stadion der Republik in Baku und Neftchi enttäuschte seine erwartungsfrohen Fans nicht. Banishevskiy war beim 3:0-Sieg mit zwei Toren der Mann des Tages, er schraubte seine stolze Bilanz damit am Ende der Saison auf zwölf Treffer in 14 Spielen hoch.
Paradesturm
Doch die Gastgeber hatten an diesem Tag nicht nur einen Alleinunterhalter im Angriff. Erfolgsgarant war ein Drei-Mann-Sturm, in dem neben Banishevskiy auch Neftchis Top-Torjäger Kazbek Tuayev und Eduard Markarov glänzten. Diese drei, die von sämtlichen Defensivaufgaben befreit waren, wirbelten die Abwehr der gegnerischen Mannschaften nach Belieben durcheinander, zusammen erzielten sie in dieser Spielzeit 38 Tore.
Geschlossene Mannschaftsleistung
Doch Trainer Aleskerov konnte sich auch auf den Rest seiner Elf verlassen, vor allem auf den zuverlässigen Torhüter Sergey Kramarenko - Vater von Dmitri Kramarenko, der aktuellen aserbaidschanischen Nummer eins - und auf das in der Offensive wie Defensive gleich starke Mittelfeldtrio Anatoliy Trofimov, Aleksandr Gryazev und Valeriy Gajiev.
Initialzündung
Obwohl Neftchi aus Aserbaidschan kam, galt der Klub immer als internationale Mannschaft, in der Spieler aus vielen ethnischen Volksgruppen prächtig harmonierten. Aleskerov hatte sie zu einer Mannschaft geformt und der Erfolg seiner Elf sorgte für eine neue Welle der Fußball-Begeisterung in ganz Aserbaidschan.
Meisterschaftssiege: 1992, 1996, 1997.
Pokalsiege: 1995, 1996, 1999, 2002.