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Nationalverbände

Litauens holpriger Weg

Die Geschichte des litauischen Fußballs steht in engem Zusammenhang mit politischen Ereignissen.

Litauens holpriger Weg
Litauens holpriger Weg ©Vaidotas Januška

Die Geschichte des litauischen Fußballs begann Anfang des letzten Jahrhunderts und steht im engen Zusammenhang mit dem politischen Schicksal des Landes. Litauen wurde 1918 unabhängig, 1940 von der UdSSR annektiert und 1990 abermals unabhängig.

Das erste dokumentierte Spiel wurde 1911 zwischen zwei Mannschaften aus Kaunas und Vilnius in Kaunas ausgetragen. 1923 wurde die Litauische Sportliga in die FIFA aufgenommen. Im gleichen Jahr bestritt Litauen das erste Länderspiel als unabhängiger Staat: Es gab eine 0:5-Niederlage in Kaunas gegen Estland. Ein Jahr später wurde die neue Litauische Fußball-Liga (LFL) gegründet, und die Nationalmannschaft nahm an den Olympischen Spielen in Paris teil. Die LFL wurde 1925 zum einzigen Repräsentanten des litauischen Fußballs und organisierte 1931 die erste nationale Meisterschaft mit sieben teilnehmenden Mannschaften.

Ab 1946 nahmen litauische Vereine an den Wettbewerben der UdSSR teil. FK Žalgiris Vilnius gewann 1982 die zweite Liga und stieg damit in die erste Liga der UdSSR auf, wo sie 1987 Dritter wurden. Damit qualifizierten sie sich zwar für den UEFA-Pokal, dort verloren sie aber in der ersten Runde gegen den FK Austria Wien. Zwei Jahre später qualifizierten sie sich erneut und schafften mit einem Erfolg über IFK Göteborg den Einzug in die zweite Runde. Einer der erfolgreichsten Spieler aus dieser Zeit ist Viatcheslavas Sukristovas, der mit der Nationalmannschaft der UdSSR bei der UEFA-Europameisterschaft 1988 Zweiter wurde. Zwei andere Spieler - Arminas Nabekovas und Arvydas Janonis - verhalfen der UdSSR 1988 zur Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Seoul.

Litauen wurde am 11. März 1990 wieder unabhängig. Als Folge eines Antrags des Litauischen Sportverbandes konnten sich Vereine wie Žalgiris, FK Atlantas und ASSM Inkaras aus den Wettbewerben der UdSSR zurückziehen. Die litauische Meisterschaft begann 1991, ein Jahr zuvor wurde bereits die baltische Fußballmeisterschaft ins Leben gerufen. Daran nahmen Litauen, Lettland, Estland und die Enklave Kaliningrad (UdSSR) teil.

Die Nationalmannschaft des erneut unabhängigen Litauens bestritt ihr Debüt am 27. Mai 1990. In Tbilisi kamen sie jedoch nicht über ein 2:2 gegen Georgien hinaus. Zwar dauerte die internationale Isolation fast ein Jahr, wurde aber beendet, als der Litauische Fußballverband (LFF) am 9. Dezember 1991 wieder der FIFA beitreten durfte. Die litauische Mannschaft unter Algimantas Liubinskas nahm an der Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft 1994 teil und holte dort am 28. April 1992 beim 2:2-Unentschieden gegen Nordirland in Belfast den ersten Punkt. Der erste Sieg folgte am 12. August 1992, als sie Lettland in Riga bezwangen. Einige Spieler der Nationalelf, wie Arvydas Janonis, Arminas Narbekovas und Valdas Ivanauskas, setzten ihre Karriere in der österreichischen Bundesliga fort.

Der LFF wurde 1992 beim UEFA-Kongress in Göteborg zu einem vollwertigen Mitglied der europäischen Fußballfamilie. Seitdem gibt sich das Land große Mühe, seine fußballerische Infrastruktur zu erweitern. Ziel ist, die Leistungen auf internationaler Bühne, sowohl durch Vereine als auch durch die Nationalmannschaft, zu verbessern.

Langfristig hat man sich die Teilnahme an einem großen Turnier zum Ziel gesetzt. 2013 konnte der LFF wertvolle Erfahrungen sammeln in der Organisation einer Endrunde, als man Gastgeber der UEFA-U19-Europameisterschaft war. Auch der Frauenfußball machte signifikante Fortschritte, so konnte sich Gintra Universitetas als erster Verein des Landes überhaupt unter die kontinentale Elite mischen und für das Achtelfinale der UEFA Women's Champions League 2014/15 qualifizieren.

Präsident

Edgaras Stankevičius

Nationalität: Litauer
Geboren: 7. September 1987
Präsident seit: 2023

Edgaras Stankevičius
Edgaras Stankevičius©LFF

Website des Litauischen Fußballverbands