„Fußball und Flüchtlinge – die größten Herausforderungen angehen“

Aus Anlass der Aktionswochen #FootballPeople haben die UEFA und ihre Mitgliedsverbände einen Leitfaden zusammengestellt, in dem beschrieben wird, wie Fußball dazu beitragen kann, besser mit den Folgen der Migrationskrise in Europa umzugehen.

©SFA

Jedes Jahr schließen sich das Fare-Netzwerk und die UEFA im Rahmen der #FootballPeople-Aktionswochen zusammen, um sich für Gleichheit, Vielfalt und Inklusion im europäischen Fußball einzusetzen.

Vom 11. bis 25. Oktober lautet das gemeinsame Ziel, so viele Fans wie möglich zu erreichen. Die Botschaft dabei ist: Jeder Mensch kann am Fußball teilhaben – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft oder sexueller Orientierung.

Die Aktionswochen #FootballPeople werden in diesem Jahr von der UEFA Champions League, der UEFA Women’s Champions League, der UEFA Europa League und der UEFA Nations League beworben. Hierzu finden bei allen Begegnungen, die in diesen zwei Wochen im Rahmen der zuvor genannten Wettbewerbe ausgetragen werden, besondere Aktivitäten in den Stadien statt.

Dieses Jahr läutet die UEFA den Beginn der Aktionswochen #FootballPeople mit der Veröffentlichung einer Best-Practice-Sammlung ein. Die Sammlung wird von den Mitgliedsverbänden zur Verfügung gestellt und trägt den Titel „Football and Refugees – Addressing key challenges“ (dt.: „Fußball und Flüchtlinge – die größten Herausforderungen angehen“). Inhaltlich geht es darum, wie Fußball dazu beitragen kann, die Herausforderungen der europäischen Flüchtlingskrise zu meistern.

©SFA

Fußball kann Menschen auf einzigartige Weise zusammenbringen. Er fördert gegenseitiges Verständnis, räumt mit vielen Vorurteilen auf und viele Menschen sehen in ihm das Potenzial, die Spannungen, die Europa aufgrund der Flüchtlingskrise in den letzten Jahren durchzogen haben, entscheidend lindern zu können. 

Die Zahl der weltweit gewaltsam aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen beläuft sich derzeit auf 65 Millionen.

In der Einleitung der Sammlung heißt es: „Auch wenn einige Länder stärker von [dieser Krise] betroffen sind als andere, hat diese Zwangsmigration dennoch eine globale Debatte über soziale, kulturelle, ökonomische, politische und ökologische Themen ausgelöst.”

Des Weiteren steht in der Einleitung geschrieben: „Fußball ist die beliebteste Sportart der Welt und ist tief in der Gesellschaft verankert. Auch sie bekam die Auswirkungen dieser globalen Krise zu spüren, nichtsdestotrotz besitzt diese Sportart das Potenzial, um den Spannungen positiv entgegenzuwirken.“

Weiter heißt es: „Viele der UEFA-Mitgliedsverbände sind direkt betroffen und haben sich daher bemüht, die Situation in ihren eigenen Ländern zu verbessern.“

©SFA

Sowohl die UEFA als auch ihre Mitgliedsverbände setzen sich stark dafür ein, die Auswirkungen dieser Krise zu bewältigen. Die Idee für die Best-Practice-Sammlung entstand vor kurzem bei einem Seminar der UEFA-Studiengruppen-Projekt (SGS) in Dublin, das in Zusammenarbeit mit der Football Association of Ireland (FAI) organisiert wurde. 

Das Studiengruppen-Projekt hat es sich auf die Flagge geschrieben, nationale Fußballverbände zusammenzubringen und so einen Informationsaustausch zum Wohle des europäischen Fußballs anzuregen. Das Ziel des Seminars war, dass nationale Verbände voneinander sowie von anderen Einzelpersonen und Organisationen lernen. Des Weiteren sollten sie die verschiedenen Herausforderungen diskutieren und sich über bewährte Praktiken in Bezug auf Flüchtlinge und Fußball austauschen.

Die Sammlung „Football and Refugees – Addressing key challenges“ ist als Ergebnis aus diesem Seminar hervorgegangen. 14 nationale Verbände haben an diesem Leitfaden mitgewirkt. Jeder Verband hat seine eigenen Erfahrungen mit Flüchtlingen dargelegt und sowohl Ratschläge als auch Empfehlungen für die gesamte Fußballgemeinschaft ausgesprochen.

Zweck der Sammlung ist es, größere und kleinere nationale Verbände in Europa sowie deren Organisationen dabei zu unterstützen, eigene Initiativen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise ins Leben zu rufen.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin sagte, dass der Integrationsprozess für Flüchtlinge in manchen Ländern schwierig sein könne. Er betonte jedoch mit Nachdruck, dass Fußball es vermöge, ein Katalysator für eine erfolgreiche Integration zu sein.

©NFF

„Für viele Flüchtlinge – Frauen, Männer und Kinder – ist das Fußballspielen ein praktisches Symbol für neue Beziehungen in einer neuen Umgebung mit neuen Menschen geworden“, so Čeferin. 

„Der Zweck der Best-Practice-Sammlung der UEFA ist es, uns an die Schritte und Vorkehrungen zu erinnern, die wir vornehmen sollten, um diesen altbekannten Prozess reibungsloser, humaner und effizienter zu gestalten.”

„Der Fußball kann diese tolle Sammlung sehr gut nutzen, um dafür zu sorgen, dass sich Flüchtlinge dank dieser Sportart in ihrer neuen Heimat wohl fühlen und gleichzeitig einen dauerhaften und positiven Beitrag zu den für sie neuen Gesellschaften leisten können.“

Für Piara Powar, Geschäftsführer des Fare-Netzwerks, ist es ermutigend, wie der Fußball auf die Flüchtlingskrise reagiert hat. „Trotz der komplexen Situation, mit der wir konfrontiert sind, ist es ermutigend zu sehen, dass Fußball für viele dieser Herausforderungen maßgebende und effektive Lösungen parat hat“, sagt er.

©FIGC

„Der Leitfaden ist nicht nur ein Zeichen dafür, dass so etwas notwendig war”, führt Powar fort. „Es ist ein Tribut an die Arbeit, die in den nationalen Verbänden, Klubs, im Breitenfußball und in den Regierungsbehörden geleistet wurde. Diese Arbeit sollten wir alle anerkennen.” 

„Europa hat sich verändert und im Fußball – in den Mannschaften, den Klubs, bei den Trainern, den Schiedsrichtern und den Unterstützern – wird diese Veränderung in den kommenden Jahren ersichtlich werden, denn wir stehen erst am Anfang.“

 

 

 

 

 

 

Oben