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Schiedsrichter-Briefings für EURO-Teams

Die UEFA wird vor der UEFA EURO 2016 alle 24 Teams in ihren Quartieren besuchen, um sicher zu stellen, dass Schiedsrichter, Spieler und Trainer dieselbe Interpretation der Fußball-Regeln anwenden.

Pierluigi Collina in Enghien-Les-Bains
Pierluigi Collina in Enghien-Les-Bains ©Sportsfile

Die UEFA wird vor der UEFA EURO 2016 alle 24 Teams in ihren Quartieren besuchen, um so sicher zu stellen, dass Schiedsrichter, Spieler und Trainer während des Turniers dieselbe Interpretation der Fußball-Regeln anwenden.

Pierluigi Collina, Leiter der UEFA- Schiedsrichterabteilung, erklärte am Mittwoch in einem Briefing in Enghien-les-Bains, in der Nähe von Paris, dass es essentiell für alle Teilnehmer sei, bei der Endrunde "dieselbe Sprache zu sprechen", solange es um Schiedsrichter-Entscheidungen gehe.

"Wir werden die 24 Mannschaften noch vor dem Eröffnungsspiel Ende Mai, Anfang Juni besuchen", sagte Collina. "Wir haben einige Clips von strittigen Spielszenen vorbereitet, die wir den Spielern und Trainern zeigen werden. Sie sollen dieselben Instruktionen erhalten wie die Schiedsrichter, damit sie wissen, welche Auslegung des Regelwerks sie bei der Endrunde erwartet.

"Das ist dieses Jahr besonders wichtig, weil das International Football Association Board (IFAB) beschlossen hat, einige Regeln vor der EURO 2016 zu ändern", fügte er an.

Eine Änderung betrifft die sogenannte ”Dreifachbestrafung“, die bei der regelwidrigen Verhinderung einer klaren Torchance im Strafraum einen Platzverweis, einen Elfmeter und eine nachfolgende Sperre zwingend vorsah. Nun kann der Schiedsrichter ein Foul des Torhüters oder eines Feldspielers mit Gelb statt mit Rot ahnden, wenn der Spieler erkennbar versucht hat, den Ball zu spielen und ihm dabei ein Foul unterlaufen ist. Rote Karten und Elfmeter gibt es weiterhin zum Beispiel für brutales Spiel, Trikotziehen oder Schubsen im Strafraum, wenn keine Chance bestand, den Ball zu spielen.

"Über die neue Regelanwendung müssen Spieler und Trainer [bei dieser EURO] ausführlich informiert werden", sagte Collina, der auch zu weiteren kniffligen Situationen Stellung nahm.

"Wenn wir denken, dass die ’Rudelbildung ' und das Bedrängen der Schiedsrichter zum Problem werden, werden wir sehr deutlich machen, dass wir dies nicht akzeptieren werden", betonte er.

Collina betonte aber auch, dass Vergehen wie Trikotziehen oder Stöße im Strafraum in letzter Zeit bei UEFA-Spielen zurückgegangen seien, wohl vor allem auch durch die Gegenwart der zusätzlichen Schiedsrichter-Assistenten (AARs) neben den Toren, die bei Freistößen und Ecken sehr aufmerksam das Geschehen im Strafraum beobachtet hätten. "Die Spieler wissen, dass sie genau kontrolliert werden", sagte er. "Damit haben wird dieses Problem ganz gut in den Griff bekommen."

Collina erklärte auch die Gründe für die Einführung der Torlinien-Technologie bei der UEFA EURO 2016. Das System wird zusammen mit den zusätzlichen Schiedsrichter-Assistenten eingesetzt, die weiterhin das Geschehen in den Strafräumen im Auge behalten sollen. "Die Torlinien-Technologie wird bei allen strittigen Situationen auf der Torlinie verwendet, damit können sich die zusätzlichen Schiedsrichter-Assistenten ganz auf den Rest des Strafraums konzentrieren und den Schiedsrichter noch besser unterstützen", sagte er. "Wir sind überzeugt davon, dass diese beiden Systeme sehr gut zusammenpassen."

Außerdem werden die Schiedsrichter noch einmal eindringlich darauf hingewiesen, dass es ihre Aufgabe bei der UEFA EURO 2016 ist, die Spieler zu schützen. "Eines der großen Ziele der UEFA ist es, die Gesundheit der Spieler zu schützen", sagte Collina. "Seit einigen Jahren ist die UEFA sehr streng bei der Bestrafung von schwerwiegenden Fouls vorgegangen, um die Spieler zu schützen und das wird auch weiterhin so bleiben."