Fußballärzte erwerben dank der UEFA wichtiges Wissen

Das UEFA-Fortbildungsprogramm für Fußballärzte (FDEP) erweist sich als wertvolle Wissensquelle für Ärzte und Experten im europäischen Fußball.

Praktische Behandlungsübung beim Workshop in Rom.
Praktische Behandlungsübung beim Workshop in Rom. ©UEFA

Das UEFA-Fortbildungsprogramm für Fußballärzte (FDEP) – das Ärzten und Experten im Bereich der Fußballmedizin wichtige Unterstützung bietet – entwickelt sich weiter und hält mit den Veränderungen in diesem zentralen Bereich unseres Sports Schritt.

Bei einem von 52 Ärzten besuchten FDEP-Workshop in Rom wurde die herausragende Arbeit der vergangenen Jahre hinsichtlich der Übermittlung von medizinischem Wissen, das für die Behandlung von Fußballverletzungen zentral ist, konsolidiert.

Das FDEP tritt diese Saison in einen neuen Zyklus ein. Das Programm ist in drei Workshops unterteilt, die 2011 auf den Weg gebracht wurden. Die Workshops konzentrieren sich auf drei wichtige Themen: Traumata und medizinische Notfälle auf dem Spielfeld, Verletzungsdiagnose und -behandlung sowie den Schutz der Spielerinnen und Spieler.

Je ein Arzt aus den 55 UEFA-Mitgliedsverbänden wird zu den Workshops eingeladen. Am Ende legen die Ärzte einen schriftlichen Test ab, mit dem das erworbene Wissen geprüft wird. Besteht der Arzt den Test, erhält er die Berechtigung, denselben Workshop auf nationaler Ebene zu organisieren und die erworbenen Kenntnisse so an die Ärztekollegen in seinem Land weiterzuvermitteln.

Workshop-Teilnehmer.
Workshop-Teilnehmer.©UEFA

Beim Workshop in Rom, der in zwei Gruppen unterteilt war und von Dr. Jonathan Gordon und seinen Kollegen von der Promote Medical Group in Schottland geleitet wurde, standen Traumata und Notfallbehandlungen auf dem Spielfeld im Mittelpunkt. Eine Gruppe bestand aus Ärzten, die den Workshop zu Traumata und medizinischen Notfällen auf dem Spielfeld bereits einmal besucht und auf nationaler Ebene weitervermittelt hatten. Die zweite Gruppe bestand aus Ärzten, die den Workshop entweder noch nicht weitervermittelt hatten, oder neu bei Nationalverbänden eingestellten Ärzten, die den Workshop noch nie besucht hatten.

Die erste Gruppe konzentrierte sich auf Aspekte der Weitervermittlung, während der Inhalt für die Teilnehmer der zweiten Gruppe stärker auf das Fachwissen ausgerichtet war. Die Ärzte der zweiten Gruppe wurden am letzten Tag zum Thema Weitervermittlung instruiert und erhielten so einen Einblick, wie ein Workshop auf nationaler Ebene am besten organisiert werden kann.

„Notfallkompetenzen sind für Fußballärzte entscheidend und Notfälle sind unter Zeitdruck in einem Stadion voller Kameras und mit so vielen Leuten, die jede Geste beobachten, extrem schwierig zu handhaben“, so Dr. Gordon. „Dank dem Workshop in Rom können Ärzte ihre Fertigkeiten regelmäßig anwenden und so in ihrem Vorgehen sicherer und systematischer werden.“

Der Vorsitzende der Medizinische Kommission der UEFA, Dr. Michel D’Hooghe, ist überzeugt vom Mehrwert des Fortbildungsprogramms für Fußballärzte, insbesondere, da es stetig weiterentwickelt wird. „Das FDEP ist ein hervorragendes Programm, das zur Erhöhung der Standards in Europa beiträgt. „Fußballärzte erhalten so alle zwei Jahre eine qualitativ hochstehende Weiterbildung in den Bereichen Traumata und medizinische Notfälle, und alle vier Jahre zu Verletzungsdiagnose und -behandlung sowie zu allgemeinen Themen wie Ernährung, Psychologie und Rehabilitationsstrukturen.“

Dr. John MacLean, Mitglied der Medizinischen Kommission der UEFA und Tutor bei früheren FDEP-Workshops, stimmt Dr. D’Hooghe zu: „Das Beste am Programm ist die Weitervermittlung, die es Absolventen ermöglicht, ihr Wissen auf nationaler Ebene zu verbreiten. Das bedeutet, dass wenn jeder Arzt mindestens zehn weitere Ärzte auf nationaler Ebene unterrichtet, würden wir über 500 Fußballärzte in ganz Europa weiterbilden.“

Die Teilnehmer der Veranstaltung in Rom waren sich alle einig darüber, dass sie nicht nur für ihren eigenen Beruf viel dazugelernt haben, sondern auch hinsichtlich der Weitervermittlung ihres Wissens an Ärzte und Experten in ihren Ländern.

„Dieser Kurs war ganz anders als bei früheren Ausgaben“, sagte Dr. Ecki Hermann aus Liechtenstein. „In den letzten Ausgaben haben wir viel gelernt über lebenserhaltende Maßnahmen und Notfallsituationen auf dem Spielfeld, die sich stark von meinem Alltag als Hausarzt unterscheiden. Beim diesjährigen Workshop ging es insbesondere um die Vermittlungskompetenzen und wie die Informationen am besten auf nationaler Ebene weitergegeben werden können.“

„Das FDEP ist eine großartige Plattform für alle Fußballärzte in Europa“, fügte Dr. Tomislav Vlahović aus Kroatien hinzu. „Der Aspekt der Weitervermittlung war beim diesjährigen Kurs einzigartig – wir haben viele Tipps und Lehrmethoden für unsere Arbeit auf nationaler Ebene erhalten.“

„Das FDEP bietet eine perfekte Gelegenheit, um andere Fußballärzte zu treffen und mit ihnen Erfahrungen auf dem spezifischen Gebiet der Fußballmedizin auszutauschen“, so Dr. Daniel McKean aus Malta.

Im neuen Zyklus wird der Workshop zu Traumata und Notfallmedizin jedes zweite Jahr stattfinden, während die Workshops zu den beiden anderen Themen abwechslungsweise jedes zweite Jahr abgehalten werden.

Die UEFA arbeitet zurzeit an der Fertigstellung des Workshops zu Verletzungsdiagnose und -behandlung, der in der Saison 2019/20 organisiert werden soll. Zudem plant sie, die dreibändige Enzyklopädie der Fußballmedizin zu aktualisieren, die von renommierten Fußballmedizinern verfasst wurde und sich auf die im Rahmen des Fortbildungsprogramms für Fußballärzte verwendeten Kursunterlagen stützt. Die drei Bände sind bei Amazon und über die offizielle Website des Thieme-Verlags erhältlich.

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