Elektronische Zufallsauswahl von Spielern für Dopingkontrollen

Bei ihrem jüngsten jährlichen Seminar wurden die UEFA-Dopingkontrolleure darüber informiert, dass bei UEFA-Spielen ab der kommenden Spielzeit per elektronischem Zufallsprinzip entschieden wird, welche Spieler auf Doping getestet werden.

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Mit der elektronische Zufallsauswahl von Spielern für Dopingkontrollen kommt es in der kommenden Saison bei UEFA-Spielen zu einer Neuerung im Dopingkontrollverfahren. Das neue Verfahren wurde den 56 UEFA-Dopingkontrolleuren (DK) bei ihrem jährlichen Treffen in Nyon erläutert. Diese Tagung ist dazu bestimmt, die DK über die verschiedenen Aspekte ihrer zentralen Rolle im europäischen Fußball zu instruieren.

Die UEFA räumt dem Kampf gegen Doping im Fußball weiterhin hohe Priorität ein, und ihre Dopingkontrolleure entnehmen über sämtliche UEFA-Wettbewerbe verteilt jedes Jahr durchschnittlich 3 200 Proben.

Dopingkontrolleure bei der praktischen Prüfung.
Dopingkontrolleure bei der praktischen Prüfung.©UEFA

Zudem durchliefen die DK ihre jährliche Neubewertung und wurden neu akkreditiert. Mit diesem Vorgehen wird sichergestellt, dass alle bei UEFA-Wettbewerben durchgeführten Kontrollen den internationalen Standards der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) entsprechen, vollkommen einheitlich und von höchster Qualität sind.

Die Einführung der elektronischen Zufallsauswahl und Änderungen im Auswahlverfahren waren die zentralen Punkte auf der Tagesordnung in Nyon.
In der vergangenen Spielzeit waren für alle UEFA-Tests elektronische Dopingkontrollformulare eingeführt worden, wodurch das Probeentnahmeverfahren sowohl für die DK als auch für die Spieler verbessert wurde.

Im Rahmen des Seminars erklärte das UEFA-Antidoping-Team den DK, dass das System im Sinne eines umfassenden Konzepts für Dopingkontrollen weiterentwickelt wurde, mit der die zu testenden Spielerinnen und Spieler nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden können.

Für die meisten UEFA-Kontrollen wird ein intelligentes Testverfahren mit gezielten Tests angewendet. Kommt dieses Verfahren jedoch nicht zum Zug, werden künftig anhand des elektronischen Systems auf der Grundlage des vor dem Spiel eingereichten Spielblatts automatisch zwei Spieler jeder Mannschaft ausgewählt.

Die DK erfuhren, dass die neue Zufallsauswahl das Verfahren für sie und die Teams viel schneller und einfacher macht. Bei ihrer Arbeit müssen die DK effizient mit allen Beteiligten, von den freiwilligen Helfern bis zu den Spielern, kommunizieren. Das letztjährige Seminar hatte einen Kommunikations-Workshop beinhaltet, bei dem verschiedene Arten der Kommunikation vorgestellt wurden.

Beim jüngsten Seminar entwickelten die Mitglieder des UEFA-Antidoping-Teams dieses Konzept weiter und erklärten den DK, wie die Begleitpersonen und die Mannschaftvertreter am besten instruiert und junge Spielerinnen und Spieler im Rahmen des Dopingkontrollverfahrens unterstützt werden sollen.
Sie erläuterten, wie wichtig es ist, dass die DK bei ihren Briefings der Erfahrung der Spielerinnen und Spieler Rechnung tragen, insbesondere wenn diese zum ersten Mal getestet werden, und möglicherweise durch das ganze Dopingkontrollverfahren hindurch angeleitet werden müssen, damit sie genau verstehen, was sie zu tun haben.

Dr. Hans Geyer, Leiter des von der WADA akkreditierten Dopingkontrolllabors in Köln, wurde ebenfalls nach Nyon eingeladen, um die jüngsten wissenschaftlichen Entwicklungen zu präsentieren und auf mögliche Risiken für Spieler im Zusammenhang mit Nahrungsergänzungsmitteln, verunreinigtem Fleisch, chinesischer Medizin und Koka-Tee hinzuweisen.
Die DK wurden nicht nur über verfahrenstechnische Neuerungen und wissenschaftliche Fortschritte unterrichtet, sondern mussten auch schriftliche und praktische Prüfungen absolvieren. Im Rahmen der praktischen Prüfungen wurde getestet, wie sie mit unerwarteten Situationen umgehen und wie sie unter Druck bei einer Probeentnahme bei einem schwierigen Spieler reagieren. Das jährliche Seminar dient dazu, die DK formell neu zu akkreditieren, weshalb sichergestellt werden muss, dass sie die UEFA-Verfahren und die WADA-Standards genau verstanden haben und dazu in der Lage sind, eine Probeentnahme reibungslos durchzuführen.

 

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