Die UEFA stellt Schulen in den Mittelpunkt ihrer Breitenfußball-Pläne

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin hat in Slowenien den Startschuss zum UEFA-Schulfußball-Programm gegeben, für das EUR 11 Millionen vorgesehen sind.

UEFA-Vertreter beim Gruppenfoto mit den Kindern des UEFA-Schulfußball-Festivals in Ljubljana.
UEFA-Vertreter beim Gruppenfoto mit den Kindern des UEFA-Schulfußball-Festivals in Ljubljana. ©UEFA.com

Kinder zum Fußballspielen zu bewegen und ihnen Spaß daran zu vermitteln, ist ein zentraler Bestandteil der Vision der UEFA, der mit dem neuen Schulfußball-Programm des europäischen Dachverbands maßgeblich vorangetrieben werden soll.

Über die nächsten vier Jahre wird die UEFA im Rahmen ihres HatTrick-Unterstützungsprogramms EUR 44 Millionen in den Breitenfußball in ganz Europa investieren. Davon werden EUR 11 Mio. für den Auf- bzw. Ausbau von Schulfußballangeboten verwendet werden.

Anlässlich der Auftaktveranstaltung zu diesem ambitionierten Breitenfußballprogramm in Form eines eigens dafür organisierten Festivals im slowenischen Ljubljana am Dienstag erklärte UEFA-Präsident Aleksander Čeferin, dass sowohl der UEFA als auch den Schulen eine wichtige Rolle dabei zukomme, Kinder zu körperliche Betätigung zu bewegen.

„Wenn ich als Kind draußen Fußball gespielt habe, dann mussten unsere Eltern uns ermahnen, damit wir nach Hause gingen“, erinnerte Čeferin sich. „Heutzutage müssen wir unsere Kinder ermahnen, damit sie das Haus verlassen und draußen spielen! Das ist ein echtes Problem – sie sitzen vor ihrem Handy oder spielen am Computer. Wir können das nicht völlig ändern, aber wir müssen versuchen, etwas dagegen zu tun.“

Bei der Auftaktveranstaltung in der slowenischen Hauptstadt traten auf dem Platz der Republik sechs gemischte Mannschaften aus zwei slowenischen Schulen und je einer aus den Nachbarländern Italien, Kroatien, Österreich und Ungarn gegeneinander an. Die Spielerinnen und Spieler wurden auch hinsichtlich ihrer Nationalitäten gemischt und spielten ohne aktives Coaching durch die Lehrer und ohne Schiedsrichter, um eine echte Atmosphäre von internationaler Freundschaft, Vielfalt, Respekt und Teamgeist zu schaffen.

Luís Figo, Nadine Kessler, Aleksander Čeferin, Milenko Ačimovič und Florent Malouda
Luís Figo, Nadine Kessler, Aleksander Čeferin, Milenko Ačimovič und Florent Malouda©UEFA.com

Nach der Eröffnung des Festivals in seiner Heimatstadt mischte der UEFA-Präsident anschließend in der ersten Partie des Turniers auch aktiv mit – ebenso wie Luís Figo, Nadine Keßler, Milenko Ačimovič und Florent Malouda. Die für eine Sitzung angereisten UEFA-Exekutivkomiteemitglieder verfolgten ebenfalls das Geschehen auf dem Platz.

UEFA-Schulfußball-Programm

Das UEFA-Schulfußball-Programm wurde vom UEFA-Exekutivkomitee für den Zeitraum 2020-24 genehmigt und steht allen 55 UEFA-Mitgliedsverbänden offen. Vorausgegangen ist ein erfolgreiches Pilotprojekt mit sechs Verbänden (Albanien, Aserbaidschan, Georgien, Nordirland, Nordmazedonien und Russland), das seit 2017 läuft.

Das Programm ist als Ergänzung zur UEFA-Breitenfußball-Charta gedacht, in der auf die Bedeutung der Einführung von Breitenfußball-Programmen unter Einbeziehung von Schulen verwiesen wird. Als Fußball-Dachverband hat die UEFA eine soziale Verantwortung, die darin besteht sicherzustellen, dass alle überall die Möglichkeit haben, in einem sicheren und kontrollierten Umfeld Fußball zu spielen.

Schulen sind ideale Partner, um allen Kindern, ungeachtet ihres Könnens, ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Zugehörigkeit und ihrer Religion die Gelegenheit zu bieten, in einem sicheren Umfeld Fußball spielen zu lernen. Darüber hinaus werden Schulen als bedeutsame Interessenträger angesehen, da viele Kinder erstmals in der Schule mit Fußball in Kontakt kommen. Es ist wichtig, dass diese erste Fußballerfahrung positiv ist, damit die Kinder auf den Geschmack kommen und möglicherweise einem Verein beitreten.

Der UEFA-Präsident mischte in Ljubljana auch auf dem Spielfeld mit.
Der UEFA-Präsident mischte in Ljubljana auch auf dem Spielfeld mit.©UEFA.com

Deshalb soll im Rahmen dieser Initiative eine effektive Kooperation zwischen den europäischen Nationalverbänden und den nationalen Bildungsbehörden des jeweiligen Landes aufgebaut werden.

Zu den zahlreichen Zielen des Programms gehören die Förderung von Fußball als gesellschaftlichem und pädagogischem Instrument, die Erhöhung der Anzahl registrierter Spielerinnen und Spieler durch die Schaffung von Verbindungen zwischen Vereinen und Schulen auf lokaler Ebene sowie die systematische Verankerung von Fußball im Sportunterricht. Ferner wird beabsichtigt, Trainer und Ehrenamtliche im Hinblick auf ein qualitativ hochwertiges Fußballtraining zu schulen und die Zahl der Trainer und insbesondere Trainerinnen zu erhöhen.

Die europäischen Verbände werden dazu ermuntert werden, sich dem UEFA-Schulfußball-Programm anzuschließen, und interessierte Verbände werden gebeten, einen Vier-Jahres-Projektplan zu erstellen, der sich mit den Zielen des Programms und der zugrundeliegenden Philosophie deckt.

Im Gegenzug wird die UEFA maßgeschneiderte Unterstützung durch Experten auf diesem Gebiet bereitstellen und bewährte Vorgehensweisen aus ganz Europa teilen. Jeder teilnehmende Verband kann in diesem Zusammenhang von der UEFA bis zu EUR 50 000 pro Jahr über das HatTrick-Programm erhalten.

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