Europas beste Elfmetertöter

Samir Handanovič hat in Italien sechs Strafstöße in Folge gehalten, und Diego Alves behielt in dieser Saison in Spanien schon dreimal gegenüber dem Schützen die Oberhand. UEFA.com über die besten Elfmeterkiller.

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UEFA.com über die Torhüter, gegen die man besser keinen Strafstoß schießen sollte.

Spanien: Diego Alves (Valencia CF)
Einen Elfmeter gegen Valencia zugesprochen zu kommen, löst längst nicht mehr pure Freude aus. Der brasilianische Torhüter Diego Alves hat seit 2007, als er zu UD Almería wechselte, von 39 Strafstößen in Spanien 19 gehalten. Er braucht noch zwei erfolgreiche Rettungstaten, um den nationalen Rekord von Andoni Zubizarreta, Ex-Schlussmann des FC Barcelona, zu erreichen. Zurzeit läuft es jedenfalls gut, denn in dieser Saison war er diesbezüglich schon dreimal erfolgreich. "Es ist großartig, dass Spieler Angst haben, gegen mich Elfmeter zu schießen", sagte Alves. "Ich versuche, solange wie möglich zu warten, ehe ich mich entschließe und säe so beim Schützen Zweifel. Und im Gegensatz dazu habe ich niemals irgendwelche Zweifel."

Italien: Samir Handanovič (FC Internazionale Milano)
Handanovič hat sechs Strafstöße in Folge in Pflichtspielen gehalten, bis er am Wochenende von US Sassuolo Calcios Domenico Berardi wieder einmal überwunden wurde. "Wenn ein Schütze sauber schießt, dann ist es unmöglich, den Ball zu halten. Aber wenn ich einen Elfmeter entschärfe, dann ist das Adrenalin pur", sagte er. Der 30-jährige slowenische Nationalspieler hat in Italien von 57 Elfmetern unfassbare 26 gehalten, darunter 20 in der Serie A. Damit liegt er nur noch vier gehaltene Schüsse von Gianluca Pagliuca entfernt, der auf diesem Gebiet in Italiens Oberhaus führend ist. "Intuition und Reflexe sind notwendig, um Strafstöße zu halten", sagte Pagliuca. "Handanovič ist ein großartiger Torwart, der noch jung ist, weshalb ich sicher bin, dass er meinen Rekord brechen wird."

Hielt für Bayern etliche Elfmeter: Jean-Marie Pfaff
Hielt für Bayern etliche Elfmeter: Jean-Marie Pfaff©Getty Images

Deutschland: Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)
 In der letzten Saison spielte sich Frankfurts Schlussmann Kevin Trapp auf Rang sechs der ewigen Elfmeter-Töter-Liste der Bundesliga – aktuell steht seine Bilanz bei sechs gehaltenen Elfmetern von 15 Versuchen. Zu 40,9 Prozent ging ein Strafstoß gegen Trapp also nicht ins Tor, bis zum Rekordhalter Jean Marie Pfaff, der auf 64,3 Prozent kommt, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Der ehemalige belgische Nationaltorwart hielt für den FC Bayern München einst neun von 14 Elfmetern. Trapp, der 24-jährige ehemalige Jugendnationalspieler, brachte es 2013/14 mit drei von sechs immerhin schon mal auf eine 50-Prozent-Quote und hat eine ganz einfache Technik parat: "Ich entscheide mich vorher für eine Ecke und dann ziehe ich mein Ding durch."

Niederlande: Kenneth Vermeer (Feyenoord)
Vom 26. Februar 2012 bis zum 27. März 2014 musste Vermeer für den AFC Ajax siebenmal ins Elfmeterduell, ohne einen Ball hineinzulassen: fünfmal in der Eredivisie, einmal in der UEFA Champions League und einmal im niederländischen Pokal. "Es ist gut, wieder wichtig zu sein", sagte er über den gehaltenen Elfer im Pokal, als sich Ajax im Halbfinale gegen AZ Alkmaar durchsetzte. "Aber wir haben das alle zusammen geschafft." Der beste Elfmeterkiller der Niederlande zuvor war Hans van Breukelen, der 1988 im Finale des Pokals der europäischen Meistervereine im Elfmeterschießen den entscheidenden Ball hielt und somit dazu beitrug, dass der PSV Eindhoven den Titel holte. Und auch im Endspiel um die UEFA-Europameisterschaft im gleichen Jahr hielt er für Oranje einen Strafstoß - in der regulären Spielzeit.

Russland: Roman Berezovski (FC Dinamo Moskva)
Der armenische Nationalspieler hat im Laufe seiner Karriere 14 Elfmeter gehalten – das ist zugleich ein sowjetischer und ein armenischer Rekord. Fünf davon entschärfte er beim FC Zenit, wo der 40-Jährige einige erfolgreiche Saisons spielte. "Am wichtigsten ist es, nicht zu springen, bevor geschossen wird, sonst ist man hilflos", rät Berezovski. "Man muss im gleichen Moment springen, in dem der Ball geschossen wird. Dabei muss man dem Schützen in die Augen schauen und ihn mit Bewegungen austricksen." Im Mai 2012 hielt er gleich zwei Elfmeter in einer Partie: Bei der 0:1-Niederlage Armeniens gegen Griechenland.

England: Allan McGregor (Hull City AFC)
McGregor ist derzeit einer der Stars unter den Elfmeterkillern. Der schottische Nationalkeeper hat die letzten drei Strafstöße gehalten. Doch während die vielgereiste, ehemalige englische Nummer 1, David James, mit zwölf gehaltenen Elfmetern in der Premier League Rekordhalter ist, ist Paul Cooper wahrscheinlich der herausragende Mann. Der ehemalige Schlussmann von Ipswich Town FC hielt in der Saison 1979/80 von zehn geschossenen Elfmetern acht. Damals war es den Keepern noch nicht erlaubt, sich auf der Linie zu bewegen, ehe der Schuss abgefeuert wurde. Cooper hatte die Angewohnheit, seine Arme zu schlenkern und sich offebar mehr in eine Richtung zu orientieren, um den Schützen zu irritieren. "Ich erinnere mich, dass ich ihn nachgemacht habe", sagte James. "Es war eine bizarre Technik, aber es hat funktioniert."

Frankreich: Mickaël Landreau (zurückgetreten)
Landreaus Rücktritt im vergangenen Sommer hat in Frankreich bei den Elfmeterspezialisten eine Lücke hinterlassen. Er wurde bekannt als "Monsieur Penalty", nachdem er zwischen 2006 und 2009 sechs Elfmeter hielt. In seiner gesamten Karriere entschärfte der Schlussmann für seine ehemaligen Klubs FC Nantes, Paris-Saint-Germain, LOSC Lille und SC Bastia 39 Schüsse vom Punkt aus. Als er in Nantes spielte, provozierte er im Pokal Paris' Ronaldinho bei dessen Elfmeter, indem der Abstand zwischen ihm und dem linken Pfosten nur noch zwei Meter betrug. Der Brasilianer meinte, diese Lücke treffen zu müssen, aber Landreau hatte leichtes Spiel und hielt.

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