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Betonung der Einheit des europäischen Fußballs im neuen Benchmarking-Bericht

Mitglieder Medienmitteilungen

Die UEFA hat den 13. Bericht zur europäischen Klubfußballlandschaft – ihren jährlichen Benchmarking-Bericht zur Klublizenzierung im europäischen Fußball – veröffentlicht.

Betonung der Einheit des europäischen Fußballs im neuen Benchmarking-Bericht

Dieser Bericht bietet erneut den verbindlichsten, präzisesten und ausführlichsten Überblick über die finanzielle Situation im europäischen Fußball sowie zu Angelegenheiten rund um die Wettbewerbe und Spieler. Er liefert auch aktuelle Informationen zu den erdrutschartigen Auswirkungen des zweiten Jahres der Covid-19-Pandemie auf die Erstligaklubs.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin sagte in seinem Vorwort:

„Im Vorwort des letztjährigen Berichts hatte ich die Hoffnung geäußert, dass wir ein Stück grünen Rasen am Ende des dunklen Tunnels sehen würden – und das tun wir heute tatsächlich. Die Saison 2021/22 ist zur Hälfte abgeschlossen und die Zuschauerzahlen zeigen ein deutliches Bild der Erholung. Dies ist ein wichtiger Indikator für den Zustand der Klubs, und dieser Anstieg konnte dank großer Anstrengungen bei der Spielorganisation und der Entwicklung wirksamer Schutzmaßnahmen in ganz Europa erreicht werden.“

Den Bericht zur europäischen Klubfußballlandschaft ansehen

Zu den schonungslosesten Ergebnissen des Berichts gehört die Tatsache, dass der Großteil der Einnahmeausfälle (EUR 4,4 Mrd. oder mehr) von Ausfällen bei Ticketverkäufen stammt, da diese Einnahmequelle im Finanzjahr 2020/21 aufgrund leerer Ränge infolge der Hygienebestimmungen fast vollständig zum Erliegen kam (Rückgang von 88 %). Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern machten im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie (16 %) nur knapp 2 % der Klubeinnahmen in Europa aus.

Selbstverständlich hatten die Einnahmeausfälle aus Ticketverkäufen einen erheblichen Einfluss auf die Klubfinanzen. Im Bericht wird aufgezeigt, dass die Auswirkungen der Pandemie auf die Einnahmen der Klubs in den Spielzeiten 2019/20 und 2020/21 insgesamt schätzungsweise EUR 7 Mrd. ausmachen werden.

Aber es wird auch deutlich, dass zwei wesentliche Einnahmequellen stark bleiben. Die Einnahmen aus TV-Rechten 2021 können wieder als gesund bezeichnet werden, nachdem 2020 von Entschädigungen und Strafzahlungen geprägt war. Ferner verzeichnet der neue Rechtezyklus der UEFA-Klubwettbewerbe (2021/22-2023/24) weiteres Wachstum bei den Einnahmen für Klubs aus den Übertragungsrechten.

EUR 1 Mrd. für die Nachwuchsförderung

Das Preisgeld wird auf über EUR 2,7 Mrd. jährlich steigen und an die 96 an den drei Klubwettbewerben teilnehmenden Klubs ausgeschüttet. Solidaritätszahlungen für die Nachwuchsförderung an Vereine, die sich nicht für UEFA-Wettbewerbe qualifizieren, steigen voraussichtlich um mehr als 60 %. Seit Beginn der UEFA Champions League wurde über EUR 1 Mrd. an über 1 500 Klubs und Akademien in Europa für die Nachwuchsförderung ausgeschüttet.

Es wird auch gezeigt, dass Spieler unter 24 Jahren 55 % der gesamten wertmäßigen Transferausgaben in den 20 größten europäischen Transfermärkten ausmachten, verglichen mit einem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 47 %. Daraus lässt sich schließen, dass die Klubs angesichts des Wiederverkaufspotenzials vermehrt auf jüngere Spieler setzen.

Frauen im Fokus

Der Bericht enthält auch ein eigenes, ausführliches Kapitel zum Wachstum und Status des Frauenfußballs in Europa. Es wird aufgezeigt, dass ein wichtiger Faktor, der zur fortschreitenden Kommerzialisierung des Frauenfußballs beiträgt, die zunehmende Sichtbarkeit dank der Übertragung von Spielen ist. Insgesamt verfügen 20 der 42 europäischen Topligen über strukturierte nationale Broadcasting-Verträge mit einer Reihe von Medienplattformen.

Ferner enthält der Bericht auch ein Kapitel zu den Spielern. Zu den reichhaltigen Informationen gehört auch, dass in den „Big 5“-Ligen die Klubs der italienischen Serie A in der nationalen Meisterschaft 2020/21 durchschnittlich am meisten Spieler einsetzten, nämlich 30,9, vier mehr als die Klubs der Premier League. Von allen Vereinen der „Big 5“-Ligen kamen bei OSC Lille die wenigsten Spieler (21) zum Einsatz; nur beim schwedischen Klub Halmstads BK waren es noch weniger (20). Im Gegensatz dazu setzte Schalke 04 von den Klubs der „Big 5“-Ligen am meisten Spieler (42) ein, während beim russischen Klub FK Tambow über die gesamte Meisterschaft hinweg die Rekordzahl von 50 Spielern im Einsatz stand. Im Bericht werden auch die erwarteten Auswirkungen der neuen FIFA-Regeln zu Ausleihen auf die europäischen Klubs simuliert.

Mit Blick auf die Zukunft sagte Aleksander Čeferin:

„Eine Lehre, die wir aus den letzten zwei Jahren ziehen können, ist, dass der europäische Fußball nur durch Solidarität und Zusammenarbeit existenziell bedrohliche Herausforderungen wie die Pandemie bewältigen kann. Diese Lehre ist auch aus dem Projekt der sogenannten ,European Super League‘ zu ziehen. Das eigennützige Handeln einiger weniger, falsch beratener Personen ist letztlich an der Einheit aller im europäischen Fußball – Fans, Klubs, Spieler und Nationalverbände – gescheitert.

In diesem Bericht werden Einzelheiten zu den Herausforderungen, die nach der Pandemie auf uns warten, schonungslos beschrieben, aber auch die beeindruckende Robustheit und Widerstandsfähigkeit des europäischen Fußballs mit seinem Ansatz der Einheit aufgezeigt. Letztendlich wird uns die Pandemie nur stärker machen. Die Covid-19-Pandemie hat auch unterstrichen, wie sehr der Fußball Teil des gesellschaftlichen Lebens in Europa ist. Fußball war für viele ein echter Rettungsanker. Ich werde keine gewagten Prognosen für das kommende Jahr abgeben, und möchte nur sagen, dass der europäische Fußball unabhängig davon, ob die Pandemie andauert oder nicht, 2022 stark, solide und geeint bleiben wird.“

Benchmarking-Bericht (hohe Auflösung)

Benchmarking-Bericht (niedrige Auflösung)