Kopenhagen: Eine Stadt zum feiern

Kaum eine Stadt in Europa ist beliebter als Kopenhagen. Im nächsten Sommer dürfte sie für Besucher aller Couleur besonders reizvoll sein – und zweifelsohne Erinnerungen an den größten Erfolg des dänischen Fußballs wecken.

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John Jensen. Kim Vilfort. Peter Schmeichel. Namen, die einem auf der Zunge zergehen. Namen, die untrennbar mit dem Höhepunkt der dänischen Fußballgeschichte verknüpft sind. Eigentlich hatte sich Dänemark gar nicht für die EURO ’92 qualifiziert – und gewann trotzdem. Nun macht das Turnier, das in der nationalen Fußballkultur fest verankert ist, Station in Kopenhagen.

Jesper Møller Christensen, DBU Präsident
Jesper Møller Christensen, DBU Präsident©DBU

Den Präsidenten des Dänischen Fußballverbands (DBU), Jesper Møller Christensen, erfüllt es mit großem Stolz, das „seine“ Hauptstadt bei der EURO 2020 eine wichtige Rolle spielen wird. „Der dänische Fußball kann Teil von etwas ganz Großem werden – das ist fantastisch“, so Møller. Für ihn bringt das Mitwirken Kopenhagens kurz- wie langfristig viele Vorteile. „Die Chance, EM-Gastgeber zu sein, wollten wir unbedingt nutzen. Auf Dauer wird der dänische Fußball auf allen Ebenen profitieren: im Elite- wie im Breitenfußball. Zudem werden alle dänischen und ausländischen Fans ein unvergessliches Fußballfest erleben. Dessen Wirkung wird in ganz Dänemark zu spüren sein, also weit über die Stadtgrenzen Kopenhagens hinaus.“ 

Im Mittelpunkt des Geschehens
Der DBU-Präsident ist begeistert. Zum einen wird Kopenhagen als eine von zwölf Städten Spiele der EURO 2020 ausrichten. Zum anderen wartet das Turnier im nächsten Jahr mit einer einmaligen Formel auf. „Es ist toll, dass die EM-Spiele in vielen verschiedenen Ländern und Städten ausgetragen werden, mitunter auch in Kopenhagen. Die UEFA zeigt sich weltoffen und innovativ – sie verteilt die Gastgeberpflichten auf mehrere Nationen. Wir sind froh und stolz zugleich, eine der Städte zu sein, die das Fußballfest zum 60-jährigen Jubiläum der Fußball-Europameisterschaft organisieren dürfen.“

Für das große Fest ist die dänische Hauptstadt bestens gerüstet. Ein Fußballdorf am Ofelia Plads und die Fanmeile werden die verschiedenen bestehenden Sehenswürdigkeiten der Stadt perfekt ergänzen; einer Stadt, die bei Touristen aus aller Welt zu den beliebtesten Reisezielen zählt. „Schon mehrmals wurde Kopenhagen zur Stadt mit der besten Lebensqualität gewählt. Touristen können sie ohne Weiteres mehrmals besuchen. Und – es kommt ja nicht von ungefähr, dass die Dänen seit Jahren zu den zufriedensten Menschen weltweit gehören“, fügt Jesper Møller Christensen hinzu. „Das Fußballfest in der Stadt und das Ofelia Village, das pro Tag bis zu 12 000 Besucher aufnehmen kann, werden zeigen, dass Kopenhagen auch eine nachhaltige Hauptstadt ist: mit Booten, Fahrrädern, Hafenbussen. Und einem Hafen, der so sauber ist, dass man bedenkenlos darin schwimmen kann.“

Langweilig wird es Besuchern in Kopenhagen nie. Sie können auf der belebten Strøget flanieren, der längsten Fußgängerzone Europas, oder sich auf dem Tivoli vergnügen, dem Vergnügungspark mitten im Stadtzentrum. „Kopenhagen empfängt jeden mit offenen Armen“, erklärt Jesper Møller Christensen, der 2014 zum DBU-Präsidenten gewählt wurde. „Einen ganzen Monat lang werden wir gemeinsam Fußball zelebrieren. Kopenhagen ist für jedermann gut zugänglich, und das Fahrrad gehört fest zur städtischen Kultur und Infrastruktur. Alles lässt sich mit dem Fahrrad erreichen: das Stadion, die Fanzone, sämtliche attraktiven Stadtteile von Kopenhagen – ganz zu schweigen von der kulinarischen Szene, die man sich keinesfalls entgehen lassen darf. Kurz: Die Stadt hat enorm viel zu bieten.“

Sommer 1992 – da war doch was?
Geografisch liegt Kopenhagen optimal. Mit dem Bau der Öresundbrücke ist die Stadt seit 1999 mit Schweden verbunden und somit auch von Malmö aus problemlos zu erreichen. In ebendieser Stadt, auf der anderen Seite der Meerenge, feierte Dänemark sieben Jahre zuvor einen historischen Sieg gegen Frankreich. Das war quasi die Initialzündung zu der letztlich so erfolg- und ruhmreichen Endrunde. Jetzt, fast drei Jahrzehnte später, kehren zwei der damaligen Helden zurück und übernehmen beim Finalturnier 2020 eine führende Rolle.

Brian Laudrup und Peter Schmeichel werden die Botschafter des nächstjährigen Turniers sein. Der DBU-Präsident ist begeistert, dass die beiden zugesagt haben. „Dänemark und die Dänen sind stolz auf ihre Fußballgeschichte. Die schönsten Erinnerungen weckt natürlich die EURO ’92“, so Jesper Møller Christensen. „Dass sich die Stars von damals bereit erklärt haben, Dänemark zu vertreten, macht uns natürlich sehr stolz. Von den Stars des dänischen Fußballs bis hin zu den Kindern, die den Sport eben erst für sich entdecken – alle werden sie mitmachen bei einer Sportveranstaltung, die hoffentlich in die Geschichte eingehen wird als die größte, die je auf dänischem Boden ausgetragen wurde.“

Parken Stadium (Kopenhagen)
Parken Stadium (Kopenhagen)©Getty Images

Laut Jesper Møller Christensen winkt Dänemark die einmalige Chance, die Zukunft des Sports im Land nachhaltig zu sichern. „Der dänische Fußball kann die wichtigen Beziehungen, die im Vorfeld der EM-Endrunde aufgebaut wurden, weiter festigen. Diese Situation müssen wir nutzen. Nur so können wir die großartige Arbeit weiter fördern, die tagtäglich von den Vereinen in ganz Dänemark auf und neben dem Platz geleistet wird.“

Um das sicherzustellen, muss die Organisation im nächsten Sommer reibungslos klappen. Kopenhagen werde das mit Bravour und auf die ihr eigene Art meistern, davon ist Jesper Møller Christensen fest überzeugt. „Fußball verbindet. Als Land und als Hauptstadt wollen wir die bestmöglichen Gastgeber sein: für Fußballfans, für Kulturinteressierte, für Touristen. Und alle sollen sich zugehörig fühlen, als Teil eines wundervollen Fußballfests.“

Kopenhagen
Kopenhagen ist eine grüne, saubere und ausgesprochen trendige, moderne Stadt, die nicht selten als einer der lebenswertesten Orte auf der Welt beschrieben wird. Die fahrradfreundliche dänische Hauptstadt ist über die Øresund-Brücke mit Schweden verbunden und gilt als lebendiges Zentrum skandinavischer Kultur. Außerdem ist sie für ihre Designer und zahlreiche vom Guide Michelin ausgezeichnete Restaurants bekannt. Der Hafen, der Botanische Garten und die weltbekannte Statue der Kleinen Meerjungfrau locken viele Besucher an, während in fußballerischer Hinsicht der FC Kopenhagen den Ton angibt. Das Stadion des Lokalmatadors ist auch einer der Austragungsorte der UEFA EURO 2020. Bereits 1994 wurde in diesem Stadion der Europapokal der Pokalsieger entschieden, sechs Jahre später dann auch der UEFA-Pokal. Während der FC Arsenal das erstgenannte Endspiel gegen Parma Calcio für sich entscheiden konnte, musste er sich im Jahr 2000 an selber Stelle gegen Galatasaray Istanbul nach Elfmeterschießen geschlagen geben.

Parken Stadium
Kapazität: 38 000

Spiele
15. Juni: Spiel der Gruppe B
18. Juni: Spiel der Gruppe B
22. Juni: Spiel der Gruppe B
29. Juni: Achtelfinale

Dieser Artikel stammt ursprünglich aus UEFA Direct Nr. 187

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