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Abschaffung der Auswärtstorregel in allen UEFA-Klubwettbewerben

Entscheidung nach umfassendem Konsultationsverfahren mit allen Beteiligten im Fußball

Auf Grundlage der Empfehlung der UEFA-Kommission für Klubwettbewerbe und der UEFA-Kommission für Frauenfußball hat das UEFA-Exekutivkomitee heute den Vorschlag genehmigt, die sogenannte Auswärtstorregel in allen UEFA-Klubwettbewerben (Männer, Frauen, Junioren) ab der Qualifikationsphase der Wettbewerbsausgabe 2021/22 abzuschaffen.

Die Auswärtstorregel wurde angewendet, um den Sieger einer in Hin- und Rückspiel ausgetragenen K.-o.-Paarung zu bestimmen für den Fall, dass beide Mannschaften in beiden Spielen jeweils gleich viele Tore erzielt haben. In einem solchen Fall wurde die Mannschaft zum Sieger bestimmt, die mehr Auswärtstore erzielt hat; diese war somit für die nächste Runde des Wettbewerbs qualifiziert. Hatten beide Mannschaften am Ende der regulären Spielzeit des Rückspiels gleich viele Tore zu Hause und auswärts erzielt, wurde eine Verlängerung ausgetragen, gefolgt von einem Elfmeterschießen, falls kein Treffer erzielt wurde.

Mit der Entscheidung, diese Regel abzuschaffen, werden Paarungen, in denen die beiden Mannschaften in beiden Partien gleich viele Tore erzielen, nicht auf Grundlage der Anzahl auswärts erzielter Tore entschieden, sondern das Rückspiel wird um zweimal 15 Minuten verlängert. Sollten die Mannschaften in der Verlängerung gleich viele Tore bzw. keine Tore erzielen, wird die Mannschaft, die sich für die nächste Runde des Wettbewerbs qualifiziert, durch Elfmeterschießen ermittelt.

Da auswärts erzielten Toren nunmehr kein zusätzliches Gewicht beikommt, um eine Paarung zu entscheiden, werden sie auch aus den auf die Spiele der betreffenden Mannschaften anzuwendenden Kriterien zur Bestimmung der Platzierung gestrichen, wenn in der Gruppenphase zwei oder mehr Mannschaften dieselbe Punktzahl aufweisen. Die Auswärtstore werden hingegen nicht aus den zusätzlichen, auf alle Gruppenspiele anzuwendenden Kriterien gestrichen, wenn die Mannschaften dieselbe Punktzahl aufweisen (größere Anzahl erzielter Auswärtstore aus allen Gruppenspielen), um eine größtmögliche Anzahl an sportlichen Kriterien zu bewahren.

Statistiken seit Mitte der 1970er-Jahre bis heute zeigen einen klaren Trend einer anhaltenden Verringerung des Unterschieds beim Anteil von Heim- bzw. Auswärtssiegen (von 61 %/19 % auf 47 %/30 %) sowie des Unterschieds bei den durchschnittlich erzielten Toren pro Heim-/Auswärtsspiel (von 2,02/0,95 auf 1,58/1,15) in den Männerwettbewerben, während seit 2009/10 die Anzahl der durchschnittlich erzielten Tore pro Spiel in der UEFA Women’s Champions League mit 1,92 für die Heimmannschaften und 1,6 für die Auswärtsteams sehr stabil geblieben ist.

Es kommen viele verschiedene Faktoren in Frage, die gegebenenfalls einen Einfluss auf den rückläufigen Heimvorteil haben. Bessere Platzqualität und standardisierte Spielfeldgrößen, verbesserte Stadioninfrastruktur, höhere Sicherheitsvorkehrungen, verbesserte Schiedsrichterstandards (zuletzt mit der Einführung technologischer Hilfsmittel wie Torlinientechnologie und Video-Schiedsrichterassistenten), eine umfassendere und anspruchsvollere TV-Spielberichterstattung, komfortablere Reisebedingungen, ein enger, den Kaderumschlag diktierender Spielkalender sowie Änderungen am Wettbewerbsformat gehören zu den Elementen, welche die Art, Fußball zu spielen, beeinflusst und die Grenzen zwischen Heim- und Auswärtsspielen verwischt haben.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin kommentierte die Abschaffung der Auswärtstorregel wie folgt: „Die Auswärtstorregel war seit ihrer Einführung 1965 ein fester Bestandteil der UEFA-Wettbewerbe. Ihre Abschaffung wurde in den vergangenen Jahren bereits bei verschiedenen UEFA-Treffen diskutiert. Obwohl es keine einhellige Meinung gibt, haben viele Trainer, Fans und andere Interessenträger im Fußball ihre Fairness in Frage gestellt und sich für die Abschaffung dieser Regel ausgesprochen.“

Aleksander Čeferin fügte hinzu: „Die Auswirkungen dieser Regel widersprechen mittlerweile ihrem ursprünglichen Zweck, da sie die Heimmannschaften – vor allem bei Hinspielen – mittlerweile davon abhält, anzugreifen aus Angst, ein Gegentor zu kassieren, das der gegnerischen Mannschaft einen entscheidenden Vorteil verschafft. Auch die Fairness wird in Frage gestellt, vor allem in der Verlängerung, da die Heimmannschaft zwei Treffer erzielen muss, wenn das Auswärtsteam einmal getroffen hat.“

„Es lässt sich durchaus sagen, dass der Heimvorteil heutzutage nicht mehr so entscheidend ist wie früher“, erklärte der UEFA-Präsident abschließend. „Unter Berücksichtigung der konsistenten Spielweisen in ganz Europa und vieler anderer Faktoren, die zu einem rückläufigen Heimvorteil geführt haben, hat das UEFA-Exekutivkomitee mit seinem Standpunkt, dass einem Auswärtstor kein stärkeres Gewicht mehr beikommen sollte als einem zu Hause erzielten Treffer, die richtige Entscheidung getroffen.“

Die neuesten Fassungen aller UEFA-Klubwettbewerbsreglemente sind hier zugänglich.