Robbie Keane – vom Stürmer zum Trainer

Robbie Keane blickt auf eine herausragende Karriere als torgefährlicher Stürmer in der englischen Premier League und der irischen Nationalmannschaft zurück und erzählt uns, dass er nun als Trainer ähnliche Erfolge anstrebt.

Robbie Keane bei seinem Vortrag im Rahmen des UEFA-Austauschprogramms für UEFA-Pro-Lizenz-Anwärterinnen und -Anwärter.
Robbie Keane bei seinem Vortrag im Rahmen des UEFA-Austauschprogramms für UEFA-Pro-Lizenz-Anwärterinnen und -Anwärter. ©UEFA

Mit demselben Tempo, mit dem Robbie Keane die Verteidiger in der englischen Premier League und bei Länderspielen oft im Regen stehen ließ, startete er 2018 – nur kurz nachdem er seine Schuhe nach 21 Spielzeiten als Profifußballer an den Nagel gehängt hatte – seine Trainerkarriere.

Für den heutigen Assistenztrainer des FC Middlesbrough und der irischen Nationalmannschaft war dies jedoch keine spontane Entscheidung. Der irische Rekordtorschütze und profunde Fußballkenner hat während sechs Jahren vor seinem ersten Einsatz an der Seitenlinie verschiedene UEFA-Trainerlizenzen erworben.

Robbie Keane bei einem Vortrag im Rahmen des Kurses.
Robbie Keane bei einem Vortrag im Rahmen des Kurses.©UEFA

Der Übergang vom Spieler zum Trainer, die Kunst des Toreschießens und die verschiedenen Herausforderungen des Coachings auf Vereins- und Nationalmannschaftsebene gehörten zu den Themen, die Robbie Keane in seinem Vortrag im Rahmen des UEFA-Austauschprogramms für UEFA-Pro-Lizenz-Anwärterinnen und -Anwärter in Nyon behandelte. 

Im Interview mit UEFA.com sprach Robbie Keane, der in 146 Partien für die Republik Irland 68 Tore erzielt hatte, über seine Entscheidung, Trainer zu werden: „Als 21-jähriger Spieler denkt man nicht über das Coaching nach. Das ist normal – man ist zu jung und konzentriert sich einfach auf die Gegenwart und den Beginn seiner Karriere. Später macht man sich dann auf jeden Fall Gedanken darüber. Mit 30 Jahren fing ich an, mich intensiv damit zu befassen. Ich beobachtete, wie die Trainer mich behandelten, wie sie mit anderen Spielern umgingen und mit Leuten redeten, wie sie sich den Medien gegenüber verhielten und wie sie ihr Training gestalteten. Ich beobachtete sie stets genau, ohne dass sie sich dessen bewusst waren – es war also gewiss etwas, das ich schon länger ins Auge gefasst hatte.“

Eines von Keanes 68 Toren für die Republik Irland - hier gegen Gibraltar 2014.
Eines von Keanes 68 Toren für die Republik Irland - hier gegen Gibraltar 2014.©Getty Images

Zum Übergang vom Spieler zum Trainer fügte Robbie Keane hinzu: „Als Spieler lernt man, wie es in der Umkleidekabine zu geht. Man sammelt Erfahrungen im Umgang mit Fans und bei Auswärtsspielen – man weiß, wie es sich anfühlt, an einem Dienstagabend im Dezember von zu Hause wegzufahren. Man lernt den Umgang mit den Medien und versteht schon in etwa, wie es läuft. Man hat also bereits einen gewissen Vorsprung, was bestimmte Situationen betrifft. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man auf jeden Fall mindestens so gut ist wie ein Trainer, der selber nicht gespielt hat. Man hat einfach mehr Erfahrung darin, wie man mit anderen umgeht, mit ihnen spricht und sie respektiert.“ 

Robbie Keane, der unter anderem für Tottenham Hotspur, Liverpool und Leeds sowie für LA Galaxy in den Vereinigten Staaten gespielt hat, vertritt eine sehr engagierte Coaching-Philosophie und möchte seine Erfahrungen an die Spieler weitergeben. „Ich denke, dass zu wenig Wert auf kleine Details gelegt wird“, sagte er. „Jeder kann eine Trainingseinheit leiten. Das haben wir alle schon gemacht; ich habe 20 Jahre lang Trainingseinheiten geleitet. Und ich habe 20 Jahre lang an Trainingseinheiten teilgenommen – mit verschiedenen Trainern, die ihre Einheiten unterschiedlich gestalteten und unterschiedliche Vorstellung davon hatten, wie sie die Dinge tun wollten. Doch ein entscheidender Faktor sind die kleinen Details. Wenn ein Spieler ein solches Detail aus einer Trainingseinheit mitnehmen kann, das ihm hilft, sich als Spieler zu verbessern oder dank dem er einen Wissensvorsprung für das nächste Spiel hat, sind wir bereits erfolgreich.“

Zu den anderen Referenten beim UEFA-Kurs gehörten der nordirische Nationaltrainer Michael O’Neill, der ehemalige Präsident des FC Basel, Bernhard Heusler, sowie Sergio Lara-Bercial, Dozent in Sportcoaching an der Leeds Beckett University, und Josh Hershman, geschäftsführender Direktor von Ten Toes Media.

Bei den Diskussionen ging es insbesondere um wichtige Themen aus der letzten Saison der UEFA Champions League, die auch im neu erschienenen Technischen Bericht zur UEFA Champions League 2018/19 behandelt werden. Die technischen Berichte der UEFA geben einen wichtigen Einblick in die technische und taktische Entwicklung des europäischen Fußballs. Sie können nunmehr gebündelt auf einer eigenen UEFA-Website aufgerufen werden – www.uefatechnicalreports.com.

Oben