Jury wählt Forschungsprojekte für 2018/19

In dieser Saison wurden im Rahmen des UEFA-Forschungsstipendien-Programms sieben Stipendien vergeben; die Forschungsarbeiten liefern dem europäischen Fußball neue Erkenntnisse.

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Die Jury des UEFA-Forschungsstipendien-Programms hat die Forschungsprojekte ausgewählt, die in der Saison 2018/19 ein Stipendium erhalten werden. Das Programm zur Unterstützung akademischer Arbeiten von Doktoranden und promovierten Wissenschaftlern, die sich im Rahmen ihrer Forschungsdisziplin mit dem europäischen Fußball befassen, wird in dieser Saison bereits zum neunten Mal durchgeführt.

Anhand der Ergebnisse der von der UEFA finanzierten Projekte soll der europäische Fußball sachkundigere Entscheidungen treffen können, während die UEFA und ihre Mitgliedsverbände in die Lage versetzt werden sollen, ihre Aktivitäten und Projekte zu verbessern.

In diesem Jahr hat die UEFA 55 Projektvorschläge erhalten, die für und in Zusammenarbeit mit 26 Mitgliedsverbänden entwickelt wurden – ein eindeutiges Zeichen für das umfassende Interesse der Verbände an entsprechender wissenschaftlicher Forschung. Nachdem alle 55 Vorschläge die erste Bewertungsphase überstanden haben, hat die Jury nach eingehender Untersuchung die folgenden sieben Projekte ausgewählt:

Evaluation von „Good Hosting“ – Eine Überprüfung von Umsetzung und Wirkung in der Swiss Football League, von Alain Brechbühl, Universität Bern, Schweiz. Projektunterstützung durch den Schweizerischen Fußballverband.

Orientierung von Spielern nach dem Ende der Fußballkarriere zum Schutz des Wohlbefindens: eine Studie zur beruflichen Identität (Player transition out of football to protect well being: a career identity study), von Gavin Breslin, Ulster University, Nordirland. Projektunterstützung durch den Nordirischen Fußballverband.

Quantifizierung des Energieverbrauchs bei Elitejuniorenfußballern: Auswirkungen auf bevölkerungsspezifische Ernährungsrichtlinien (Quantification of energy expenditure in elite youth football players: implications for population-specific sports nutrition guidelines), von James Morton, Liverpool John Moores University, England. Projektunterstützung durch den Englischen Fußballverband.

Warum geben (junge) Fußballschiedsrichter ihr Amt auf? Einblicke und Auswirkungen (Why do (young) football referees quit officiating? Insights and implications), von Paul Potrac, Northumbria University, England. Projektunterstützung durch den Englischen Fußballverband.

Auswirkungen von Schlaf auf Gesundheit und sportliche Leistungen jugendlicher Fußballer (Impact of sleep in young football player’s health and sport performance), von Gil Rodas, Universität Ramon Llull, Spanien. Projektunterstützung durch den Spanischen Fußballverband.

Reifeabhängiges „Bio-Banding“ als Instrument zur kontinuierlichen Talentsichtung von Akademiefußballern anhand eines multidisziplinären Ansatzes (Maturity-status ‘bio-banding’ as a tool for ongoing talent (de)selection of academy soccer players using a multi-disciplinary approach), von Christopher Towlson, University of Hull, England. Projektunterstützung durch den Schottischen Fußballverband.

Warum investieren professionelle Männerfußballvereine in den Frauenfußball? Eine Analyse der Bestimmungsfaktoren für die Integration von Frauenfußballvereinen (Why do professional men’s football clubs invest in women’s football? An analysis of the determinants underlying integration of women’s football clubs), von Maurizio Valenti, University of Stirling, Schottland. Projektunterstützung durch den Italienischen Fußballverband.

Diese sieben Forscher werden in den kommenden neun Monaten mit den entsprechenden Nationalverbänden zusammenarbeiten, bevor sie ihre Ergebnisse im nächsten Jahr der UEFA präsentieren.

„Die Jury ist sehr zufrieden mit den Forschungsprojekten, die sie für diesen neuen Programmzyklus ausgewählt hat. Allerdings war es aufgrund der großen Anzahl an qualitativ hochwertigen und vielfältigen Vorschlägen, die das wachsende Interesse der UEFA-Mitgliedsverbände an einem Umgang mit strategischen Angelegenheiten in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Experten zeigen, nicht leicht, eine Auswahl zu treffen. Die Jury ist zuversichtlich, dass diese Forschungsprojekte nützliche Einblicke mit der Ziel der Unterstützung der Mitgliedsverbände und vieler anderer Interessenträger im europäischen Fußball bieten werden“, sagte der Jury-Vorsitzende Michel D’Hooghe.

Derweil präsentierten die Stipendiaten der Saison 2017/18 der Jury ihre abschließenden Forschungsergebnisse zu folgenden Themen:

Unterstützung des global agierenden Fußballtrainers durch kulturübergreifende Ausbildung (Supporting the football global coach through cross-cultural training), von Mario Borges, London South Bank University, England. Projektunterstützung durch den Portugiesischen Fußballverband.

Akute Nicht-Kontaktverletzungen bei europäischen Elitefußballern nach Paralleltraining (Scheduling of concurrent training preceding acute non-contact injuries in elite European football players), von Kevin Enright, Liverpool John Moores University, England. Projektunterstützung durch den Englischen Fußballverband.

Klubs, Ligen, Länder – der Einfluss der Afrikameisterschaft auf den europäischen Profifußball (A tale of clubs, leagues and countries: the impact of the Africa Cup of Nations on European professional football), von Levi Pérez, Universität Oviedo, Spanien. Projektunterstützung durch den Spanischen Fußballverband.

Arbeitspraxis und Arbeitsumfeld von Schiedsrichtern im transnationalen Vergleich (The working practices and operational environments of referees from a transnational comparative perspective), von Tom Webb, University of Portsmouth, England. Projektunterstützung durch den Niederländischen Fußballverband.

Die Jury des UEFA-Forschungsstipendien-Programms besteht aus fünf Vertretern des europäischen Fußballs und fünf renommierten Akademikern, die sich mit wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich des Sports bzw. des europäischen Fußballs international einen Namen gemacht haben. In diesem Jahr begrüßt die Jury nach dem Rücktritt von Edvinas Eimontas, Nathalie Iannetta Sabattier und Giangiorgio Spiess drei neue Mitglieder: Evelina Christillin, Alfred Ludwig, und Hannu Tihinen. Die Jury dankt den drei scheidenden Mitgliedern für ihre Professionalität und ihren Einsatz.

Jury des UEFA-Forschungsstipendien-Programms

Vertreter des europäischen Fußballs:
• Dr. Michel D’Hooghe, Jury-Vorsitzender (Vorsitzender der Medizinischen Kommission der UEFA)
• Evelina Christillin (Mitglied des FIFA-Rats) – neu
• Alfred Ludwig (ehemaliger Generaldirektor des Österreichischen Fußball-Bunds) – neu
• Ivančica Sudac (Leiterin internationale Angelegenheiten und Lizenzierung beim Kroatischen Fußballverband)
• Hannu Tihinen (Sportdirektor beim Finnischen Fußballverband und ehemaliger Nationalspieler) – neu

Akademische Vertreter:
• Prof. Susan Bridgewater (University of Liverpool, England)
• Prof. Paul Downward (Loughborough University, England)
• Prof. Jan Ekstrand (ehemaliger Vizevorsitzender der Medizinischen Kommission der UEFA, Professor an der Universität Linköping, Schweden)
• Prof. Dr. Jürgen Mittag (Deutsche Sporthochschule Köln, Deutschland)
• Prof. Fabien Ohl (Universität Lausanne, Schweiz)

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Die Jury des UEFA-Forschungsstipendien-Programms mit den Forschern, die für die Saison 2017/18 ein Stipendium erhalten hatten und ihre Arbeit im vergangenen Juli der Jury vorgestellt haben.

Obere Reihe (v.l.n.r.): Alfred Ludwig, Prof. Paul Downward, Prof. Susan Bridgewater, Hannu Tihinen, Ivančica Sudac, Dr. Michel D’Hooghe, Evelina Christillin, Prof. Jürgen Mittag, Prof. Fabien Ohl und Prof. Jan Ekstrand.

Untere Reihe (v.l.n.r.): Tom Webb, Levi Pérez, Mario Borges und Kevin Enright.

Dieser Artikel stammt ursprünglich aus UEFA Direct Nr. 180

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