Workshop zum Disziplinarwesen in Zypern

Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit anderen Kontinentalverbänden war eines der Hauptthemen beim jüngsten UEFA-Workshop zum Disziplinarwesen in Limassol, Zypern.

Die Teilnehmer des Workshops in Limassol.
Die Teilnehmer des Workshops in Limassol. ©UEFA

Beim jüngsten UEFA-Disziplinarworkshop in der zyprischen Stadt Limassol erörterte der europäische Fußballdachverband gemeinsam mit anderen Konföderationen sowie zentralen Akteuren aus dem Disziplinarrecht Möglichkeiten für eine verstärkte Zusammenarbeit in Disziplinarfragen. Die Diskussionen drehten sich unter anderem um eine engere Kooperation und einen intensiveren Austausch bei häufig auftretenden Disziplinarfragen.

Die UEFA-Disziplinarinstanzen – die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer, der Berufungssenat und die Disziplinarinspektoren – wurden über die neuen Bestimmungen in der UEFA-Rechtspflegeordnung 2017 informiert, zu denen Pro-bono-Anwälte und neue Ethikregeln gehören; ein wichtiger Punkt war dabei die Auslegung dieser Regeln durch das Schiedsgericht des Sports (TAS).

Die UEFA hat die Möglichkeit des Rechtsbeistands in ihre Rechtspflegeordnung (Artikel 39) aufgenommen. Ein Hauptelement dieses Rechtsbeistands ist die Bereitstellung eines Pro-bono-Anwalts, der Personen, die sich keinen solchen Beistand leisten können, bei Verfahren vor der UEFA-Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer sowie dem UEFA-Berufungssenat unterstützt.

Dank der neuen Ethikvorschriften verfügt die UEFA zudem über mehr Handhabe, um sicherzustellen, dass anerkannte ethische Grundsätze eingehalten werden, und um allen, die diesen Bestimmungen unterstehen, konkrete Verhaltensrichtlinien an die Hand zu geben.

Zu den weiteren in Limassol behandelten Themen gehörten die Analyse der Disziplinarstrafen und die Unabhängigkeit des in der Schweiz ansässigen TAS gemäß dem Schweizerischen Bundesgericht, der obersten Gerichtsinstanz der Schweiz.

Ebenfalls vorgestellt und diskutiert wurden TAS-Urteile aus dem Zeitraum 2016 bis 2018, welche die UEFA und den Weltfußballverband FIFA betrafen, sowie die größten Herausforderungen im Zusammenhang mit der neuen UEFA-Rechtspflegeordnung 2018.

Die UEFA-Abteilung Disziplinarwesen traf sich ihrerseits mit Vertretern der FIFA sowie der Konföderationen Asiens (AFC), Nord- und Mittelamerikas (CONCACAF) sowie Afrikas (CAF). „Tagungen wie der Disziplinarworkshop sind mit Blick auf den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern der UEFA-Disziplinarinstanzen äußerst wichtig“, erklärte Angelo Rigopoulos, geschäftsführender Direktor Integrität der UEFA.

„Sie bieten die Gelegenheit, sich mit der TAS-Rechtsprechung auseinanderzusetzen und mögliche Konsequenzen für die Verfahrensabläufe in unseren Rechtspflegeorganen in Betracht zu ziehen. Darüber hinaus konnten wir mit unseren Kollegen aus anderen Konföderationen über gemeinsame Herausforderungen, mit denen wir derzeit im Disziplinarwesen konfrontiert sind, sprechen.“

 

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