Sauberer Breitenfußball

Bei einem Workshop in der EU-Vertretung der UEFA in Brüssel wurden die wachsende Besorgnis über Doping im Breitenfußball und der gesellschaftliche Schaden sowie die Auswirkungen für die betroffenen Personen und die Sportwelt hervorgehoben.

Marc Vouillamoz, Cassandra Matilde Fernandes, Tiziana Beghin, Yves Le Lostecque
Marc Vouillamoz, Cassandra Matilde Fernandes, Tiziana Beghin, Yves Le Lostecque ©UEFA

Bedenken im Zusammenhang mit der Verwendung verbotener Wirkstoffe auf Breitenfußballebene standen im Mittelpunkt eines Workshops bei der EU-Vertretung der UEFA in Brüssel.

Anlässlich der Diskussionen wurden die wachsende Besorgnis über Doping im Breitenfußball und der gesellschaftliche Schaden sowie die Auswirkungen für die betroffenen Personen und die Sportwelt thematisiert.

Das Ziel der Veranstaltung bestand darin, ANTI DIF – ein von der EU-Kommission über das Programm Erasmus+ Sport mitfinanziertes Projekt – zu präsentieren.

ANTI DIF „Erasmus+“-Programm im Bereich Sport wird vom Norwegischen Fußballverband (NFF) koordiniert. Es ist das erste Mal, dass ein UEFA-Mitgliedsverband eine Aktion im Rahmen des Programms Erasmus+ Sport koordiniert. Die UEFA unterstützt und betreut dieses Projekt über ihre Vertretung in Brüssel und ihre Antidoping-Abteilung am Sitz in Nyon.

Die Veranstaltung wurde von der EU-Vertretung der UEFA in Brüssel in Zusammenarbeit mit der NFF im Rahmen der Europäischen Woche des Sports organisiert. Das Event und das Projekt fügen sich in die von der UEFA und der EU-Kommission im September 2018 unterzeichnete Kooperationsvereinbarung ein.

Ziel des Projekts ist es, Schulungsmaterial zusammenzutragen, um Fairplay und sauberen Sport zu fördern und gleichzeitig eine neue Lernmethode für den Breitenfußball zu entwickeln.

Die UEFA hat eine EU-Vertretung in Brüssel.
Die UEFA hat eine EU-Vertretung in Brüssel.©Getty Images

Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops in Brüssel gehörten Delegierte der UEFA, der EU-Kommission, des Europarats und des Europäischen Parlaments sowie von nationalen Antidoping-Organisationen (NADOs), ständigen Vertretungen bei der EU, UEFA-Mitgliedsverbänden und anderen im Bereich der Sportpolitik in Brüssel tätigen Organisationen. 

„In der Vergangenheit konzentrierten sich Antidoping-Bemühungen insbesondere auf Aufdeckung und Abschreckung im Elitesport und der Fußball war da keine Ausnahme“, so die NFF-Projektleitung. „Bei den politischen Verantwortlichen und Interessenträgern im Sport wächst jedoch die Sorge darüber, dass sich Doping auch außerhalb des Elitesports verbreitet. Diese beunruhigende Entwicklung deutet darauf hin, dass sich der Missbrauch von Dopingmitteln im Freizeitsport zu einem Problem für die ganze Gesellschaft und die öffentliche Gesundheit entwickelt hat.“

Der Workshop in Brüssel umfasste auch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Sensibilisierung als Instrument zur Bekämpfung von Doping im Breitenfußball“.

Es herrschte Einigkeit darüber, dass den Breitenfußballerinnen und -fußballern die schädlichen Auswirkungen verbotener Wirkstoffe anhand von Schulungsinitiativen aufgezeigt werden sollten.

„Sensibilisierung ist für Breitenfußballerinnen und -fußballer genauso wichtig wie für die Elite“, sagte der Leiter der UEFA-Abteilung Antidoping und Medizinisches, Marc Vouillamoz. „Wir müssen hervorheben, dass Doping schädlich ist für die Gesundheit und dem Fairplay widerspricht. Vor allem müssen wir aber bekannt machen, dass zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel mit verbotenen Substanzen verunreinigt sind, die gesundheitliche Schäden verursachen könnten. Während Sportorganisationen und nationale Antidoping-Organisationen Elitespieler sensibilisieren, sollten öffentliche Behörden eine wichtige Rolle bei der Veränderung der Wahrnehmung in der Gesellschaft als Ganzes spielen. Sie sollten sich dazu verpflichten, über Antidoping-Sensibilisierungskampagnen in Schulen und Universitäten zu einer wirkungsvollen Dopingbekämpfung auf Breitensportebene beizutragen.“

Die Trainer wurden dazu aufgefordert, auf Breitenfußballebene Prävention zu betreiben. „Die Schulung von Trainerinnen und Trainern ist entscheidend, wenn wir im Kampf gegen Doping im Breitenfußball konkrete Ergebnisse erzielen wollen“, sagte Cassandra Matilde Fernandes, leitende Projektmanagerin in der Division Sport des Europarats.

Yves Le Lostecque, der bei der Generaldirektion der Europäischen Kommission für Bildung und Kultur für Sport zuständig ist, fordert verschiedene Maßnahmen, um Doping auch im Breitensport zu bekämpfen: „Sensibilisierung, Vorschriften und Sanktionen. Doch ganz besonders im Breitensport nehmen Schulung und Prävention die wichtigste Rolle ein.“

„Sportlerinnen und Sportler sind auch Menschen, die Fehler machen können“, gab Tiziana Beghin, Mitglied des Europäischen Parlaments, zu bedenken. „Es braucht Programme, die auf Schulung und die Steigerung des Bewusstseins setzen.“

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) begrüßte den Workshop als Zeichen für die gemeinsamen Bemühungen der UEFA und der wichtigsten Interessenträger im Kampf gegen Doping im Fußball. „Wir sind froh zu wissen, dass wir nicht alleine sind und dass es andere Institutionen wie die heute hier vertretenen gibt, die sich sowohl im Elite- als auch im Breitenfußball intensiv für die Bekämpfung von Doping einsetzen. Es ist wichtig, dass alle am selben Strang ziehen“, sagte Florence Lefebvre-Rangeon, leitende Managerin für Beziehungen zu staatlichen Stellen und NADOs.

 

 

 

 

 

 

 

 

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