UEFA startet neues Leadership- und Managementprogramm

Der Dachverband des europäischen Fußballs bringt eine innovative Initiative zur Stärkung der Führungs- und Managementkompetenzen in den UEFA-Mitgliedsverbänden auf den Weg.

Das erste Seminar des neuen UEFA-Diploms in Fußball-Leadership und -Management (DFLM) wurde am UEFA-Sitz in Nyon abgehalten. Mit dem Programm sollen leitenden Mitarbeitenden der UEFA-Mitgliedsverbände, die das UEFA-Zertifikat in Fußballmanagement (CFM) abgeschlossen haben, zentrale Führungs- und Managementkompetenzen vermittelt werden.

Die UEFA brachte das DFLM auf Ansinnen der europäischen Nationalverbände auf den Weg, nachdem die Teilnehmer der CFM-Diplomkurse um eine Fortsetzung dieses populären Programms gebeten hatten. „Wir haben den MESGO [Master-Studienkurs in europäischer Sport-Governance], der jedoch für Verbandsvertreter aus dem obersten Management vorgesehen ist“, erklärt Thomas Junod, Leiter Ausbildung und Forschung Nationalverbände der UEFA. „Es bestand daher eine Art Lücke zwischen CFM und MESGO, weshalb wir beschlossen haben, das UEFA-Diplom in Fußball-Leadership und -Management einzuführen, um das große Potenzial unter den Mitarbeitenden unserer Mitgliedsverbände zu nutzen.“ 

Das DFLM legt insbesondere Wert auf Soft Skills und bezweckt, dass die Absolventen das Gelernte anschließend in ihrem Verband anwenden und sich komplexer Projekte in ihrem jeweiligen Fachgebiet annehmen können. Kandidaten bewerben sich mit einem Projekt für die Teilnahme am Programm, das im Zusammenhang mit der Strategie ihres Nationalverbands steht und als Arbeitsgrundlage für die Präsenzseminare und die E-Learning-Module dient. Ihnen wird außerdem eine erfahrene Betreuungsperson zugeteilt, die sie in Bezug auf Projektmanagement, Soft Skills und Selbstwahrnehmung berät.

„Ich habe den CFM-Kurs abgeschlossen, der mir viel gebracht hat; am DFLM hat mir die Tatsache gefallen, dass der Kurs projektbezogen ist, was mich beruflich anspricht“, erklärt Tomislav Pacak, Sprecher des Kroatischen Fußballverbands (HNS) und einer der Teilnehmer der ersten Ausgabe des DFLM. „In meiner aktuellen Situation möchte ich mich weniger mit Theorie auseinandersetzen, sondern Personen aus anderen Nationalverbänden treffen, um Erfahrungen zu sammeln und mein Netzwerk zu erweitern.“

Der ehemalige Generalsekretär und Generaldirektor der UEFA, Gerhard Aigner, hielt ein Referat über die Bedeutung von Führungsstärke.
Der ehemalige Generalsekretär und Generaldirektor der UEFA, Gerhard Aigner, hielt ein Referat über die Bedeutung von Führungsstärke.©UEFA.com

Gerhard Aigner, der von 1989 bis 2003 Generalsekretär bzw. Generaldirektor der UEFA war, trat beim Eröffnungsseminar als Gastreferent auf. Er betonte, wie wichtig starke Führungspersonen für jede Sportorganisation seien, und unterstrich, welchen Nutzen die Teilnehmer aus dem DFLM ziehen können. „Führungsstärke ist in jeder Organisation ein zentraler, wenn nicht sogar der wichtigste Faktor, und kommt am ehesten im Verhalten der betreffenden Person zu Ausdruck“, so Aigner. „Diese Programme sind sehr positiv und es ist von großer Bedeutung, dass sie im Kontext des Fußballs existieren. Bei diesen Seminaren können die Teilnehmer Ideen und Erfahrungen austauschen und so ihre Kompetenzen mit Blick auf künftige Führungsrollen erweitern.“

Die UEFA investiert seit längerem beträchtliche finanzielle Ressourcen, um ihre Mitgliedsverbände durch ihr Entwicklungsprogramm HatTrick bei der Verbesserung ihrer sportlichen und administrativen Infrastruktur zu unterstützen. Mit dem neuen Leadership- und Managementprogramm sollen nun die diesbezüglichen Kompetenzen in den nationalen Fußballverbänden gestärkt werden. „Die wichtigste Aufgabe der UEFA besteht darin, den Fußball zu schützen, weiterzuentwickeln und zu fördern“, erklärt Thomas Junod. „Vor diesem Hintergrund geben wir unseren Mitgliedsverbänden die Möglichkeit, nicht nur in Infrastruktur- und andere spezifische Projekte zu investieren, sondern auch in die Weiterbildung der im Fußball tätigen Personen.“

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