Eine eindrucksvolle Einigkeit
Donnerstag, 24. Januar 2013
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Nach konstruktiven Diskussionen haben sich die europäischen Nationalverbände einhellig darauf geeinigt, eine Erklärung zu vorgeschlagenen Änderungen an den FIFA-Statuten zu unterzeichnen.
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Die 53 europäischen Mitgliedsverbände der FIFA zeigten eine eindrucksvolle europäische Einheit, als sie im Anschluss an ein Treffen in Nyon eine einstimmige Erklärung zu vorgeschlagenen Änderungen an den FIFA-Statuten unterzeichneten.
In der Erklärung erklärten die Verbände, die durch ihre Präsidenten und Generalsekretäre vertreten waren, neben anderen Dingen, dass die Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees weiterhin von den kontinentalen Konföderationen ernannt werden sollten. "Bestätigungen" der Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees durch den FIFA-Kongress seien nicht notwendig, und "Integritätsprüfungen" für Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees sollten durch die Konföderationen vorgenommen werden.
In der Erklärung heißt es auch, dass sich nichts an der grundlegenden Zusammensetzung des FIFA-Exekutivkomitees und insbesondere an der Anzahl der Vizepräsidenten ändern solle. Die vier britischen Verbände sollten automatisch eines der Vizepräsidenten-Ämter behalten. Die europäischen Verbände plädierten auch dafür, die Amtsdauer des FIFA-Präsidenten zu begrenzen und eine Altersgrenze von 72 Jahren beim Zeitpunkt der Wahl/Ernennung für Mitglieder aller FIFA-Gremien einzuführen.
Bestimmte Reformen der Statuten wurden bereits 2012 auf dem FIFA-Kongress in Budapest beschlossen, andere Reformen werden dem FIFA-Kongress 2013 in Mauritius vorgelegt werden. "Angesichts dieser Tatsache haben wir all unsere Nationalverbände zusammengerufen, weil es letztendlich an den Verbänden liegt, zu entscheiden, was sie in den FIFA-Statuten verankert haben möchten", sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino.
Das Treffen in Nyon wurde von der FIFA als Teil des Konsultationsprozesses gefordert. "Es gab Vorschläge der FIFA", fügte Infantino an, "und basierend auf diesen Vorschlägen haben unsere Verbände nun ihre Meinung kundgetan. Es war ein sehr interessantes Treffen." UEFA-Präsident Michel Platini und das UEFA-Exekutivkomitee waren in Nyon für Beratungen anwesend. "Die Erklärung folgt den Prinzipien der Good Governance", erklärte Infantino gegenüber UEFA.com.
In seiner Rede hob Infantino einige der wichtigsten Punkte der Erklärung hervor, zum Beispiel das Thema der Integritätsprüfungen – basierend auf den Prinzipien, die im Kampf gegen Rassismus, Gewalt, Korruption und Spielmanipulationen eingeführt worden sind. "Niemand, der in solche Aktivitäten verwickelt ist, sollte FIFA-Mitglied werden können", führte er weiter aus.
"Es gab zahlreiche Diskussionen über eine Begrenzung der Amtszeiten. Was den FIFA-Präsidenten betrifft, schlagen wir eine Begrenzung der ersten Amtszeit auf acht Jahre und der zweiten auf vier Jahre vor – also maximal zwölf Jahre", ergänzte Infantino.
Der UEFA-Generalsekretär lobte die einmütige Position der europäischen Nationalverbände in dieser Erklärung. "Die europäische Einheit stand auf der Agenda unseres Präsidenten Michel Platini seit dem Beginn seines Mandats ganz oben – in einer sehr demokratischen und offen geführten Diskussion, die nicht immer einfach war, haben es die europäischen Mitglieder geschafft, sich trotz unterschiedlicher Ausgangspositionen auf einen Kompromiss zu einigen und zum Wohlergehen des Fußballs einen gemeinsamen Standpunkt einzunehmen."
"Dies ist extrem positiv und zeigt, wie reif und professionell der europäische Fußball ist und wie aktiv und konstruktiv wir in diesem gesamten Prozess waren."
Im nächsten Schritt wird die Erklärung der FIFA vorgelegt, anschließend wird es weitere Diskussionen innerhalb der FIFA-Arbeitsgruppen und im FIFA-Exekutivkomitee geben. Endgültige Entscheidungen über die Vorschläge werden dann auf dem FIFA-Kongress im Mai in Mauritius getroffen werden. "Wir hoffen zum Wohle des Fußballs, dass einige dieser Vorschläge, wenn nicht sogar alle, in die FIFA-Statuten integriert werden", schloss Infantino.