Kein zweites Wunder! Barcelona ausgeschieden

Barcelona hat ein neuerliches Wunder verpasst: Nach der 0:3-Pleite in Turin kamen die Katalanen im Viertelfinal-Rückspiel gegen Juventus nicht über ein torloses Unentschieden hinaus.

Kein neues Wunder in Barcelona: Die Katalanen, die im Achtelfinale gegen Paris nach einer 0:4-Auswärtspleite das Rückspiel 6:1 gewonnen hatten, scheiterten im Viertelfinale an Juventus. Zu hoch war die Hürde nach der 0:3-Niederlage in Turin, im Rückspiel reichte es gegen abgezockte Italiener nur zu einem torlosen Remis.

Wer gedacht hätte, dass sich Juventus nur hinten reinstellen würde, um den Drei-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel zu verteidigen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Frei nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung suchten die Gäste immer wieder den Vorwärtsgang und ließen Barcelona in der Anfangsphase überhaupt nicht ins Spiel kommen. Zudem verzeichneten die Italiener nach 13 Minuten die erste gute Möglichkeit, als Gonzalo Higuaín aus 16 Metern knapp über den Kasten schoss.

Nach etwa einer Viertelstunde wurden die Angriffsbemühungen der Hausherren im Camp Nou intensiver, phasenweise waren sie in der Lage, Juventus am eigenen Strafraum einzuschnüren, und nach 19 Minuten erarbeitete sich Barcelona die dicke Gelegenheit zur Führung: Luis Suárez legte im Strafraum für Lionel Messi ab, dessen knallharter Flachschuss aus zwölf Metern knapp rechts am Tor vorbeirauschte. In der 31. Minute versuchte es Messi aus 18 Metern, scheiterte aber an Keeper Gianluigi Buffon.

Bei allen Offensivbemühungen der Gastgeber war aber auch deutlich zu erkennen, warum Juventus in der laufenden Saison der UEFA Champions League erst zwei Gegentreffer kassiert hatte. Bombensicher stand die Innenverteidigung der Italiener um Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci, und vorne hatten sie Higuaín, der in der 38. Minute mit seiner Direktabnahme nach starker Vorarbeit von Miralem Pjanić seinen Meister in Barcelonas Torhüter Marc-André ter Stegen fand.

Auch die erste gute Chance nach der Pause gehörte den Gästen: Higuaín legte in der 50. Minute rechts raus zu Juan Cuadrado, der das lange Eck anvisierte, aber knapp links vorbeizielte. Sechs Minuten später hatten die Gäste Glück, als Messis abgefälschter Schuss aus 18 Metern nur um Millimeter das linke Eck verfehlte. Auch bei der letzten gefährlichen Szene war Messi beteiligt. Nach einer Ecke langte Buffon in der 66. Minute daneben, der Ball landete beim Argentinier, der aus kurzer Distanz über das Gehäuse schoss.

Schlüsselspieler: Juan Cuadrado
Massimiliano Allegri setzte Cuadrado normal immer als seinen Super-Joker ein. Mit der Zeit stellte Allegri allerdings sein System um und passte es an Cuadrado an. Am heutigen Abend war der Kolumbianer oft in der Defensive an der Seite von Dani Alves zu finden und sorgte gleichzeitig für schnelle Vorstöße in die gegnerische Hälfte.

Seltene Ladehemmung bei Messi
Die Redewendung, 'der Ball wollte einfach nicht reingehen', hört man nicht oft in der Umgebung des Camp Nou – vor allem nicht wenn man Luis Suárez, Neymar und Messi, den besten Torschützen der Klubhistorie, in seinen Reihen hat. Nach all den Schlagzeilen, 'Messi sei von einem anderen Planeten', zeigte er sich heute von seiner menschlichen Seite – er ließ die beiden größten Chancen des Abends liegen.

Das richtige Rezept?
Viele offensive Spieler, aber alle sind bereit, sich für das Team aufzuopfern – ein Rezept, das bisher für viele italienische Teams in Europa aufgegangen war. Das letzte Juve-Team, das die UEFA Champions League 1996 gewann, hatte Akteure wie Alessandro Del Piero, Gianluca Vialli und Fabrizio Ravanelli in seinen Reihen – alles tolle Offensivspieler, aber die ersten, die in der Defensive mithalfen. Es könnte in dieser Saison erneut das richtige Rezept für den Erfolg sein.