„Gemeinsame Visionen für Europa und seinen Fußball“

In einer Rede vor den Sportministern der Europäischen Union am Mittwoch in Brüssel bat UEFA-Präsident Aleksander Čeferin die europäische Politik um Zusammenarbeit mit der UEFA im Hinblick auf einen fairen, unvorhersehbaren, offenen und geeinten Fußball.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin
UEFA-Präsident Aleksander Čeferin ©UEFA.com

Gemeinsame Visionen für die Zukunft Europas und seines Fußballs – Erhalt des Gleichgewichts in den Wettbewerben – Beachtung des europäischen Sportmodells – Stärkung der Verbindungen zwischen der UEFA und der europäischen Politik.

So lauteten die Schlüsselbotschaften der Rede von UEFA-Präsident Aleksander Čeferin vor den Sportministern der Europäischen Union am Mittwoch in Brüssel.

Er erläuterte den Ministern der EU-Mitgliedstaaten verschiedene Aspekte der Rolle der UEFA, ihre Mission und Zuständigkeiten und unterstrich das Engagement des europäischen Fußballs für die Förderung von Einheit und Solidarität. Zudem forderte er die EU dazu auf, im Hinblick auf einen fairen, unvorhersehbaren, offenen und geeinten europäischen Fußball mit der UEFA zusammenzuarbeiten.

Die UEFA pflegt positive Beziehungen mit der EU und den politischen Institutionen Europas, insbesondere über verschiedene Kooperationsvereinbarungen, und hat Unterstützung für wichtige Maßnahmen wie das finanzielle Fairplay, Good-Governance-Reformen und den Zugang zum Fußball für alle erhalten.

„Diese Beziehung gründet auf Vertrauen, gemeinsamen Werten und dem beidseitigen Wunsch, im allgemeinen Interesse zu agieren“, sagte der UEFA-Präsident.

„Im Verlaufe der Zeit ist der Fußball so viel mehr geworden als nur ein Spiel, eine Leidenschaft oder eine Unterhaltung. Er bringt eine halbe Milliarde europäischer Bürger zusammen, ungeachtet ihres Alters, ihrer Herkunft und Religion. Er gibt Hoffnung für die Zukunft und ist Teil der gesamteuropäischen Kultur.

Als Dachorganisation des Fußballs in Europa repräsentiert die UEFA die größte soziale Bewegung unseres Kontinents, und das ist mit viel Verantwortung verbunden“, fügte er hinzu.

Aleksander Čeferin betonte, dass die Rolle der UEFA über die Organisation von Wettbewerben und die Aufstellung von Regeln hinausgehe. „Tagtäglich verteidigen wir unseren Wertekanon und bringen gegensätzliche Interessen verschiedener Interessenträger – Fans, Vereine, Ligen, Nationalverbände, Broadcaster und Sponsoren – unter einen Hut. Zudem macht die immer stärkere Kommerzialisierung des Fußballs die Notwendigkeit einer starken, glaubwürdigen, vorausschauenden Dachorganisation deutlich.“

Der UEFA-Präsident betonte, dass die finanzielle Verteilung im Zentrum der UEFA-Philosophie stehe und ihre Einnahmen wieder in den Fußball investiert würden, um dessen allgemeines Wohlergehen sicherzustellen. „So wie ein Staat seine öffentlichen Dienste und seine Infrastruktur finanziert und unterhält, ist die UEFA bestrebt, ihre eigenen Aktivitäten zu finanzieren.“

Anschließend betonte er die Entschlossenheit der UEFA, das europäische Sportmodell zu schützen. „Solange ich UEFA-Präsident bin, wird es keinen Platz geben für egoistische Bestrebungen und niemand soll sich hinter falschen Vorwänden verstecken.

Ich kann nicht akzeptieren, dass Einzelne, die von Profitstreben besessen sind, in Betracht ziehen, die Seele von Fußballturnieren an nebulöse private Fonds zu verkaufen. Nicht das Geld kann ausschlaggebend sein, und das europäische Sportmodell ist zu respektieren. Der Fußball steht nicht zum Verkauf, und ich werde es nicht zulassen, dass seine Strukturen auf dem Altar eines äußerst zynischen und rücksichtslosen Merkantilismus geopfert werden.“

Zum Gleichgewicht in den Wettbewerben sagte Aleksander Čeferin, dass die Konzentration des Reichtums in den Händen weniger Klubs das für die Attraktivität des Fußballs so wichtige Gleichgewicht gefährde. „Wir sind bereit, Maßnahmen zu ergreifen, um das Gleichgewicht zu verbessern. Es besteht dringender Handlungsbedarf, bevor es zu spät ist.“

Der UEFA-Präsident fordert die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission auf, ihre Unterstützung für die Bestrebungen der UEFA aufrecht zu erhalten und zu verstärken. „Sehen Sie bitte nicht einfach tatenlos zu. Sie sollten die angestrebten Ziele der Offenheit und Unvorhersehbarkeit der Wettbewerbe teilen.“

Die UEFA EURO 2020, die in zwei Jahren in zwölf Städten auf dem ganzen Kontinent ausgetragen wird, sei eine einmalige Gelegenheit, ein geeintes Europa zu feiern, und werde nicht nur die Beliebtheit des Fußballs fördern und neue Arbeitsstellen schaffen, sondern auch zum Erreichen verschiedener wichtiger Ziele im Bereich der EU-Integration beitragen.

„Sie wird die regionale Entwicklung fördern. Kulturelle Vielfalt, sozialer Zusammenhalt, Nachhaltigkeit, Innovation und Wirtschaftswachstum sind weitere langfristige Vorteile, von denen Europa auch lange nach dem Turnier noch profitieren wird.

Der UEFA-Präsident begrüßte die proaktiven und positiven Beziehungen zur EU. „Ich möchte die Zukunft auf das Fundament einer Kooperation stellen“, sagte er. „Der europäische Fußball ist stärker, wenn er alle Interessenträger um gemeinsame Ziele versammeln kann. Gemeinsam können wir ein starkes, geeintes Europa schaffen und unser gemeinsames Engagement für positive Veränderungen auf dem ganzen Kontinent demonstrieren.“
 

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