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Bjånesøy hat Deutschland im Visier

Eine Stunde nach Norwegens Halbfinalsieg war Melissa Bjånesøy noch immer außer Atem. Doch nichts konnte die Angreiferin stoppen, als sie auf das Endspiel gegen Deutschland blickte.

Melissa Bjånesøy feiert ihren 1:0-Führungstreffer gegen Italien in Bellaria
Melissa Bjånesøy feiert ihren 1:0-Führungstreffer gegen Italien in Bellaria ©UEFA.com

Melissa Bjånesøy fiel das Atmen schwer, nachdem sie im Halbfinale der UEFA-U19-Europameisterschaft der Frauen ihren sechsten Treffer des Turniers erzielt hatte. Doch mit einem Blick auf das Finale am Samstag gegen Deutschland ging es ihr gleich besser.

"Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, ich bin noch immer total erschöpft", sagte sie zu UEFA.com nach dem spannenden 3:2-Erfolg am Mittwoch gegen Gastgeber Italien. "Wir haben so hart dafür gearbeitet, beim Schlusspfiff war es ein unglaublich schönes Gefühl. Am Ende war es pures Adrenalin. Als der Schiedsrichter die zweite Hälfte beendet hat, war mein Körper einfach nur leer. Plötzlich habe ich mich ziemlich müde gefühlt."

Es war ein anstrengendes Spiel. Bjånesøy erzielte nach zwölf Minuten die Führung, doch Italien schlug zurück. Auch nach Norwegens Treffer durch Ada Hegerberg kurz nach der Pause konnten die Gastgeber ausgleichen. Den Italienern gelang es jedoch nicht, die erneute Führung durch Caroline Hansen Mitte der zweiten Hälfte zu egalisieren.

Drei Minuten nach Hansens Einwechselung machte sie gleich ein Tor, für Bjånesøy kam das nicht überraschend. "Das ist typisch für sie. Sie hat die Fähigkeiten reinzukommen und das Spiel zu entscheiden. Die Bedingungen waren hart, Italien war stark und hat gut gekämpft. Aber wir haben es am Ende geschafft, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden."

Das Spiel in Emilia-Romagna hätte vielleicht ein anderes Ende genommen, wenn Italien nach dem Treffer von Bjånesøy eine gute Möglichkeit genutzt hätte. Ein starker Schuss von Marta Mason wurde von Ane Fimreite gerade noch neben den Pfosten gelenkt. "Ich war ein paar mal ziemlich nervös", sagte Norwegens Nummer 10. "Aber wir haben großes Vertrauen in unsere Abwehr und die Torhüterin. Sie waren in den letzten Spielen wirklich großartig. Eine Sekunde lang hast du ein bisschen Angst, aber dann siehst du, dass sie es unter Kontrolle haben. Das ist wirklich gut, speziell für mein Herz."

Beim Endspiel am Samstag braucht die Mannschaft von Trainer Jarl Torske ihre Angreiferin Bjånesøy in bester Verfassung, wenn Norwegen in Imola erneut auf Deutschland trifft. Bereits beim Auftaktspiel in der Gruppenphase traf Norwegen auf die DFB-Elf und musste sich in dieser Partie mit 1:3 geschlagen geben. "Ein Tor im Finale würde alles für mich bedeuten, es wäre großartig", sagte Bjånesøy. "Es war für mich ein tolles Turnier - sechs Tore hätte ich mir zuvor nie erträumt. Ich sollte wohl noch ein Siebtes erzielen, aber wir haben ja noch ein Spiel."

"Wir haben gegen Deutschland im Eröffnungspiel verloren, deshalb freuen wir uns auf die Partie. Seit diesem Spiel sind wir besser geworden und ich denke, wir können sie im Finale überraschen". Nachdem das Team bereits drei Endspiele verloren hat, 2003, 2008 und beim U18-Wettbewerb 2001, glaubt Bjånesøy, dass vorallem ihr Trainer diese Trophäe verdient hätte. "Es würde uns viel bedeuten, das Finale für Jarl zu gewinnen. Er war einfach großartig. Er hat das Team auf eine außergewöhnliche Art und Weise geführt. Wir wollen es natürlich auch für uns selbst gewinnen, aber den Pokal für ihn zu holen, wäre wirklich ein riesige Freude."