Tyresö hofft auf Coup gegen Wolfsburg

Debütant Tyresö FF trifft am 22. Mai im Estádio do Restelo von Lissabon auf Titelverteidiger VfL Wolfsburg, UEFA.com fasst die wichtigsten Zahlen und Fakten zum Finale zusammen.

Tyresö und Wolfsburg stehen sich in Lissabon gegenüber
Tyresö und Wolfsburg stehen sich in Lissabon gegenüber ©UEFA.com

In der letzten Saison konnte der VfL Wolfsburg bei seinem Debüt in der UEFA Women's Champions League auf Anhieb das Finale gegen Titelverteidiger Olympique Lyonnais gewinnen. Am 22. Mai in Lissabon ist nun Tyresö FF der Debütant, die Schwedinnen wollen es Wolfsburg nachmachen.

Bisherige Begegnungen
• Dies ist das erste Pflichtspiel zwischen den beiden Vereinen, zudem sind sie noch nie zuvor im Europapokal auf eine Mannschaft aus dem Land des Gegners getroffen.

Hintergrund
• Tyresö hofft darauf, es Wolfsburg nachmachen zu können. Die Wölfinnen haben es in der letzten Saison als vierte Mannschaft geschafft, beim Debüt gleich den Titel zu holen. Alle kommen aus Deutschland, vor Wolfsburg ist dieses Kunststück dem 1. FFC Frankfurt (2002, als der Wettbewerb erstmals ausgetragen wurde), dem 1. FFC Turbine Potsdam (2005) und dem FCR 2001 Duisburg (2009) gelungen.

• Vier deutsche Vereine – Frankfurt (2002, 2006, 2008), Potsdam (2005, 2010), Duisburg (2009) und Wolfsburg (2013) – haben den Titel schon geholt, ansonsten war jede andere Nation höchstens mit einem Klub erfolgreich: Schweden mit Umeå IK (2003, 2004), Frankreich mit Olympique Lyonnais (2011, 2012) und England mit Arsenal LFC (2007).

• Wolfsburg hofft darauf, als dritte Mannschaft nach Umeå und Lyon den Titel erfolgreich zu verteidigen.

• Zum siebten Mal in Folge (und zum 11. Mal insgesamt) findet das Finale mit deutscher Beteiligung statt - zunächst ging der Pokal dreimal nach Deutschland, ehe zwei Niederlagen gegen Lyon folgten. In der letzten Saison gewann dann Wolfsburg an der Stamford Bridge mit 1:0 gegen die Französinnen.

• Zum siebten Mal steht eine Mannschaft aus Schweden im Finale. Umeå konnte 2003 und 2004 gewinnen, kassierte jedoch 2002, 2007 und 2008 Niederlagen, genauso wie Djurgårdens IF DFF im Jahr 2005. An allen 13 Finals war eine Mannschaft aus Deutschland und/oder Schweden beteiligt.

• Zum fünften Mal in 13 Spielzeiten stehen sich im Finale eine Mannschaft aus Deutschland und Schweden gegenüber. 2002 und 2008 gewann Frankfurt gegen Umeå, 2004 verlor der FFC dieses Duell. Potsdam setzte sich 2005 gegen Djurgården durch.

Rund um die Teams
• Mehrere Spielerinnen werden Tyresö im Sommer wohl verlassen: Meghan Kingenberg, Whitney Engen, Christen Press, Marta, Caroline Seger und Verónica Boquete.

• Madelaine Edlund kehrte nach ihrem Mutterschaftsurlaub im Winter in den Kader zurück, als zudem Tinja-Riikka Korpela, Fabiana, Rilany, Mayara und Thaisa verpflichtet wurden.

• Tyresös Angreiferin Marta hofft zehn Jahre nach ihrem ersten Triumph auf ihre zweite Siegermedaille, damals führte sie Umeå zu einem 8:0-Gesamtsieg gegen Frankfurt. Beim 3:0-Hinspielsieg zu Hause traf sie zweimal, bei Umeås 5:0-Erfolg in Deutschland einmal.

• Marta war auch dabei, als Umeå die Finals 2007 und 2008 verlor. Auch Edlund, Lisa Dahlkvist und Carola Söberg standen 2007 und 2008 in der Mannschaft, allerdings saß Söberg 2008 nur auf der Bank.

• Im Finale 2008 erzielte Marta im Hinspiel zu Hause das frühe Führungstor für Umeå, ehe Conny Pohlers den Ausgleich für Frankfurt markierte. Beim 3:2-Sieg im Rückspiel in Frankfurt war Pohlers doppelt erfolgreich, als Dahlqvist auf der anderen Seite traf.

• Wolfsburgs Pohlers, die ihr letztes Europapokalspiel vor ihrem Karriereende im Sommer bestreiten wird, ist die einzige Spielerin, die diesen Wettbewerb mit drei verschiedenen Vereinen gewinnen konnte: Potsdam (2005), Frankfurt (2008) und Wolfsburg (2013).

• Pohlers und Viola Odebrecht könnten die ersten Spielerinnen werden, die diesen Wettbewerb viermal gewonnen haben.

• Mit 48 Treffern ist Pohlers die Rekordtorschützin dieses Wettbewerbs.

• Mit acht Treffern ist Pohlers die Rekordtorschützin in Finals, auf Rang zwei folgt Marta mit vier Toren. Sollte Pohlers zum Einsatz kommen, würde sie mit Rekordhalterin Anna Paulson gleichziehen, die acht Finalspiele bestritt (inklusive Hin- und Rückspiel bei Finals vor 2009/10).

• Weitere Mehrfachsiegerinnen im Wolfsburger Kader sind Josephine Henning (Potsdam 2010, Wolfsburg 2013), Odebrecht (Potsdam 2005 und 2010, Wolfsburg 2013), Nadine Keßler (Potsdam 2010, Wolfsburg 2013) und Alexandra Popp (Duisburg 2009, Wolfsburg 2013).

• Von den anderen Wölfinnen, die das Finale der letzten Saison gewannen, sind Luisa Wensing, Lena Goeßling, Zsanett Jakabfi, Anna Blässe, Ivonne Hertmann, Martina Müller, die eingewechselte Lina Magull und die nicht eingewechselte Ersatzspielerin Stephanie Bunte sowie Trainer Ralf Kellermann noch dabei. Müller verwandelte an der Londoner Stamford Bridge in der 73. Minute einen Elfmeter zum 1:0-Siegtreffer gegen Lyon.

• Kellermann könnte mit Bernd Schröder (Potsdam, 2005 und 2010), Hans-Jürgen Tritschoks (Frankfurt 2006 und 2008) und Patrice Lair (Lyon, 2011 und 2012) gleichziehen, die diesen Titel als Trainer zweimal gewonnen haben.

• Wolfsburgs Nilla Fischer ist in der schwedischen Nationalmannschaft Teamkollegin von Söberg, Seger, Edlund, Dahlqvist, Antonia Göransson und Malin Diaz.

Vorbild in Lissabon
• Wolfsburg hofft darauf, die zweite deutsche Mannschaft zu werden, die in Lissabon einen UEFA-Wettbewerb gewinnt: 1992 holte der SV Werder Bremen durch einen 2:0-Sieg gegen den AS Monaco FC im einzigen kontinentalen Finale im alten Estádio da Luz den Pokal der Pokalsieger.

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