Wolfsburg gewinnt Thriller in Lissabon

Tyresö FF - VfL Wolfsburg 3:4 Das deutsche Team lag bereits 0:2 hinten, doch nach einem furiosen zweiten Durchgang machte Wolfsburg die Titelverteidigung perfekt.

Der VfL Wolfsburg hat es geschafft und zum zweiten Mal in Folge die UEFA Women's Champions League gewonnen. Im Estádio do Restelo in Lissabon setzte sich der Bundesligist nach einem hochklassigen Endspiel und dramatischen Spielverlauf mit 4:3 gegen Tyresö FF durch.

Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann überraschte mit der Aufstellung von Innenverteidigerin Josephine Henning, die zuletzt noch verletzt gefehlt hatte. Tyresö-Trainer Tony Gustavsson schenkte turnusgemäß diesmal Carola Söberg im Tor das Vertrauen und konnte auch wieder auf Mittelfeldspielerin Verónica Boquete bauen.

In den Anfangsminuten gelang es Neuling Tyresö gut, mit konsequentem Pressing das Wolfsburger Aufbauspiel nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, doch nach zehn Minuten übernahm Wolfsburg mehr und mehr das Kommando. Alex Popp hatte mit einem Kopfball nach Flanke von Anna Blässe nach einer knappen Viertelstunde die erste Chance, verfehlte jedoch ihr Ziel.

Kurz darauf bekam Lena Goeßling im Mittelkreis den Ellenbogen von Lisa Dahlkvist ab, nach kurzer Behandlung kehrte sie aber auf das Feld zurück. Die Wolfsburgerinnen kamen dann der Führung nah, als Kapitänin Nadine Keßler den Ball nach innen gab, Martina Müller jedoch aus kurzer Distanz – überrascht von der sich bietenden Chance – den Ball nicht voll traf (25.).

Aus dem Nichts gingen jedoch die kompakten und technisch versierten Schwedinnen mit ihrer ersten Chance in Führung, als sich Marta nach Pass von Boquete gegen drei Wolfsburgerinnen durchsetzte und vollstreckte (28.).

Und nur Augenblicke später schraubte Tyresö die Führung eiskalt in die Höhe, als Christen Press am linken Flügel ihre Klasse ausspielte und maßgerecht auf Boquete flankte, die Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult keine Chance ließ (30.).

Müller hatte die Chance, für die Wolfsburgerinnen noch vor der Pause zu verkürzen, doch Söberg parierte glänzend und hielt auch den Nachschuss von Selina Wagner (42.).

Wolfsburg kam furios aus der Kabine, Anna Blässe flankte vom rechten Flügel und Popp drückte den Ball per Kopf zum schnellen Anschlusstreffer ins Netz (47.) - ein Déjà-vu des Treffers aus dem Halbfinal-Hinspiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam. Und Müller hätte kurz darauf fast den Ausgleich erzielt, als sie allein auf Söberg zulief, den Ball aber nicht im Netz unterbrachte (49.). Augenblicke später bot sich Wolfsburg die nächste Chance, nach Vorarbeit von Blässe wurde Keßlers Schussversuch jedoch von Meghan Klingenberg geblockt (50.).

Wolfsburg war aber weiter am Drücker, Müller nahm einen weiten Ball auf, ging erneut allein aufs Tyresö-Tor zu und schob den Ball zum Ausgleich ein (53.). Doch die fünffache Weltfußballerin Marta hatte eine sofortige Antwort parat, als sie sich gegen Luisa Wensing durchsetzte und den Ball präzise ins lange Eck an den Fingerspitzen von Schult vorbei zur 3:2-Führung ins Netz zirkelte (56.). Nach Freistoß von Goeßling war Popp erneut mit dem Kopf zur Stelle, der Ball ging jedoch am Tor vorbei (60.).

Und Stephanie Bunte versuchte es mit einem Schrägschuss, den Söberg parierte (62.). Doch die pure Dramatik ging weiter, denn als Tyresö wegen der Behandlung von Klingenberg in Unterzahl agierte, gelang der für Wagner zur zweiten Halbzeit eingewechselten Verena Faißt an ihrem 25. Geburtstag nach Vorarbeit von Popp der Ausgleich (68.).

Wolfsburg wollte nun sichtlich die Entscheidung, und Müller war erneut zur Stelle, als sie nach schöner Vorarbeit von Keßler aus kurzer Distanz zum Endstand abstaubte und den zweiten Champions-League-Triumph in Folge perfekt machte (80.). Schon im Vorjahr hatte sie an der Stamford Bridge den entscheidenen Siegtreffer erzielt.

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