Stars der Women’s Champions League engagieren sich für den Breitenfußball
Mittwoch, 7. Oktober 2026
Artikel-Zusammenfassung
Auch die größten Namen in der UEFA Women’s Champions League haben einst klein angefangen und waren wie Millionen junger Menschen in ganz Europa im Breitenfußball aktiv, wo sie Freundschaften geschlossen, Teams gefunden und keine Gelegenheit ausgelassen haben, einen Ball zu kicken.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
Für Alessia Russo (FC Arsenal), Keira Walsh (FC Chelsea), Pernille Harder (Bayern München) und Ewa Pajor (FC Barcelona) haben diese frühen Erfahrungen dazu beigetragen, dass sie es bis an die Spitze des Frauenfußballs geschafft haben.
Die vier Spielerinnen möchten nun dem Breitensport etwas zurückgeben und haben Initiativen auf den Weg gebracht, damit noch mehr junge Menschen zum Fußball stoßen und dabei die nächste Generation inspiriert wird.
Im Rahmen der UEFA-Breitenfußball-Woche haben sie darüber gesprochen, wo ihre eigene Geschichte begann, warum sie etwas zurückgeben wollen und was sie dem Nachwuchs von heute raten würden.
Alessia Russo: „Im Breitenfußball ist meine Begeisterung für diesen Sport entstanden.“
Wenn ich von der Schule nach Hause gekommen bin, habe ich meine Tasche abgeworfen und bin sofort nach draußen gerannt. Wir hatten ein kleines Feld und dort trafen sich alle Kinder aus meiner Straße. Wir spielten stundenlang, bis unsere Eltern uns zum Abendessen riefen.
Durch den Breitenfußball habe ich mich für den Sport begeistert. Ich wollte jeden Abend und jedes Wochenende spielen – mit Jungs und Mädchen – einfach so viel kicken, wie ich konnte.
Die Alessia-Russo-Stiftung habe ich gegründet, weil mir bewusst geworden ist, dass ich als Kind so fantastische Erfahrungen im Breiten- und Schulfußball sammeln durfte. Aber nicht jedes Kind hat diese Möglichkeit.
Ob als Spielerin, Trainerin oder in den Medien – ich möchte Mädchen dabei helfen, dass sie einen gangbaren Weg für sich erkennen.
Wenn ein junges Mädchen davon träumt, eines Tages für England zu spielen, würde ich sie definitiv ermutigen. Ambitionen sind keine Grenzen gesetzt, und alles lässt sich erreichen, wenn man nur daran glaubt.
Keira Walsh: „Ich möchte, dass junge Mädchen dieselben Chancen erhalten, die ich einst hatte.“
Eine meiner schönsten Erinnerungen ist die Zeit, als ich mit meinem Vater auf dem Rasen gegenüber unserem Haus trainierte. Ich wartete darauf, dass er von der Arbeit nach Hause kam, und fragte ihn dann sofort, ob wir rausgehen und Fußball spielen könnten.
Dabei habe ich mich immer wirklich unterstützt gefühlt. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich das einzige Mädchen in der Mannschaft, aber ich kannte es nie anders. Im Team war ich immer willkommen und der Breitenfußball hat mir eine so tolle Zeit geschenkt.
Es gibt keinen Leistungsdruck, denn nichts hängt von den Ergebnissen ab. Du versuchst auch nicht, die weltbeste Spielerin zu werden. Im Breitensport geht es vor allem darum, einfach nur Spaß am Fußball zu haben.
In meiner Heimat habe ich mich in dieser Hinsicht immer unterstützt gefühlt. Ich habe für alle lokalen Teams gespielt und überall das Gefühl gehabt, dass die Menschen hinter mir stehen. Überall wollte man, dass ich Erfolg habe. Deshalb war es mir besonders wichtig, mich für das lokale Juniorinnen-Zentrum zu engagieren. So bringt Rochdale hoffentlich noch eine bekannte Spielerin hervor.
Ich möchte, dass junge Mädchen dieselben Chancen und Möglichkeiten erhalten, die ich einst hatte. Es wäre fantastisch zu sehen, dass eine von ihnen es bis ins Nationalteam schafft.
Pernille Harder: „Mein Rat ist es, ganz groß zu träumen.“
In den ersten fünf Jahren habe ich mit Jungs gespielt, weil es kein Mädchenteam gab. Aber ich stamme aus einer engagierten Gemeinschaft – einer Kleinstadt, in der sich Coaches und Eltern wirklich eingebracht haben.
Als ich jung war, gab es nicht so viele Fußballerinnen, zu denen man aufschauen konnte, weil der Frauenfußball nicht im Fernsehen gezeigt wurde. Einige Vorbilder hatte ich aber schon. Die Kapitänin der [dänischen] Nationalmannschaft, Katrine Pedersen, hat mich begeistert.
Ich denke, die mangelnde Sichtbarkeit in meiner Jugend hat mich wirklich dazu inspiriert, jetzt etwas für junge Mädchen in Dänemark zu tun. Mit meiner ganzen Erfahrung im Fußball kann ich ihre Entwicklung unterstützen, weil ich weiß, was noch vor ihnen liegt.
Mein Rat an junge Spielerinnen ist es, ganz groß zu träumen, an sich zu glauben, hart zu arbeiten, aber auch weiterhin Spaß am Fußball zu haben. Habt Freude an der Sache. Ich glaube, der Druck setzt jetzt noch früher ein und es ist so wichtig, dieses Gleichgewicht zu wahren.
Ewa Pajor: „Ich möchte etwas für Mädchen bewirken.“
Als junge Spielerin hatte ich es nicht leicht, aber ich habe es jeden Tag genossen, mit den Jungs zu spielen. Mittlerweile spielen immer mehr Mädchen Fußball und finden Teams, denen sie sich anschließen können.
Seit fünf Jahren unterstütze ich Fußballcamps in Polen. Darauf bin ich sehr stolz. Ich denke, der Frauenfußball in Polen wächst immer weiter und ich möchte etwas für die Mädchen bewirken, weil ich weiß, wie schwierig es für mich war. Ich wünsche mir, dass Mädchen einen Ort haben, an dem sie Fußball spielen können.
Dabei hoffe ich, dass sie sehen, wie sehr sich der Frauenfußball in den letzten fünf Jahren entwickelt hat, und dass sie dadurch inspiriert sind.
UEFA-Breitenfußball-Woche 2026
Anlässlich der vom strategischen Partner Lidl unterstützten UEFA-Breitenfußball-Woche standen die Menschen, Programme und Gemeinschaften im Fokus, die den Sport in ganz Europa für alle zugänglich und attraktiv machen.
Diese findet jedes Jahr im September parallel zur europäischen Woche des Sports der Europäischen Kommission statt, die zu sportlichen Aktivitäten anregen und gesunde Lebensgewohnheiten in ganz Europa fördern soll.
Im Rahmen der Kampagne #BeActive wird insbesondere betont, dass Sport und körperliche Betätigung allen offen stehen sollten, unabhängig von Alter, Herkunft und Fähigkeiten.