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In Oslo bricht eine neue Ära an: UEFA Women’s Champions League und UEFA Women’s Europa Cup – eine Neugestaltung des Frauenfußballs

Rekordwachstum, mehr Teilnehmer und ein stärkeres europäisches Ökosystem

Oslo, Norwegen – 23. Mai Alexia Putellas vom FC Barcelona feiert mit ihren Teamkolleginnen am 23. Mai 2026 im Ullevaal-Stadion in Oslo, Norwegen den Sieg der UEFA Women’s Champions League. (Foto von Maja Hitij)
Oslo, Norwegen – 23. Mai Alexia Putellas vom FC Barcelona feiert mit ihren Teamkolleginnen am 23. Mai 2026 im Ullevaal-Stadion in Oslo, Norwegen den Sieg der UEFA Women’s Champions League. (Foto von Maja Hitij) Getty Images

Am 23. Mai 2026 senkte sich der Vorhang über die Frauenklubfußballsaison 2025/26. Im ausverkauften Ullevaal-Stadion im norwegischen Oslo besiegte der FC Barcelona OL Lyonnes und sicherte sich damit den Titel in der UEFA Women’s Champions League 2025/26.

„Glückwunsch an beide Finalisten, insbesondere an den FC Barcelona zum Titelgewinn in der UEFA Women’s Champions League. Es war eine brillante Klubwettbewerbssaison. Wir haben nicht nur die UEFA Women’s Champions League weiterentwickelt, um sie attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen. Mit dem neuen UEFA Women’s Europa Cup wird deutlich, dass wir nicht nur kleine Verbesserungen an der Spitze vornehmen, sondern uns wirklich auf den Aufbau eines Systems konzentrieren. Ein System, in dem viele Vereine und Spielerinnen antreten können und das die Weiterentwicklung auf nationaler Ebene fördert.

Aus sportlicher Sicht war das Niveau hervorragend und was die Zuschauerzahlen angeht, hat der Wettbewerb neue Maßstäbe für den Frauenklubfußball gesetzt. Und natürlich hat das Finale selbst, ein weiteres ausverkauftes Spiel in einer historischen Frauenfußballnation wie Norwegen, all unsere Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen.“

Nadine Keßler, Direktorin Frauenfußball der UEFA

Weiterentwicklung eines Wettbewerbs, ohne seine Seele zu verlieren 

Nach 25 Jahren Spitzenleistungen ist für die UEFA Women’s Champions League in dieser Saison eine neue Ära angebrochen. Entscheidend ist, dass der Eintritt weiterhin auf sportlichem Verdienst beruht, doch das neue Format sorgt in jeder Phase für mehr Spannung, Abwechslung und Unvorhersehbarkeit.

Ab der Ligaphase wurde dies noch verstärkt: Die durchschnittliche Tordifferenz ging im Vergleich zur Vorsaison um beinahe ein Tor zurück. Zudem endete fast die Hälfte (49 %) aller Begegnungen mit einem einzigen Tor Unterschied oder unentschieden, während die Zahl der Comebacks dramatisch anstieg: In 33 % der Spiele (25) gelang es den Teams, einen Rückstand aufzuholen und zu gewinnen oder ein Unentschieden zu erzielen – in der letzten Saison waren es nur 11 % (7).

Dank der neugestalteten Ligaphase fanden 54 einzigartige Begegnungen statt – mehr als doppelt so viel wie im vorherigen Format. Dadurch standen hochkarätige Spitzenduelle früher auf dem Programm, sich wiederholende Begegnungen wurden vermieden und die Spannung während des gesamten Wettbewerbs blieb erhalten. Auch in der K.-o.-Phase wurde hochintensiver Fußball in prestigeträchtigen, gut gefüllten Stadien mit knappen Ergebnissen und ungewissem Ausgang gespielt.

Zielgerichtetes Wachstum 

Das Interesse am Wettbewerb nimmt weiterhin rasant zu. Die Zuschauerzahlen haben sich im Vergleich zur letzten Saison bereits mehr als verdoppelt. In den Spielen vor dem Finale wurden insgesamt über 39,7 Mio. Zuschauer/-innen verzeichnet, eine Zahl, die voraussichtlich auf mindestens 44,5 Mio. steigen wird, sobald die Zuschauerzahlen für das Finale bestätigt sind. Die Spiele werden mittlerweile in 207 Gebiete übertragen, wobei hochwertige Berichterstattung mit breiter Verfügbarkeit kombiniert wird, darunter allein für das Finale 30 frei empfangbare Sender – damit war es das bisher meistausgestrahlte Endspiel der UEFA Women’s Champions League.  

Beinahe die Hälfte (48,7 %) aller Fernsehzuschauer/-innen in Norwegen verfolgte zum Anpfiff das Finale, während in Spanien mit über 1,15 Mio. Zuschauer/-innen auf RTVE neue Zuschauerrekorde für den Wettbewerb aufgestellt wurden. In Frankreich verfolgten 950 000 Zuschauerinnen und Zuschauer das zwölfte Endspiel von OL Lyonnes. 

Auch die Zuschauerzahlen in den Stadien sind gestiegen, insbesondere in späteren Phasen, als entscheidende K.-o.-Duelle vor großen Kulissen gespielt wurden. Bemerkenswert ist, dass alle vier Halbfinalspiele an bedeutenden Spielstätten stattfanden – der Fußball Arena München, dem Arsenal-Stadion, dem OL-Stadion und dem Camp Nou. Beim diesjährigen Finale wurde zudem ein neuer Zuschauerrekord im norwegischen Frauenfußball aufgestellt.

Der Wettbewerb findet auch auf digitalen Plattformen weiterhin großen Anklang, unterstützt durch verbesserte Content-Strategien und koordinierte, wirkungsvolle Werbemaßnahmen seitens der UEFA, der Vereine und der kommerziellen Partner.

Auf den offiziellen Wettbewerbskanälen wurden insgesamt 947 Mio. Videoansichten in den sozialen Medien generiert – ein Anstieg um 50 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies unterstreicht das weltweit wachsende Interesse an Inhalten zur UEFA Women’s Champions League. Dies spiegelte sich ferner in 1,49 Mrd. Impressionen (+44 % im Vergleich zum Vorjahr) und 52 Mio. Interaktionen (+16 % im Vergleich zum Vorjahr) wider, was nicht nur eine größere Reichweite, sondern auch eine umfassendere und nachhaltigere Interaktion mit den Fans verdeutlicht.

Zusammengenommen belegen diese Kennzahlen das rasante digitale Wachstum des Wettbewerbs, der weiterhin neue Zielgruppen anzieht und die Bindung zu Fans auf der ganzen Welt stärkt.

Erweiterung der Fußballpyramide: der UEFA Women’s Europa Cup 

Neben diesen Veränderungen stellt die Einführung des UEFA Women’s Europa Cup für den europäischen Frauenklubfußball einen weiteren großen Schritt nach vorne dar.

Für viele Vereine waren europäische Wettbewerbe bisher ein weit entferntes Ziel oder endeten zu früh, um eine sinnvolle Entwicklung voranzutreiben. Der neue Wettbewerb schließt diese Lücke und bietet einen breiteren Zugang zu europäischen Wettbewerben sowie einen zweiten Qualifikationsweg für Teams, die in den frühen Phasen der Qualifikation zur UEFA Women’s Champions League ausgeschieden sind. Durch die Erweiterung des Zugangs und die stärkere Einbindung der Vereine in europäische Wettbewerbe sorgt der Neuzugang für mehr Leistungsdichte.

In der Spielzeit 2025/26 nahmen 43 Vereine aus 28 Verbänden teil, wobei allein in der K.-o.-Phase 13 Nationalverbände vertreten waren.

Auf dem Rasen bot der Wettbewerb äußerst attraktiven Fußball. Eine spannende K.o.-Phase gipfelte im ersten rein schwedischen Klubwettbewerbsendspiel, bei dem BK Häcken gegen Hammarby IF die Trophäe des ersten UEFA Women’s Europa Cup gewann.

Ein stärkeres Fundament für die Zukunft 

Über beide Wettbewerbe hinweg hat sich der Umfang des europäischen Frauenklubfußballs deutlich vergrößert. Insgesamt nahmen in dieser Saison 86 Vereine aus 50 Nationalverbänden teil und über 2 000 Spielerinnen aus 91 Nationen standen auf dem Platz.

Auch die finanziellen Anreize nehmen zu: insgesamt wurden EUR 37,7 Mio. ausgeschüttet. Mehr als die Hälfte dieser Mittel fließt an Vereine, die nicht an der Liga- oder K.-o.-Phase der UEFA Women’s Champions League teilgenommen haben, was das Engagement der UEFA für Solidarität, Nachhaltigkeit und langfristiges Wachstum unterstreicht.

Dieses ausgewogene Modell bleibt ein zentrales Element der Wettbewerbsidentität: Es ist offen, beruht auf sportlichem Verdienst und ist darauf ausgelegt, die gesamte Fußballpyramide zu stärken.

Das letzte Kapitel – und eine neue Ära 

Das Finale der UEFA Women’s Champions League in Oslo beendete mit dem Triumph des FC Barcelona eine wegweisende Saison.

Doch über das Ergebnis hinaus signalisiert dieser Moment etwas Größeres.

Die UEFA Women’s Champions League ist in eine neue Ära eingetreten – mit mehr Leistungsdichte, einem breiteren Zugang und mehr, was auf dem Spiel steht. Zusammen mit dem UEFA Women’s Europa Cup bildet sie ein stärkeres, inklusiveres Ökosystem, das darauf ausgelegt ist, das anhaltende Wachstum des Frauenklubfußballs voranzutreiben.