Highlights, Bericht: Barça lässt OL im Finale keine Chance
Samstag, 23. Mai 2026
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Der FC Barcelona sichert sich mit einem dominanten Auftritt im zweiten Durchgang gegen OL Lyonnes den Titel.
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Der FC Barcelona sicherte sich dank Doppelpacks von Ewa Pajor und Salma Paralluelo seinen vierten Titel in der UEFA Women's Champions League. OL Lyonnes hatte zunächst besser in die Partie gefunden, war am Ende aber machtlos gegen die individuelle Klasse in der Offensive der Katalaninnen.
Schlüsselmomente
11.: Putellas verpasst knapp mit Flachschuss
18.: Pajor trifft nur das Außennetz
35.: Abschluss von Pajor segelt am Tor vorbei
41.: Bacha testet Coll mit direktem Freistoß
55.: Pajor trifft eiskalt zur Führung
61.: Coll pariert stark gegen Becho
69.: Pajor staubt ab und schnürt Doppelpack
90.: Paralluelo erzielt Treffer zum 3:0-Endstand
90.+3.: Auch Paralluelo trifft doppelt
Spiel in Kürze
Caroline Graham Hansen stand in ihrer norwegischen Heimatstadt Oslo wieder in Barcelonas Startelf, während Vicki Becho auf der rechten Seite des OL-Angriffs die verletzte Kadidiatou Diani ersetzte. Wendie Renard baute derweil ihre beeindruckende Serie aus und stand damit in allen zwölf Endspielen des französischen Klubs auf dem Platz. Auch die deutsche Nationalspielerin Jule Brand, die im Halbfinal-Duell mit Arsenal zweimal getroffen hatte, durfte gegen Barça erneut von Beginn an ran.
Die Anfangsphase des Endspiels wurde zunächst von hart umkämpften Zweikämpfen im Mittelfeld bestimmt. Beide Teams verteidigten konzentriert und unterbanden die Angriffsbemühungen ihrer Gegnerinnen konsequent. Es dauerte bis zur 11. Minute, bis Alexia Putellas mit einem Flachschuss nach Vorarbeit von Caroline Graham Hansen nur knapp das Tor verfehlte. Kurz darauf staubte Ada Hegerberg nach einem Freistoß von Selma Bacha aus kurzer Distanz ab, ihr Treffer wurde jedoch wegen einer vorausgegangenen Abseitsstellung zurückgenommen.
In der 18. Minute hatte Ewa Pajor dann auf der anderen Seite die Chance auf den Führungstreffer. Nach einem langen Ball von Putellas tauchte die Polin frei vor der herausgestürmten Christiane Endler auf, setzte ihren Abschluss allerdings nur ins Außennetz. Trotz zweier guter Torchancen taten sich die Katalaninnen im ersten Durchgang schwer, Kontrolle über das Spiel zu erlangen. OL ließ nur wenig Räume zu und kontrollierte über weite Strecken das Spielgeschehen, konnte die spielerische Überlegenheit allerdings nur selten in klare Torchancen ummünzen.
Kurz vor der Pause hatte Bacha die beste Chance auf Seiten der Französinnen für den Führungstreffer. Die Standardspezialistin zirkelte einen Freistoß von der rechten Strafraumkante in Richtung des oberen rechten Ecks, Barça-Keeperin Cata Coll reagierte jedoch stark und konnte auf Kosten einer Ecke parieren. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff traf Pajor dann nach Vorarbeit von Patricia Guijarro zum 1:0 für Barcelona. Die Toptorschützin dieser Saison der UEFA Women's Champions League nahm Guijarros Zuspiel auf der rechten Seite des Strafraums geschickt an und traf mit einem perfekt platzierten Flachschuss zur Führung ins lange Eck.
Kurz darauf kam auch OL zur ersten vielversprechenden Chance im zweiten Durchgang, als Vicki Becho nach Vorarbeit per Hacke von Lily Yohannes zum Abschluss kam. Coll konnte den Flachschuss der Französin jedoch gerade noch mit einer starken Parade entschärfen und so den Ausgleich verhindern. Nur wenige Minuten später klingelte es dann auf der anderen Seite: Clara Serrajordi behielt nach einem kurzen Durcheinander im OL-Strafraum die Übersicht und legte auf Pajor quer, die aus kurzer Distanz nichts anbrennen ließ und den Ball zum 2:0 für Barcelona einschweißte.
In der 75. Minute hatte die eingewechselte Tabitha Chawinga noch einmal die Chance auf den Anschlusstreffer, als sie nach einem schönen Steckpass von Melchie Dumornay relativ unbedrängt zum Abschluss kam. Die stark aufgelegte Coll parierte jedoch erneut mit einem starken Reflex und hielt so die Null für ihr Team fest. Im Anschluss ließen die Katalaninnen nichts mehr anbrennen und kurz vor Ende der Partie erzielte Salma Paralluelo mit einem sehenswerten Schuss von der Strafraumkante das 3:0, ehe sie wenig später erneut zum 4:0-Endstand traf. Barcelona zog mit dem Finalsieg mit Eintracht Frankfurt gleich und liegt mit vier Titeln in der UEFA Women's Champions League nun auf dem geteilten zweiten Platz. Für Barça-Coach Pere Romeu war es zudem der erste Titel in der Königsklasse der Frauen, nachdem er den Verein im Sommer 2024 übernommen hatte.
Vodafone Spielerin des Spiels: Ewa Pajor (FC Barcelona)
"Sie hatte enormen Einfluss auf das Spiel. Bereits die Ballannahme und der Abschluss bei ihrem ersten Treffer waren von höchster Qualität. Auch vor ihrem zweiten Tor war sie stark in den Spielaufbau eingebunden und positionierte sich anschließend hervorragend für den Abschluss. Mit ihrem Positionsspiel sorgte sie konstant für Gefahr und blieb während der gesamten Partie eine permanente Bedrohung. Zudem bereitete sie auch noch das vierte Tor vor."
Technische Beobachtergruppe der UEFA
Stimmen
Pere Romeu, Trainer von Barcelona: "Man spürt, wie eine Last von den Schultern fällt. Man denkt an all das, was es gekostet hat, bis hierherzukommen, und schätzt diesen Titelgewinn dadurch umso mehr – vor allem auf die Art und Weise, wie wir ihn gewonnen haben. Cata [Coll] hat uns in einigen Situationen gerettet, dann haben wir getroffen und weiter Druck gemacht. Ich bin sehr glücklich."
Jonatan Giráldez, Trainer von OL Lyonnes: "Es war ein Spiel, in dem keines der beiden Teams viele Chancen hatte. Wir haben defensiv sehr stabil gespielt, besonders in der ersten Halbzeit. Aber Barcelona war im letzten Drittel extrem effizient. Ewa Pajor und Salma Paralluelo waren herausragend. Als das Spiel aufgrund des Spielstands offener wurde, haben wir versucht, mit mehr Offensivspielerinnen mehr Chancen zu kreieren, aber wir konnten das Tor, das wir gebraucht hätten, nicht erzielen."
Ewa Pajor, Stürmerin von Barcelona und Spielerin des Spiels: "Ich bin unglaublich dankbar. Das ist einfach Wahnsinn – der schönste Tag meines Lebens. Ich habe sechs Finals gespielt, und endlich haben wir es in Oslo geschafft. Ich bin sehr stolz und sehr dankbar. Von Anfang bis Ende war es ein hartes Spiel, aber wir haben es wirklich richtig gut gemacht. Wir haben für den Sieg gekämpft, und genau das macht dieses Team jeden Tag – darum kämpfen, das beste Team der Welt zu sein."
Christiane Endler, Torhüterin von OL Lyonnes: "Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel. Wir haben die erste Halbzeit kontrolliert, aber in der zweiten waren sie deutlich effizienter als wir. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, sie dagegen schon. Am Ende, wenn man selbst ein Tor erzielen will, entstehen automatisch Räume, und man wird anfälliger für Konter. Aber bis zu den Gegentoren haben wir gut gespielt. Ich bin enttäuscht vom Ergebnis, weil ich nicht finde, dass es den Spielverlauf wirklich widerspiegelt."
Aufstellungen
Barcelona: Cata Coll - Ona Batlle, Irene Paredes, Mapi León, Brugts (86. Cámara) - Serrajordi (71. Bonmatí), Patri Guijarro, Alexia Putellas (85. Nazareth)- Graham Hansen (62. Pina), Pajor, Salma Paralluelo
OL Lyonnes: Endler - Lawrence, Renard, Engen, Bacha - Dumornay, Heaps, Yohannes (72. Shrader) - Becho (66. Chawinga), Hegerberg (66. Katoto), Brand
Ehrentafel: Endspiele
UEFA Women's Champions League
2026 (Oslo): Barcelona - OL Lyonnes 4:0
2025 (Lissabon): Arsenal - Barcelona 1:0
2024 (Bilbao): Barcelona - Lyon 2:0
2023 (Eindhoven): Barcelona - Wolfsburg 3:2
2022 (Turin): Lyon - Barcelona 3:1
2021 (Göteborg): Barcelona - Chelsea 4:0
2020 (San Sebastián): Lyon - Wolfsburg 3:1
2019 (Budapest): Lyon - Barcelona 4:1
2018 (Kiew): Lyon - Wolfsburg 4:1 n.V.
2017 (Cardiff): Lyon - Paris Saint-Germain 0:0 n.V., 7:6 i.E.
2016 (Reggio Emilia): Lyon - Wolfsburg 1:1 n.V., 4:3 i.E.
2015 (Berlin): Frankfurt - Paris Saint-Germain 2:1
2014 (Lissabon): Wolfsburg - Tyresö 4:3
2013 (London): Wolfsburg - Lyon 1:0
2012 (München): Lyon - FFC Frankfurt 2:0
2011 (London): Lyon - Turbine Potsdam 2:0
2010 (Madrid): Turbine Potsdam - Lyon 0:0 n.V., 7:6 i.E.
UEFA-Frauen-Pokal:
Finale mit Hin- und Rückspiel
2009: Duisburg - Zvezda-2005 6:0/1:1 (Gesamt: 7:1)
2008: Frankfurt - Umeå 1:1/3:2 (Gesamt: 4:3)
2007: Arsenal - Umeå 1:0/0:0 (Gesamt: 1:0)
2006: Frankfurt - Turbine Potsdam 4:0/3:2 (Gesamt: 7:2)
2005: Turbine Potsdam - Djurgården 2:0/3:1 (Gesamt: 5:1)
2004: Umeå - Frankfurt 3:0/5:0 (Gesamt: 8:0)
2003: Umeå - Fortuna Hjørring 4:1/3:0 (Gesamt: 7:1)
Finale mit nur einem Spiel
2002 (Frankfurt): Frankfurt - Umeå 2:0
Sieger als "Heimteam" geführt