Finale der Women's Champions League: Pere Romeu über die Führungsqualitäten von Alexia Putellas und das Comeback von Aitana Bonmatí
Dienstag, 19. Mai 2026
Artikel-Zusammenfassung
Barcelonas Trainer Pere Romeu blickt auf die Finalniederlage von 2025 zurück, lobt Alexia Putellas als "echte Führungspersönlichkeit" und freut sich vor dem Finale der UEFA Women's Champions League 2026 über die Rückkehr von Aitana Bonmatí.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
Am Ende seiner zweiten Saison als Trainer von Barcelona bereitet sich Pere Romeu erneut auf ein Finale der UEFA Women's Champions League vor.
Vor dem Blockbuster-Duell mit OL Lyonnes in Oslo spricht der in Barcelona geborene Trainer im Interview mit der UEFA über die Finalniederlage 2025, Alexia Putellas, Aitana Bonmatí und OL-Coach Jonatan Giráldez.
Wenn Pere Romeus Barcelona in der Women's Champions League antritt, gewinnt sein Team meistens. In dieser Saison sind die Katalaninnen mit acht Siegen und zwei Unentschieden aus zehn Spielen noch ungeschlagen. Schon auf dem Weg ins Finale in Romeus Debütsaison hatte Barcelona mit neun Siegen und nur einer Niederlage eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen.
"Ich glaube, es gibt dafür drei Gründe", antwortet Romeu auf die Frage nach der Siegermentalität seiner Spielerinnen.
"Erstens haben sie die Qualität, Spiele zu gewinnen. Das hat nicht jede Spielerin. Zweitens sind sie bescheiden genug zu wissen, dass dich jedes Team schlagen kann, wenn du nicht dein absolutes Topniveau erreichst."
"Und drittens besitzen sie diesen Wettbewerbscharakter, der sie immer nach mehr streben lässt. Diese drei Dinge prägen unseren Alltag hier enorm."
Trotz dieser Siegermentalität schwebt eine Niederlage weiter über Romeu und seinem Team, als sie nun erneut die größte Bühne des europäischen Frauenfußballs betreten: das 0:1 gegen Arsenal im Finale 2025 in Lissabon.
"In diesem Spiel haben wir nicht das gezeigt, was uns zuvor ausgezeichnet hatte", blickt Romeu zurück. "Wir hatten zu wenig Verbindungen im Ballbesitz und haben das Spiel zu selten verlagert. Außerdem waren wir viel zu passiv, wenn es darum ging, den Ball zurückzuerobern."
Die Lehren aus dieser Niederlage haben Barcelona in der Saison 2025/26 mit voller Wucht zurückkehren lassen – "wir haben alles genutzt, was wir aus dieser Saison gelernt haben" –, doch Romeu will verhindern, dass die Rückschau vor dem Finale zur Belastung wird.
"Wenn wir uns nur darauf konzentrieren, was wir an diesem Tag nicht gemacht haben, entfernen wir uns von dem, was wir jetzt tun wollen: weiter guten Fußball spielen, als Team auftreten und weiterhin diese konkurrenzfähige, perfektionistische Version von uns selbst zeigen – individuell wie kollektiv. An Tagen wie diesen musst du dein bestes Niveau erreichen."
Angesichts der enormen Bedeutung des Spiels und der hauchdünnen Unterschiede ist Romeu froh, sich auf die Führungsqualitäten seiner erfahrenen Spielerinnen verlassen zu können.
Besonders hebt der 32-Jährige Alexia Putellas hervor, die im Viertelfinale beim 6:0-Erfolg im Camp Nou ihr 500. Pflichtspiel für Barcelona bestritt.
"Zu sehen, wie glücklich ihre Mitspielerinnen in diesem Spiel für sie waren, war etwas Besonderes", sagt Romeu.
"Ihre Spielübersicht, ihre Wahrnehmung, ihre Intuition – das sticht heraus. Sie ist jemand, der auf alles achtet und merkt, wann sie jemanden fragen muss, wie es ihm geht."
Auch die Rückkehr von Aitana Bonmatí, dreifache Gewinnerin des Ballon d’Or der Frauen, sorgt vor dem Finale für zusätzlichen Optimismus.
Bonmatí hatte seit November wegen eines Beinbruchs gefehlt und gab beim 4:2-Sieg gegen Bayern München im Halbfinal-Rückspiel ihr Comeback als Einwechselspielerin.
"Ich glaube, diese Einwechslung gegen Bayern hat sehr gut funktioniert", erklärt der Trainer.
"Sie kam auf den Platz, als wir schon relativ komfortabel geführt haben. Außerdem war es genau die Phase, in der Bayern mehr Risiko gehen musste. Wenn sie zwischen den Linien auftaucht und mit Ball nach vorne treiben kann, kommen ihre Stärken perfekt zur Geltung."
Taktisch wartet auf Romeu nun die Herausforderung, seinen früheren Mentor Jonatan Giráldez auszumanövrieren.
OL-Lyonnes-Trainer Giráldez betreute Barcelona zwischen 2021 und 2024, gewann 2023 und 2024 die Women’s Champions League und hatte Romeu in dieser Zeit als Co-Trainer an seiner Seite, bevor dieser im Juli 2024 übernahm.
"Wir kennen uns aus der gemeinsamen Zeit sehr gut, damals war er Cheftrainer und ich sein Assistent", sagt Romeu.
"Er hat mich zwar noch nie als Cheftrainer erlebt, aber taktisch kennt er mich in- und auswendig – und ich kenne ihn genauso gut."
"Es ist ein Finale, deshalb werden Kleinigkeiten den Unterschied machen. Wir werden versuchen, so gut wie möglich vorbereitet zu sein, unsere eigenen Stärken maximal auszuspielen und jede noch so kleine Schwäche von OL Lyonnes auszunutzen."
*Dieses Interview wurde am 5. Mai 2026 geführt.