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Women's Champions League Taktikanalyse: Bayerns vertikale Stärke und Momoko Tanikawas spielentscheidender Einfluss

Die Technische Beobachterin der UEFA, Gemma Grainger, beleuchtet die Laufwege von Pernille Harder und das Spielverständnis von Momoko Tanikawa beim Sieg von Bayern gegen Manchester United.

Pernille Harder und Momoko Tanikawa jubeln über Bayerns drittes Tor gegen Manchester United
Pernille Harder und Momoko Tanikawa jubeln über Bayerns drittes Tor gegen Manchester United AFP via Getty Images

Die eingewechselte Momoko Tanikawa erzielte in der Schlussphase den Siegtreffer und sicherte Bayern München damit einen 3:2-Sieg bei Manchester United, nachdem Pernille Harder die Bayern zuvor zweimal in Führung gebracht hatte. Damit gehen die Münchnerinnen mit einem Vorsprung in das Viertelfinal-Rückspiel der UEFA Women’s Champions League.

Die Offensivstrategie von Bayern konzentrierte sich darauf, Räume hinter der Abwehr schnell auszunutzen, wobei Passgeber und Läufer präzise aufeinander abgestimmt waren. Bei den ersten beiden Toren erwies sich ihre Fähigkeit, Spielsituationen zu erkennen und frühzeitig nach vorne zu agieren, als entscheidend, bevor Tanikawa von der Bank aus diese Gefahr noch weiter verstärkte.

Man Utd - Bayern 2:3: So lief das Spiel

Die Technische Beobachterin der UEFA, Gemma Grainger, hob die Bedeutung des Zusammenspiels und des Timings zwischen den einzelnen Spielerinnen hervor, was besonders beim ersten Tor deutlich zu sehen war. "Die Beziehung zwischen der Passgeberin und der Empfängerin ist bei diesem Tor absolut entscheidend", erklärte sie. "Als Arianna Caruso den Ball erhält, erkennt Pernille Harder sofort, dass Caruso den Ball auf dem hinteren Fuß annimmt, was ihr die Möglichkeit gibt, früh nach vorne zu spielen; Carusos Annahmetechnik ist für Harder ein visuelles Signal, dass sie in den freien Raum starten kann."

Women's Champions League Taktikanalyse: Pernille Harder geht in die Tiefe

"Die Beziehung zwischen der Passgeberin und der Empfängerin ist absolut entscheidend."

Gemma Grainger, Technische Beobachterin der UEFA 

Das Timing und die Feinheiten der Bewegung sind entscheidend. "Sie läuft hinter Maya Le Tissier her, was ein entscheidendes Detail ist, da Le Tissier den Ball und Harder nicht gleichzeitig im Auge haben kann", fügte Grainger hinzu. "Dieses Detail, kombiniert mit dem Timing des Passes und der Bewegung, ist entscheidend für die Qualität dieses Tores." Der Zusammenhang zwischen den beiden Spielerinnen ist klar: "Harders Lauf beeinflusst Carusos Entscheidung, den Ball zu spielen."

Das zweite Tor untermauert dieselben Offensivprinzipien, wobei Tanikawa nun im Mittelpunkt des Geschehens steht. "Der Schlüssel zur Qualität dieses Tores ist die Drehung ohne Ballkontakt von Tanikawa", sagte Grainger. "Ihr Gespür ermöglicht es ihr, den Ball schnell nach vorne zu spielen und den Raum zwischen den beiden Innenverteidigerinnen von Manchester United auszunutzen."

Erneut wird Harders Rolle bei der Destabilisierung der Abwehrreihe hervorgehoben. "Harders Position stellt die Innenverteidigerinnen von Manchester United ständig vor Herausforderungen." Ihre Laufwege schaffen die Voraussetzungen, während die Umsetzung aus dem Mittelfeld erfolgt. "Die Präzision von Tanikawas Pass auf Harder ermöglicht es dieser, den Ball im Lauf anzunehmen."

Women's Champions League Taktikanalyse: Tanikawa - Matchwinnerin von der Bank

Bayern-Trainer Jose Barcala lobte Tanikawa im Gespräch mit der UEFA nach dem Spiel: "Sie ist Weltklasse, spielt den Ball auch unter Druck souverän, ist unberechenbar, und sobald sie im letzten Drittel etwas Raum und Zeit hat, ist sie eiskalt. Aber auch in der Defensive ist sie clever. Sie hat uns sehr viel gebracht."

In einer Partie, die durch kleine Details entschieden wurde, unterstrich ihr Einsatz als Einwechselspielerin, wie entscheidend individuelle Qualität innerhalb eines klaren taktischen Rahmens sein kann. Grainger hob dabei insbesondere ihr "Spielverständnis und ihre Annahmestärke beim dritten Tor, ihre technische Fähigkeit, mit beiden Füßen zu spielen, sowie ihr Gespür für das Umschalten des Spiels und das perfekte Timing ihrer Laufwege" hervor.

"Wenn sie den Ball im Mittelfeld annimmt, ermöglicht ihr das Bewusstsein für den Druck der gegnerischen Spielerin in Bezug auf die Stelle, an der sie ihre erste Ballberührung ausführt, die zweite Ballberührung so vorzubereiten, dass sie an der Spielerin vorbeikommt und sich freispielt. Man sieht, wie sie sich vor der Ballannahme umschaut; dann nimmt sie den Ball mit der ersten Berührung von der Verteidigerin weg und spielt ihn mit der zweiten Berührung an der Verteidigerin vorbei."

Gemma Grainger begann Trainerkarriere im Frauenfußball bei Leeds United und Middlesbrough, bevor sie zum Englischen Fußballverband wechselte, wo sie über ein Jahrzehnt lang verschiedene englische Jugendnationalteams betreute. Sie war Cheftrainerin der walisischen Frauen-Nationalmannschaft und ist derzeit Cheftrainerin der norwegischen Frauen-Nationalmannschaft.