Wo das Finale der Women's Champions League gewonnen und verloren wurde: Barcelona - Wolfsburg 3:2
Samstag, 3. Juni 2023
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Die Protagonisten und unsere UEFA.com-Reporter analysieren, wo das Finale entscheiden wurde.
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Barcelona hat mit einem 3:2 gegen Wolfsburg zum zweiten Mal die UEFA Women's Champions League gewonnen, nachdem man zur Pause noch 0:2 hinten gelegen war.
Die Teams und unsere Reporter blicken auf das Spiel zurück.
Wo hat sich das Finale für Trainer und Spielerinnen entschieden?
Jonatan Giráldez, Trainer Barcelona: "Der Halbzeitstand war ein bisschen ungerecht, weil wir uns viele Chancen herausgespielt haben. Wir sind durch einen individuellen Fehler in Rückstand geraten. Danach haben wir aber schnell ins Spiel gefunden, dann aber wieder ein Gegentor kassiert. In der Halbzeitpause haben wir uns vorgenommen, unser Positionsspiel zu verbessern. Wir mussten aufwachen, optimistisch sein und uns vor Augen führen, dass wir noch 45 Minuten Zeit haben und es nicht unmöglich war."
"Ich möchte mich bei den Fans bedanken. Nicht nur für heute Abend, sondern für die Unterstützung während der gesamten Saison. Wann immer wir auf dem Spielfeld gewonnen haben, haben wir auch auf den Tribünen gewonnen, und sie waren der Schlüssel. Von dem Moment an, als meine Spielerinnen das Hotel verließen, brauchten sie diese zusätzliche Energie."
Patri Guijarro, Visa Spielerin des Spiels: "Wir hätten konzentrierter beginnen müssen. Wenn man zwei Tore kassiert, wird es kompliziert. Wir haben Chancen kreiert, sie aber nicht genutzt. Wir haben in der Halbzeitpause über diese kleinen Details gesprochen, über das Selbstvertrauen, dass wir seit dem letzten Jahr gereift sind und dass wir nach einem Rückstand nicht zusammengebrochen sind. Es war der Hunger und der Glaube jeder einzelnen Spielerin."
Tommy Stroot, Trainer Wolfsburg: "Letztendlich war es die Qualität von Barcelona. Wir haben gezeigt, was wir sehr gut können. Im ersten Durchgang waren wir wirklich im Spiel, aber dann wurden wir für Kleinigkeiten bestraft. Zu Beginn des zweiten Durchgangs waren wir nicht so entschlossen, wie wir es hätten sein müssen, und das bedeutete, dass wir tiefer spielen mussten. Als sie zum 2:2 zurückkamen, war das Spiel völlig offen, und eine halbe Stunde vor Schluss kann alles passieren, und Barcelona hat viel Qualität."
Alex Popp, Stürmerin Wolfsburg: "Man muss einfach anerkennen, dass Barcelona den Druck zu Beginn des zweiten Durchgangs ziemlich hoch gehalten hat. In diesen Minuten waren wir nicht in der Lage, uns ins Spiel reinzukämpfen, und dann wird es natürlich schwierig. Es war ein sehr gutes 2:0 im ersten Durchgang, und innerhalb von fünf Minuten im zweiten Durchgang stand es 2:2."
Wo hat sich das Finale für unsere Reporter entschieden?
Graham Hunter, Barcelona-Reporter: Ein Finale, das mit Stil gewonnen wurde, und das trotz eines 0:2-Rückstands. Dieses Endspiel wird lange in bester Erinnerung bleiben. Gewonnen wurde es durch eine alte Barcelona-Strategie: Überzahl im Mittelfeld. In der Halbzeit sorgte Trainer Giráldez dafür, dass Salma Paralluelo in die Mitte rückte und Fridolina Rolfö ab sofort wie ein Linksaußen auftrat und nicht mehr als Linksverteidigerin, Mariona Caldentey rückte ins Mittelfeld.
Wolfsburg reagierte zu spät, Barcelona hatte ein Übergewicht, das Caroline Graham Hansen und vor allem auch Aitana Bonmatí nutzen konnten. Die Zuschauer sahen ein großes Spektakel, das echte Werbung für den Frauenfußball war.
Judith Tuffentsammer, Wolfsburg-Reporterin: Wolfsburg zeigte eine unglaubliche erste Halbzeit – defensiv sehr solide, vor allem dank der enormen Laufarbeit aller Spielerinnen, und vor dem gegnerischen Tor waren sie bei zwei Chancen eiskalt. Und natürlich war auch ein wenig Glück im Spiel, weil Barcelona einige glasklare Chancen liegenließ.
Alles lief nach Plan: Man durfte Barcelona nur nicht in den Rhythmus kommen lassen und man versuchte, sein eigenes Spiel aufzuziehen. Aber dann begann die zweite Halbzeit, und Barcelona erwischte Wolfsburg zweimal auf dem falschen Fuß.
Beeindrucken war, wie Wolfsburg nach diesem Schock reagierte und durch Ewa Pajor zu zwei Möglichkeiten kam – bis ein Patzer bei einem Klärungsversuch Barcelona geradezu einlud, die Führung zu erzielen. Danach spielte Barça wie befreit, und man merkte den Wölfinnen an, wie viel Kraft die erste Hälfte gekostet hatte.