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Wolfsburgs Schult über Paris und das neue Stadion

Auf der Jagd nach dem dritten Titelgewinn in der Champions League in Folge spricht Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult über das Halbfinale gegen Paris, das neue Stadion und Verletzungspech.

Almuth Schult, Torhüterin beim VfL Wolfsburg und in der deutschen Nationalelf
Almuth Schult, Torhüterin beim VfL Wolfsburg und in der deutschen Nationalelf ©Getty Images

Nach zwei Remis gegen den FC Rosengård hat der VfL Wolfsburg im Viertelfinale dank der Auswärtstorregel die nächste Runde erreicht. Im Halbfinale der UEFA Women's Champions League empfängt der Titelverteidiger nun am Samstag im neuen AOK-Stadion nun das mit fünf deutschen Spielerinnen gespickte Paris Saint-Germain zum Hinspiel.

VfL Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult, die mit ihrem Team in der Vorsaison in ihrem Debütjahr den Champions-League-Titel holte, spricht mit UEFA.com über das Duell, den Pariser Kader, das neue Stadion und Wolfsburgs Verletztenmisere.

UEFA.com: Wie beurteilen Sie Ihre Chancen, neuerlich ins Champions-League-Finale einzuziehen?

Almuth Schult: Die Chancen sind auf jeden Fall da, auch wenn Paris unglaubliche Qualität im Kader hat. Die Chancen liegen bei 50:50, es kommt auch darauf an, ob wir uns im Heimspiel eine gute Ausgangslage schaffen können. Aber es kann auch genauso nach hinten los gehen, wenn Paris bei uns ein Auswärtstor schießt, dann haben wir gleich einen Nachteil, es ist also auf des Messers Schneide. Es wird wieder Werbung für den Frauenfußball werden und ein spannendes Spiel. Ich hoffe, dass viele Zuschauer kommen werden und ich hoffe, dass wir am Schluss im Finale stehen.

UEFA.com: Wie stark ist Paris im Vergleich mit Ihrem Viertelfinalgegner Rosengård?

Schult: Paris spielt sicherlich einen anderen Fußball, aber wenn man die ganzen Namen liest, vor allem die deutschen Spielerinnen, die wir kennen - Annike Krahn, Josi Henning, Lira Alushi und auch eine Linda Bresonik, die öfters verletzt war, aber jetzt wieder fit ist. Dann kommen die französischen Nationalspielerinnen hinzu. Die Mannschaft hat Qualität und kann sehr guten Fußball spielen. Sie hatten gegen Lyon zwar zuletzt in der Liga Probleme, aber sie sind nicht umsonst in das Halbfinale eingezogen.

UEFA.com: Sie haben die deutschen Spielerinnen bei Paris erwähnt - haben Sie mit Ihnen über das Spiel gesprochen? Wird schon ein bisschen gefrotzelt?

Schult: Man frotzelt schon mal ein bisschen. Sie freuen sich darauf, wieder einmal in Deutschland zu spielen. Dazu noch in unserem neuen Stadion, von dem sie schon gelesen und gehört haben. Wir haben ihnen gesagt, dass es dort viel Spaß macht, weil der Rasen toll ist. Ich denke, das wir ein heißes Duell, sie freuen sich, wir freuen uns, das sind die besten Voraussetzungen.

UEFA.com: Wie sehr haben Sie das erste internationale Spiel im neuen Stadion [gegen Rosengård] genossen?

Schult: Da ist internationales Flair ins Stadion eingezogen. Wir wussten ja auch nicht, ob wir unsere Serie fortsetzen können, die wir vom Stadion am Elsterweg mitgebracht haben. Aber bis jetzt hat es gut geklappt, ob in Bundesliga oder Champions League. Jetzt haben wir das Flair vom Elsterweg ein wenig abgelegt, wir sind froh, dass die Zuschauer dichter dran sind. Wir hoffen, dass im Sommer noch das Dach drauf kommt und das Stadion noch ein bisschen kompletter wirkt, aber wir sind sehr froh, dass uns das der Verein ermöglicht und die Stadt es genehmigt hat, dass wir ein neues Stadion bekommen. Das ist eine Wertschätzuhg von außen, dass wir jetzt zusammen mit der U23 unser eigenes Stadion haben. 

UEFA.com: Sie haben vor der Saison gegen Paris ein Testspiel bestritten und 2:0 gewonnen. Kann man aus einem solchen Spiel irgendwelche Erkenntnisse gewinnen?

Schult: Das liegt schon ein dreiviertel Jahr zurück. Paris hat sich entwickelt, wir haben uns weiterentwickelt. Es spielen vielleicht auch andere Spielerinnen, weil enige Spielerinnen verletzt sind oder neue Spielerinnen zum Kader hinzugestoßen sind. Man ist jetzt mitten in der Saison. Aber im Großen und Ganzen haben wir schon einmal das Spielsystem kennengelernt. Ich weiß nicht, ob sie noch im selben System spielen, aber es ist zumindest nicht ganz unbekannt. Ähnlich war es gegen Rosengård, gegen die wir ja im Jahr zuvor [gegen den Vorgängerverein Malmö] bereits gespielt hatten. Das war deswegen kein unbekannter Gegner, sondern man hat deswegen schon einmal die Mentalität der anderen Mannschaft gespürt.

Almuth Schult nach dem Triumph 2014 mit Josephine Henning, die jetzt bei Paris spielt
Almuth Schult nach dem Triumph 2014 mit Josephine Henning, die jetzt bei Paris spielt©Sportsfile

UEFA.com: Was für eine Leistung wäre es, den Champions-League-Titel zum dritten Mal in Folge zu gewinnen?

Schult: Das wäre unglaublich, denn das gab es noch nie. Es war schon unglaublich, es zweimal hintereinander geschafft zu haben. Wenn man die Bilanz sieht, dann haben wir noch kein Champions-League-Spiel in der Geschichte verloren. Wenn man das liest, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Wir hoffen alle, dass das so bleibt, aber wenn jetzt auch noch der dritte Titelgewinn hinzukommen würde, wüsste ich gar nicht mehr, was ich sagen soll.

UEFA.com: Wie gehen Sie mit der Belastung um, in Liga, Pokal und Champions League hochkarätige Spiele zu bestreiten? Genießen Sie das als Spielerinnen oder ist es schwierig, sich in kurzen Zeitabständen auf so viele Spiele zu konzentrieren?

Schult: Wir genießen das eher. Das sind die Highlights, für die wir Fußball spielen. Wir wollen solche Vergleiche auf hohem Niveau haben. Wir wollen Spannung und Emotionalität, darauf haben wir Lust. Aber zum Ende der Saison ist es sicherlich auch schwierig, wenn man sieht, dass verletzte Spielerinnen hinzukommen.

UEFA.com: Trotz der vielen Verletzungen im Team haben Sie in der Liga einen unglaublichen Lauf und nur wenige Gegentreffer kassiert. Worin liegt das Geheimnis?

Schult: Wir hatten wirklich viele Verletzungen und Ausfälle, gerade jetzt zum Ende der Saison. Man sieht einfach, dass wir ein Team sind und einen unglaublichen Teamgeist haben. Man hat schon in den letzten Jahren gesehen, dass wir immer zurückkommen können, egal wie der Spielstand ist. Das macht unser Team aus, jeder kämpft für jeden, wir sehen das als Mannschaftsaufgabe und das ist auch der Schlüssel zum Erfolg, dass wir von vorne bis hinten ein Team sind.