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Kellermann bereit für Lyon-Herausforderung

Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann sprach mit UEFA.com über den Einzug ins Finale der UEFA Women's Champions League im ersten Anlauf, die Stamford Bridge und Gegner Olympique Lyonnais.

VfL Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann ist optimistisch
VfL Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann ist optimistisch ©Getty Images

Seit fünf Jahren ist Ralf Kellermann als Trainer beim VfL Wolfsburg tätig und hat seitdem das Team von einem Mittelfeldplatz in der Frauen-Bundesliga zum Finalisten der UEFA Women's Champions League am kommenden Donnerstag gegen Olympique Lyonnais an der Londoner Stamford Bridge geführt.

Wolfsburg nimmt in dieser Saison zum ersten Mal an der europäischen Königsklasse teil und hat auf dem Weg ins Finale erfahrene Teams wie den FC Rossiyanka und Arsenal LFC ausgeschaltet. Nun geht das Team als frisch gekürter Deutscher Meister ins Finale der UEFA Women's Champions League. Ralf Kellermann sprach mit UEFA.com über das Erreichen des Finals und was es bedeutet, an der Stamford Bridge zu spielen.

UEFA.com: Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrer europäischen Debütsaison gemacht?

Ralf Kellermann: Durchweg positive Erfahrungen. Es ging für mich schon mit der Auslosung in Nyon los, die bereits zelebriert wurde. Das war für uns das erste Mal und ein tolles Erlebnis. Dann die gesamten Vorbereitungen auf die Spiele. Wir haben ja einige in der Mannschaft, die das schon miterlebt haben. Sie haben ihre Mitspielerinnen darauf vorbereitet, die bisher noch nicht dabei waren. Man hat jeden Tag die Vorfreude gemerkt, wenn es Richtung Spiel ging. Hinzu kamen die Reisen, mit dem Highlight, in Moskau zu spielen. Speziell das Halbfinal-Rückspiel in unserer Arena war ein ganz tolles Erlebnis und die ganze Mannschaft hat die Situation genossen und sich darauf gefreut. Wir haben durchweg positive Erfahrungen gemacht.

UEFA.com: Was waren die Schlüsselmomente?

Kellermann: Für mich war es wichtig zu sehen, wie die Mannschaft nach der für mich gefühlten Niederlage im Hinspiel [ein knapper 2:1-Sieg gegen den FC Rossiyanka] - denn da hätten wir schon zur Halbzeit 4:0 oder 5:0 führen müssen - mit der Drucksituation klar kommt in Moskau zu spielen, mit den Reisestrapazen und dem Wissen, dass ein einziges Tor von Rossiyanka das Aus in der Champions League bedeutet. Da hat die Mannschaft souverän agiert, fast keine Torchance zugelassen und hochverdient 2:0 gewonnen. Das war wirklich eine Klasseleistung und ich bin stolz darauf, wie die Mannschaft reagiert hat.

Und auch die Spiele gegen Arsenal, die beide auf allerhöchstem Niveau stattgefunden haben mit einem Riesentempo. Für mich war ein Schlüsselmoment, dass wir in London, auch wo wir stark unter Druck standen, sehr gut dagegengehalten, als Mannschaft gut verteidigt und uns den Sieg dann erarbeitet haben.

UEFA.com: Was macht den deutschen Frauenfußball sowohl auf Vereinsebene wie auch auf Nationalmannschaftsebene so stark?

Kellermann: Wir haben eine sehr hohe individuelle Klasse von Ausnahmespielerinnen in Deutschland. Hier wird im Frauenfußball sehr professionell gearbeitet und von daher haben deutsche Mannschaft im taktischen und vor allem im physischen Bereich durch das viele Training oft einen Vorteil. Durch diese Tradition der letzten Jahre gehen Mannschaften vielleicht auch noch mit einem anderen Selbstverständnis in diese Wettbewerbe, mit noch mehr Selbstvertrauen. Aber ich muss sagen, dass die anderen Nationen auch im Vereinsfußball deutlich aufgeholt haben und dass es immer enger wird. Und ich bin gespannt, wie lange diese deutsche Vormachtstellung mit diesen vielen Mannschaften, die sich über Jahre immer fürs Halbfinale qualifiziert haben, noch aufrechterhalten werden kann. 

UEFA.com: Binnen 14 Tagen haben sie den Meistertitel geholt, das DFB-Pokalfinale bestritten und und das Finale der UEFA Women's Champions League. Ist das Finale an der Stamford Bridge das absolute Highlight?

Kellermann: Absolut. Meisterfeier, DFB-Pokalfinale und dann das Endspiel. Stamford Bridge - dieses Thema kam ja kurz vor dem Achtelfinalspiel gegen den norwegischen Meister Røa auf. Alleine der Name Stamford Bridge hat in unserer Mannschaft eine Euphorie ausgelöst und wir hatten plötzlich innerhalb weniger Sekunden ein klares Ziel vor Augen: Wir möchten an die Stamford Bridge.

UEFA.com: Sie haben viele junge Spielerinnen, aber auch reichlich Erfahrung in Person von Martina Müller und Conny Pohlers.

Kellermann: Wir sind sehr froh, dass wir zwei so erfolgreiche und erfahrene Spielerinnen im Kader haben. Ich kann die beiden Spielerinnen nicht miteinander vergleichen, weil sie unterschiedliche Qualitäten haben. Conny Pohlers ist als Torjägerin und mit ihrem Torriecher Extraklasse und hat eine besondere Qualität, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Mit ihren jetzt 34 Jahren hat sie immer wieder, auch in den letzten Wochen, viele wichtige Tore erzielt, oft das 1:0 gemacht, das ist ihre Topqualität. Da können sich junge Spielerinnen eine Menge abschauen.

Martina Müller ist auch extrem torgefährlich und seit Jahren unser Aushängeschild, sie spielt ja schon seit 2005 in Wolfsburg. Sie ist einfach ein Vorbild an Einsatz und Bereitschaft. Seitdem ich Martina Müller betreue, hat es kein Spiel gegeben, wo sie nicht 100 Prozent gegeben hat. Sie ist auf dem Platz ein absolutes Vorbild in Sachen, Einsatz, Lauf- und Kampfbereitschaft.

UEFA.com: Ist das Spiel gegen Lyon die ultimative Herausforderung?

Kellermann: Lyon ist absolut beeindruckend. Ich habe die letzten drei Finals jeweils im Stadion miterlebt und die Mannschaft ist einfach wirklich klasse. Trotzdem freuen wir uns auf diese Aufgabe und ich bin ganz klar der Überzeugung, wenn wir unsere Topleistung abrufen und einen richtig guten Tag haben und auf den einen Tag fokussiert sind, dass wir eine gute Chance haben, auch Lyon zu schlagen. Wir fahren nach London, um zu gewinnen, das ist ganz klar unser Ziel, sonst bräuchten wir gar nicht erst hinreisen. 

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