Frauenpower in Potsdam
Donnerstag, 22. Dezember 2005
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Klubgeschichte: UEFA-Frauenpokal-Verteidiger 1. FFC Turbine Potsdam, einst in der DDR gegründet, hat sich zu einer Macht im Fußball entwickelt.
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Vereinsgründung
Im März 1971 wurde der Verein in der damaligen DDR gegründet; die so genannte Betriebssportgemeinschaft Turbine Potsdam hatte sich entschieden, eine eigene Abteilung Damenfußball ins Leben zu rufen. Damit gab es bei der BSG Turbine Potsdam 16 Abteilungen mit insgesamt 2000 Mitgliedern, natürlich eine erste und eine Juniorenmannschaft.
Herausragende Rolle
Bernd Schröder spielt seit der Gründung von Turbine eine herausragende Rolle im Verein. Kurz nach seiner Gründung nahm Turbine am Wettbewerbsfußball teil, in der DDR wurden in den 80er Jahren von den Damen sechs Meisterschaften gewonnen, ehe mit der Wiedervereinigung gewaltige Veränderungen einhergingen.
Neuer Name
Nun entschied sich der Verein, auch den Namen zu wechseln und nannte sich fortan SSV Turbine Potsdam. Turbine wurde natürlich sofort Mitglied im Deutschen Fußball-Bund. Wieder war es Schröder, der eine Damenfußball-Abteilung ins Leben rief, zu der 60 bis 70 Mitglieder zählten, die in zwei Erwachsenen- und in zwei Juniorenmannschaften spielten.
Neue Strukturen
Der Verein wurde nun nicht mehr wie zu DDR-Zeiten von einer Firma unterstützt, war also keine Betriebsgemeinschaft mehr. Deshalb war guter Rat teuer. Dazu Schröder: "Wir wollten unsere Strukturen verbessern, um unsere eigenen Sponsoren für den Frauenfußball zu finden, aber der Verein konzentrierte sich nicht auf uns." Die Fußballabteilung wurde vom Verein abgetrennt, und so gibt es seit dem 1. September 1999 den 1. FFC Turbine Potsdam.
Lebenswichtige Partnerschaft
In Zusammenarbeit mit einer auf Sport spezialisierten Potsdamer Oberschule und mit dem DFB, wurde ein ambitioniertes Projekt gestartet, dass Turbine in jedem Jahr bis zu zehn talentierte Mädchen zuführte. "Wenn wir diese Idee nicht umgesetzt hätten, hätten wir große Probleme mit der Qualität und Quantität unserer Spielerinnen gehabt", sagte Schröder.
Harte Arbeit zahlt sich aus
Heute hat Potsdam beinahe 200 Mitglieder, der Verein wird zusehends professioneller. Nach Jahren im Schatten der beiden Frankfurter Giganten hat sich Turbine zu einem beeindruckenden Verein gemausert, der durch innovative Ideen von sich reden macht. Als Deutschland die UEFA-Europameisterschaft für Frauen 2005 gewann, waren allein neun Potsdamer Spielerinnen involviert.
Erfolgsserie
2004 war ein außerordentlich erfolgreiches Jahr für Potsdam, als das deutsche Double gewonnen werden konnte, ehe im folgenden Frühjahr mit einem 5:1-Gesamtsieg über den schwedischen Verein Djurgarden/Älvsjö der UEFA-Frauenpokal geholt wurde. Nun stehen sie abermals im Endspiel, wo es im nächsten Jahr gegen eine der beiden großen Frankfurter Mannschaften geht.