U21-EM: Fakten Deutschland - Frankreich
Dienstag, 24. Juni 2025
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Frühere Begegnungen, Hintergrund und Wissenswertes vor dieser Partie bei der U21-Europameisterschaft.
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Im zweiten Halbfinale der UEFA-U21-Europameisterschaft in der Fußball-Arena von Košice treffen die ehemaligen Turniersieger Deutschland und Frankreich zum ersten Mal seit mehr als 16 Jahren in diesem Wettbewerb aufeinander.
Beide Teams überstanden dramatische Viertelfinalspiele. Deutschland, das in der Gruppe B als einziges Team in diesem Turnier alle drei Spiele gewonnen hatte, setzte sich in der Verlängerung mit 3:2 gegen das am Ende auf neun Spieler reduzierte Italien durch; Merlin Röhl erzielte in der 117. Minute den Siegtreffer.
Frankreich belegte in der Gruppe C hinter dem mit sieben Zählern punktgleichen Portugal Rang zwei. Im Viertelfinale mussten sie gegen Dänemark zweimal einen Rückstand aufholen, doch späte Tore von Quentin Merlin (84.) und Mathys Tel (85.) sicherten den 3:2-Sieg.
Deutschland hat die Chance, zum vierten Mal in den letzten fünf Turnieren und zum sechsten Mal insgesamt ins Finale einziehen. Frankreich stand zuletzt 2002 im Endspiel, damals zum zweiten Mal überhaupt.
Bisherige Duelle bei U21-Europameisterschaften
Spiele 5
Siege Deutschland 1
Siege Frankreich 2
Unentschieden 2
Tore Deutschland 3
Tore Frankreich 8
Am 19. November letzten Jahres trennten sich die beiden Teams in einem Freundschaftsspiel in Valenciennes mit 2:2, wobei Maximilian Beier (4., 50.) die Gäste aus Deutschland mit zwei Toren in Führung brachte. Mathys Tel verkürzte in der 62. Minute, ehe der vier Minuten zuvor eingewechselte Loum Tchaouna in der 90. Minute den Ausgleich machte.
Die Partie zuvor, am 23. September 2022 in Magdeburg, war ebenfalls ein Freundschaftsspiel. Frankreich setzte sich durch ein Tor von Amine Gouiri mit 1:0 durch.
Die beiden vorangegangenen Partien endeten jeweils unentschieden, wobei Frankreich im März 2019 in Essen nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem 2:2 kam. Levin Öztunali und Maximilian Mittelstädt erzielten die Tore für Deutschland, Jonathan Ikoné und Moussa Dembélé trafen in der zweiten Halbzeit für Frankreich.
Deutschland qualifizierte sich durch einen 2:1-Gesamtsieg gegen Frankreich für die Endrunde 2009 - es waren die letzten Pflichtspiele der beiden Mannschaften. Das Hinspiel in Magdeburg endete 1:1. Ashkan Dejagahs Führungstreffer in der 14. Minute wurde neun Minuten später von Frankreichs Younes Kaboul ausgeglichen. Die deutsche Mannschaft von Dieter Eilts kam jedoch unter dramatischen Umständen weiter: Benedikt Höwedes erzielte in Metz in der 90. Minute das entscheidende 1:0. Es war dies der einzige Sieg der Deutschen in den letzten sieben Spielen gegen Frankreich.
Das bislang einzige Duell beider Teams bei einer Endrunde fand am 2. Spieltag 2006 im Estádio D. Afonso Henriques in Guimarães statt. Frankreich gewann dank der Tore von Florent Sinama Pongolle, Yoan Gouffran und Rio Mavuba mit 3:0.
Im Viertelfinale des Jahres 1996 siegte Frankreich ebenso deutlich. Nach einem torlosen Hinspiel in Osnabrück trafen Robert Pirès und Florian Maurice in Metz je zweimal, während Deutschland durch einen späten Elfmeter von Christian Nerlinger zum Ehrentreffer kam.
Paul Wanner markierte beim 3:1-Sieg Deutschlands gegen Frankreich in einem U20-Freundschaftsspiel am 22. März 2024 den ersten Treffer.
Paul Nebel erzielte im November 2021 das erste deutsche Tor beim 3:2-Sieg der U20-Auswahl in Frankreich.
Lukas Ullrich erzielte beim 1:1 der deutschen U18 gegen Frankreich im März 2022 das Tor für die DFB-Auswahl.
Nelson Weiper traf beim 1:1 im Viertelfinale der UEFA-U17-Europameisterschaft 2022 für Deutschland. Frankreich gewann 4:3 nach Elfmeterschießen, in dem auch Mathys Tel traf.
Hintergrund
Deutschland
Deutschland hat nun in fünf der letzten sechs Turniere mindestens das Halbfinale erreicht. Insgesamt ist es das siebte Halbfinale. Dabei stehen fünf Siege und eine Niederlage zu Buche:
1982 Sowjetunion, 9:3-Gesamtsieg (4:3 A, 5:0 H)
2009 Italien 1:0-Sieg
2015 Portugal 0:5-Niederlage
2017 England 2:2 n.V., 4:3 i.E.
2019 Rumänien 4:2-Sieg
2021 Niederlande 2:1-Sieg
Die 0:5-Halbfinalniederlage gegen Portugal vor zehn Jahren ist Deutschlands höchste Pleite bei einer U21-Europameisterschaft.
Für Deutschland ist es die elfte Teilnahme an einer Endrunde, die siebte in Folge. Zwischen 2015 und 2021 erreichten sie bei vier aufeinanderfolgenden Turnieren mindestens das Halbfinale.
Deutschland holte 2021 den dritten U21-Titel und stellte damit den Rekord von Italien ein, das ebenfalls dreimal hintereinander das Endspiel erreicht hatte. Die ersten beiden Titel gewann der DFB 2009 und 2017.
Vor zwei Jahren scheiterte das Team von Antonio Di Salvo - seit 2021 im Amt - zum ersten Mal seit 2013 in der Vorrunde, belegte in der Gruppe C hinter England, Israel und Tschechien den letzten Platz, ohne ein Spiel gewonnen zu haben (1U 2N).
Deutschland blieb in der Qualifikation für diese Endrunde ungeschlagen (8S 2U), gewann die Gruppe D mit vier Punkte Vorsprung vor dem zweitplatzierten Polen.
Nick Woltemade, der am ersten Spieltag gegen Slowenien den erst siebten Dreierpack in der Geschichte der U21-Europameisterschaft erzielte und auch gegen Tschechien und in der Runde der letzten Acht gegen Italien traf, ist mit fünf Toren der beste Torschütze der Endrunde.
Frankreich
Es ist das siebte U21-Halbfinale für Frankreich. Bisher gab es zwei Siege und vier Niederlagen:
1988 England 6:4-Gesamtsieg (4:2 H, 2:2 A)
1994 Italien 0:0 n.V., 3:5 i.E.
1996 Italien 0:1-Niederlage
2002 Schweiz 2:0-Sieg
2006 Niederlande 2:3-Niederlage (n.V.)
2019 Frankreich 1:4-Niederlage
Frankreich steht zum sechsten Mal seit Einführung der Endrunde 1998 in der K.-o.-Runde. Der Viertelfinalsieg gegen Dänemark beendete eine Serie von fünf K.-o.-Niederlagen in Folge und war der erste Sieg seit dem 2:0 gegen Gastgeber Schweiz im Halbfinale 2002.
Frankreich, das 1988 mit Laurent Blanc, Eric Cantona, Franck Sauzée und Jocelyn Angloma den Titel holte, nimmt zum achten Mal und zum vierten Mal in Folge an der Endrunde teil.
Nachdem Frankreich seit 2007 sechs Turniere in Folge verpasst hatte, erreichte es bei seiner Rückkehr 2019 das Halbfinale und zwei Jahre später das Viertelfinale. Seit der Einführung der Gruppenphase im Jahr 2000 hat sich Frankreich nun sechs Mal qualifiziert und jedes Mal die K.-o.-Phase erreicht.
Im Jahr 2023 gewann die von Sylvain Ripoll trainierte Mannschaft die Gruppe D. Sie siegte in allen drei Spielen, schoss sieben Tore und kassierte zwei, bevor sie im Viertelfinale mit 1:3 gegen die Ukraine verlor.
Frankreich begann die Qualifikation für die Endrunde 2025 unter Thierry Henry, ehe im August 2024 Gérald Baticle das Amt übernahm.
Les Bleuets wurden in der Qualifikationsgruppe H Zweiter hinter Slowenien (5S 1U 2N) und kamen als einer der drei besten Gruppenzweiten weiter.
Verschiedenes
Haben in Deutschland gespielt:
Mathys Tel (Bayern München 2022–25)
Castello Lukeba (Leipzig 2023–)
Chrislain Matsima (Augsburg 2024–)
Kiliann Sildillia (Freiburg 2021–)
Jean-Mattéo Bahoya (Eintracht Frankfurt 2024–)
Haben zusammen gespielt:
Paul Wanner & Mathys Tel (Bayern München 2022/23)
Nathaniel Brown, Nnamdi Collins, Ansgar Knauff & Jean-Mattéo Bahoya (Eintracht Frankfurt 2024–)
Elias Baum & Jean-Mattéo Bahoya (Eintracht Frankfurt 2024)
Noah Atubolu, Max Rosenfelder & Kiliann Sildillia (Freiburg 2020–)
Merlin Röhl & Kiliann Sildillia (Freiburg 2022–)