Timm Klose will hoch hinaus
Freitag, 10. Juni 2011
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Ehe Timm Klose in der neuen Saison zum 1. FC Nürnberg wechselt, will es der Schweizer bei der U21-Europameisterschaft in Dänemark wissen und möglichst den Titel holen.
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Der Schweizer Jungstar Timm Klose ist bereit für das Eröffnungsspiel der UEFA-U21-Europameisterschaft am Samstag gegen Gastgeber Dänemark. Voller Zuversicht geht er in die Endrunde, und er träumt davon, Großes zu erreichen.
Sie alle wissen im Schweizer Kader, dass die Gruppengegner – neben Dänemark sind dies Belarus und Island – stark sind. Aber vor allem das erste Spiel gegen Dänemark wird "sehr schwierig sein", wie der 23-jährige Klose sagt. "Sie spielen zu Hause vor ihren Fans. Ich hoffe, es werden uns auch genug Schweizer unterstützen. Wir haben uns auf dieses Spiel gut vorbereitet, jetzt müssen wir uns konzentrieren und versuchen, drei Punkte zu holen."
Wenn man Klose so sieht, muss man unweigerlich an seinen berühmten Namensvetter Miroslav denken, den deutschen Nationalstürmer, der gerade vom FC Bayern München zum S. Sl. Lazio wechselte. Fast die gleiche Größe, ähnlicher Haarschnitt, nur die Position ist eine andere, denn der Schweizer Klose ist nicht Stürmer, sondern genau das Gegenteil, er agiert im Herzen der Abwehr. Eine Position, deren Wichtigkeit für ihn unbestritten ist. "Keine Tore zu kassieren, das ist für einen Innenverteidiger wirklich das Beste, was man sich wünschen kann."
Und weil dies seine Spezialität ist, spielt er künftig in der Bundesliga, beim 1. FC Nürnberg. Nachdem Klose, der in Frankfurt/Main geboren wurde und neben der Schweizer auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, seine Profikarriere in der zweiten Schweizer Liga begonnen hatte, ehe er zwei Jahre beim FC Thun spielte, will er nun in einer der stärksten Ligen der Welt sein Können beweisen. Auf dem Weg dorthin hat ihn ein bekannter Lehrmeister begleitet. "Ich denke, Murat Yakin hat bis jetzt die wichtigste Rolle in meiner Karriere gespielt. Ich habe ihn als Trainer beim FC Thun gehabt, er war Innenverteidiger in der Nationalmannschaft und ist immer noch eine zentrale Figur des Schweizerischen Fußballs."
Der U21-Innenverteidiger will sich weiterhin entwickeln und gegen gute Spieler antreten, um sich selbst zu messen. Seine Vorbilder sind Lúcio und Fabio Cannavaro. Lúcio, der ehemalige Spieler des FC Bayern, "ist sehr stark, aber denkt nicht nur an die defensive Arbeit sondern versucht auch nach vorne mitzumachen". Und auch vom Italiener Cannavaro hält er eine Menge:" Stark in der Defensive und immer sicher in den Zweikämpfen."
Sein Wechsel nach Nürnberg bedeutet viel für seine Karriere, aber er will einen Schritt nach dem andern gehen: "Ich will mich dem deutschen Fußball anpassen. Aber ich muss noch viel arbeiten." Doch bevor er aus dem Länd der Fränkli ins Frankenland wechselt, steht das Unternehmen U21-Endrunde auf dem Programm.
Die Kollegen von der U17 haben gezeigt, dass alles möglich ist, denn sie haben in ihrer Altersklasse die FIFA-WM gewonnen. Ob auch die U21 den EM-Pokal mit nach Hause nimmt, hängt von vielen Faktoren ab, eine davon kennt Timmo Klose genau: "Man braucht eine Siegermentalität, mit der alles möglich ist. Wir müssen mehr Wille als unsere Gegner zeigen".
Ein paar der U17-WM-Sieger hat Trainer Pierluigi Tami nach Dänemark mitgebracht. Und die werden die "hohe Begeisterung mitnehmen" in die Spiele, wie Klose vermutet. "Die Schweiz hat gute Chancen auf das Erreichen des Halbfinals, "weil alle bei Null anfangen". Nun müssen die Spieler diese Chance nur noch nutzen. Timmo Klose ist bereit dafür.