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U17 vor Spielmanipulationen gewarnt

Alle acht Endrundenteilnehmer der UEFA-U17-Europameisterschaft erhielten eine Präsentation, in der sie nochmals nachdrücklich vor den Gefahren einer Spielmanipulation gewarnt wurden.

UEFA-Disziplinarinspektor João Leal bei der niederländischen Mannschaft
UEFA-Disziplinarinspektor João Leal bei der niederländischen Mannschaft ©Domenic Aquilina

"Sollten Sie an der Manipulation von Spielen beteiligt sein, werden Sie die Rote Karte mit einer lebenslangen Sperre erhalten." Diese Botschaft übermittelte UEFA-Disziplinarinspektor João Leal den Teilnehmern der UEFA-U17-Europameisterschaft auf Malta.

Alle acht Mannschaften, die an der Endrunde teilnehmen, erhielten eine Präsentation, in der sie nochmals eindrücklich vor den Gefahren der Spielmanipulation gewarnt wurden. Leal unterstrich, dass es ein Angriff auf das Herzstück des Fußballs sei, wenn das Resultat schon vor dem Anpfiff feststehe. "Beim Anstoß muss jeder die gleichen Chancen haben", sagte er.

Die UEFA praktiziert eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Spielmanipulationen und analysiert die Wettmuster von Tausenden von Spielen. Leal erklärte den Spielern in ihrem Teamhotel in Mellieha, dass es bei der Manipulation von Spielen nicht nur um das Ergebnis eines Spieles gehe. Betroffen seien auch Dinge wie die Anzahl der Gelben Karten, Tore, Fouls oder Einwechslungen.

Weltweit werden mit Fußballwetten jährlich mehr als 750 Milliarden Euro umgesetzt. Leal warnte angesichts solcher Summen, dass man sich schnell in "einem kriminellen Netz" verfangen könne, aus dem es kaum ein Entrinnen gebe. Die Spieler sollten sehr vorsichtig mit Leuten umgehen, die sich ihnen gegenüber plötzlich als sehr großzügig erwiesen, da diese später den einen oder anderen Gefallen einfordern könnten.

"Eine Spielmanipulation kann Ihre Karriere vom einen zum anderen Tag beenden", betonte Leal, der fortfuhr, dass das Interesse der Fans am Fußball rapide nachlassen werde, wenn Spiele manipuliert würden: "Warum sollte man noch ein Spiel ansehen, wenn das Ergebnis schon vorher abgesprochen ist?"

Den Spielern drohen im Falle eines Vergehens empfindliche Strafen. In den letzten Jahren wurden  zahlreiche Klubs, Schiedsrichter, Präsidenten und andere Personen aus dem Umfeld von Fußballklubs bei der Manipulation von Spielen erwischt und schwer bestraft, manche sogar mit lebenslangen Sperren. Um dies zu verhindern, so Leal, müsste man mögliche Annäherungsversuche erkennen, bevor es zu spät ist.

"Wenn jemand Sie auffordert, ein Spiel zu manipulieren, müssen sie dies sofort ablehnen; erklären Sie ihm, dass Sie Fußballer seien und sich an die Regeln halten würden. Dann berichten Sie den Behörden oder Ihrem Verband von dieser Aufforderung. Das Wichtigste ist es, die Situation zu erkennen und zu kontrollieren."

Die Spieler sahen im Rahmen der Präsentation zwei Videos, die illustrierten, dass Spielmanipulationen nicht nur in Europa ein Problem sind. 70 Prozent aller Fußballwetten werden in Asien abgeschlossen.

Wichtig sei es, so schloss Leal, die jungen Spieler, also die Stars von morgen, vor kriminellen Taten und schweren Strafen zu schützen. "Wir müssen das um jeden Preis verhindern."