Omar Artan: "Höre nie auf zu träumen"
Donnerstag, 6. August 2026
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Mit seinen erst 34 Jahren hat der Unparteiische aus Somalia schon einige denkwürdige Spiele gepfiffen, jetzt leitet er das Duell um den UEFA-Superpokal in Salzburg.
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Omar Artan wird die letzten 18 Monate nicht so schnell vergessen. In diesem kurzen Zeitraum durfte der 34-jährige aus Somalia das Finale der afrikanischen Champions League des Confédération Africaine de Football (CAF) leiten, anschließend wurde er zum CAF-Schiedsrichter des Jahres 2025 ernannt und für die FIFA-WM 2026 nominiert.
Nun wird er als erster Nicht-Europäer das Duell um den UEFA-Superpokal leiten. Zumindest für die Experten eine keineswegs überraschende Entwicklung.
Bekanntlich lief dann nicht alles nach Plan. Artan erhielt für die WM keine Einreisegenehmigung in die USA, und die Enttäuschung darüber, sich diesen Traum vorerst nicht erfüllen zu können, ist noch spürbar.
"Es war eine sehr schwere Zeit", räumt er ein. "Viele Menschen haben mir ihr Mitgefühl gezeigt, denn wenn jemand viele Jahre lang gearbeitet hat und eigentlich etwas tun sollte, es dann aber nicht mehr kann, ist das eine große Herausforderung. Ich weiß die Unterstützung, die ich aus der ganzen Welt erfahren habe, jedoch sehr zu schätzen; ich bin unglaublich dankbar."
Artan ist es gewohnt, Hindernisse zu überwinden. Sein Vater starb tragisch früh und er wuchs getrennt von seiner Mutter auf; als er also seine Laufbahn als Schiedsrichter begann, musste er sich seinen eigenen Weg bahnen.
Eine kleinere Verletzung während seiner Zeit als Spieler bestärkte ihn in seinem Wunsch, Schiedsrichter zu werden. Von unbedeutenden Spielen in der Nachbarschaft auf Kleinfeldern bis hin zu organisierten Schulwettkämpfen: Ehe er sich versah, leitete er bereits Spiele in der somalischen Liga.
"Ich hatte Glück, aber ich habe auch hart dafür gearbeitet, hier zu sein, und bin wirklich stolz", sagte er. "Wie man sich vorstellen kann, bin ich unter schwierigen Umständen aufgewachsen, aber das hat mich nicht davon abgehalten, meine Träume zu verfolgen."
Auf diesem Weg erhielt er die Unterstützung seines Verbandes. Artan ist es wichtig, die Rolle der CAF bei der Förderung und Anerkennung seiner Arbeit hervorzuheben, und betont: "Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen." Nachdem er 2018 in die internationale Liste der FIFA-Schiedsrichter aufgenommen worden war, leitete er 2024 als erster Somalier ein Spiel beim Afrika-Pokal.
Seitdem hat er immer wieder neue Maßstäbe gesetzt, und in Salzburg wird ihm dies erneut gelingen, wenn er die Mannschaften beim UEFA-Superpokal aufs Spielfeld führen wird. "Das ist eine große Ehre für Omar Artan und für alle afrikanischen Schiedsrichter", sagte Dr. Patrice Motsepe, Präsident der CAF. "Es ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie der Fußball Menschen zusammenbringt und vereint."
Die Schiedsrichter des UEFA-Superpokals 2026
Schiedsrichter: Omar Artan (Somalia)
Assistenten: Liban Abdoulrazack Ahmed (Dschibuti), Stephen Eleazar Onyango Yiembe (Kenia)
Vierter Offizieller: Rade Obrenovič (Slowenien)
VAR: Marco Di Bello (Italien)
VAR-Assistent: Guillermo Cuadra Fernandez (Spanien)
Artan freut sich unglaublich auf diese Partie: "Das wird mein erstes Spiel in Europa sein. Es ist immer großartig, Abenteuer zu erleben, Erinnerungen zu schaffen und Neues zu lernen", sagt er.
"Für mich ist es fantastisch, dass die CAF mit der UEFA zusammenarbeitet – dem weltweit besten Kontinentalverband für Schiedsrichter. Das Niveau in Europa ist hervorragend, und der dort gespielte Fußball ist von sehr hoher Qualität. Ich glaube, dass Schiedsrichter der CAF viel von der UEFA lernen können und umgekehrt auch UEFA-Schiedsrichter viel von der CAF. Es ist eine für beide Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit. Ich fühle mich geehrt, für dieses bedeutende Spiel nominiert worden zu sein. Ich möchte der UEFA sowie dem CAF-Präsidenten und allen Mitarbeitern der CAF ein großes Dankeschön aussprechen."
Die Entscheidung, Artan mit der Leitung des Superpokals zu betrauen, fiel im Rahmen einer Ende April zwischen der UEFA und der CAF unterzeichneten Absichtserklärung, die eine Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen, darunter auch im Schiedsrichterwesen, fördern soll.
Artan erfuhr Anfang Juni von seiner Nominierung, kurz nach seiner Rückkehr aus den USA. "Als wir diesen Anruf erhielten, war das für mich und meine Familie ein sehr glücklicher Moment", sagte er. "Es gibt in Europa und in Österreich eine große somalische Gemeinschaft, und die Menschen dort sind überglücklich, dass ich ein solches Spiel leite."
"Ich glaube, wenn ich es schaffen kann, kann es jeder. Man kann erreichen, was immer man will."
Artan machte sich dank seiner starken Auftritte bei den nationalen Ligaspielen in Somalia einen Namen als Schiedsrichter und leitete Ende Juni das alles entscheidende Spiel in der kuwaitischen Premier League.
"Wir Schiedsrichter durchlaufen eine umfangreiche Vorbereitung, um die Mannschaften kennenzulernen", erklärt er. "Ich schaue mit so viele Spiele wie möglich an, vor allem im europäischen Fußball. Außerdem recherchiere ich viel über die Mannschaften, wie sie spielen, lerne ihr Verhalten, ihre Taktik und vieles mehr."
Hat Artan eine Botschaft für angehende Schiedsrichter, ganz gleich, auf welchem Kontinent sie sich befinden? "Ich glaube, wenn ich es schaffen kann, dann kann es jeder. Man kann alles erreichen, was man will. Höre niemals auf zu träumen. Schiedsrichter zu sein ist eine wunderbare Sache. Verfolge dieses Ziel also, pack es an und lass dich nicht aufhalten, ganz gleich, was passiert oder ob andere versuchen, dich bei deiner Arbeit zu behindern.
Lerne jeden Tag etwas Neues, verfeinere deine Fähigkeiten und sei vor allem fair und konsequent."
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