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Luis Enrique über den Pariser Champions-League-Sieg und den Blick nach vorn

"Was Titel angeht, wollen wir bereit sein, um alle mitzuspielen", betont Paris Saint-Germains Trainer Luis Enrique vor dem Superpokal-Duell mit Tottenham.

Luis Enrique nach dem Champions-League-Finalsieg von Paris gegen Inter
Luis Enrique nach dem Champions-League-Finalsieg von Paris gegen Inter Getty Images

Nach einer Triple-Saison, die mit einem 5:0-Finalsieg gegen Inter und dem ersten UEFA-Champions-League-Triumph der Vereinsgeschichte endete, steht Luis Enriques unglaublich talentiertes Paris-Team erneut vor einer großen Aufgabe: Am Mittwoch geht es im UEFA-Superpokal in Udine gegen UEFA-Europa-League-Sieger Tottenham.

Vorlauf: Paris gegen Tottenham

Im Gespräch mit UEFA.com erklärte der Spanier, wie seine Mannschaft im Münchener Endspiel ihren Höhepunkt erreichte und warum die größten Erfolge vielleicht sogar noch bevorstehen.

Über die Reaktion in Frankreich auf das Finale in München

Selbst heute noch, wenn man durch Paris läuft, bedanken sich die Leute. Sie bedanken sich, umarmen dich. Ich glaube, das ist etwas, das ich als Mann in einem gewissen Alter und mit Erfahrung als Spieler sowie Trainer sehr zu schätzen weiß. Menschen zu treffen, die man überhaupt nicht kennt, von denen ich sicher bin, dass sie sehr komplizierte Leben haben, die aber in diesem Monat, in diesem Spiel oder in diesem Jahr glücklicher sein konnten, Freude hatten, ihre Probleme für einen Moment vergessen konnten.

Über das Comeback nach einem schwierigen Start in der Ligaphase auf dem Weg zum Champions-League-Titel

In den ersten drei oder vier Spielen sind wir auf einem schmalen Grat gewandelt, auch wenn wir viel mehr Punkte verdient gehabt hätten. Es wurde kritisch, unser Selbstvertrauen sank.

Der Teamgeist und die Uneigennützigkeit der Spieler haben das verändert. Wir haben das Problem, dass wir Chancen kreierten, aber keine Tore machten, richtig angepackt: 'Warum konzentrieren wir uns nicht auf etwas anderes? Warum suchen wir nicht gezielt den Spieler, der im Strafraum am besten postiert ist?' Danach haben sich unsere Statistiken verändert, die Siege kamen wie von selbst, und mit ihnen automatisch das Selbstvertrauen. Dieselben Spieler, dieselbe Mannschaft, die vorher diese Spiele nicht gewann, fing plötzlich an, sie relativ locker zu gewinnen.

Highlights: Paris - Inter 5:0

Über den 5:0-Finalsieg gegen Inter in München 

Zwei Wochen vor dem Spiel, als wir das Finale der Coupe de France bestritten – also noch vor dem Champions-League-Endspiel –, war ich besorgt. Mein Stab und ich hatten nur eines im Kopf: Wir wollten mit einem entspannten Gefühl in dieses Spiel gehen, um nicht von der Bühne oder dem Moment überrollt zu werden. Wir waren, wie zu erwarten, umgeben von Fans, die uns unterstützen und uns Energie geben wollten. Wenn es von etwas zu viel gibt, ist das schlecht.

Wir wussten ohnehin, dass wir mehr als 100 % geben würden – und das ist nicht gut. Ich habe den Spielern gesagt: 'Wir wollen bei 105 % sein, nicht bei 120 %, weil dich so ein Spiel sonst übermannt.'

Das sind besondere Partien, in denen die Anspannung dich erdrücken kann. Ich finde, die Spieler waren in dieser Hinsicht sensationell darin, diese Spannung zu kontrollieren. Der gesamte Ansatz der Mannschaft in diesem Spiel war außergewöhnlich.

Paris-Triumph in der Champions League 2024/25: Jedes Tor

Über die Feierlichkeiten nach dem Schlusspfiff

Das ist ein Moment, der jetzt in die Geschichtsbücher eingegangen ist: wunderschöne Erinnerungen, großartige Bilder, viele Augenblicke und auch viel Leid, das letztlich dafür sorgt, dass man die Dinge umso mehr schätzt. Wenn man gelitten hat, bewahrt man die glücklichen Momente wie einen Schatz. In dieser Hinsicht war es, finde ich, die perfekte Saison.

Ihr wisst, was unsere Familie durchgemacht hat [mit dem Verlust seiner Tochter Xana, die 2019 im Alter von neun Jahren verstorben ist]. Im Leben wissen wir alle, dass wir geboren werden und sterben. Das sind die einzigen Gewissheiten, aber niemand akzeptiert den Tod. Ich glaube, dass meine Familie über die Jahre und in diesem Prozess gelernt hat, anders zu leben. Auf eine Art, die uns erfüllt. Auch wenn wir Xana nicht mehr physisch bei uns haben, ist sie doch auf einer spirituellen Ebene immer da.

Dieses Spiel war ein letzter Pinselstrich, der mich daran erinnert hat, dass meine kleine Xana es geliebt hat, über den Platz zu rennen und dass sie diesen Moment genossen hätte, und das hat sie, durch ihre Geschwister und ihre Eltern, auch getan. Es war ein wunderschöner, emotionaler Augenblick, weil alle Familien der Spieler und des Staffs im Stadion waren. Wir wollen mehr davon. Wir wollen das noch einmal erleben.

So feierte Paris seinen Triumph in der Champions League

Über das nächste Ziel von Paris

Unser Ziel für die kommende Saison ist es, uns weiter zu verbessern. Was die Titel angeht, wird es schwieriger, weil es mehr Wettbewerbe zu gewinnen gibt. Aber fußballerisch, denke ich, werden wir uns als Mannschaft sowohl in der Offensive als auch in der Defensive steigern. Ich bin überzeugt, dass wir noch immer Spielphasen finden können, in denen wir besser werden.

Was die Titel betrifft, wollen wir bereit sein, um alle mitzuspielen. Natürlich glauben wir alle daran, dass wir sie alle gewinnen und diesen Erfolg auch in diesem Jahr wiederholen können. Das würde bedeuten, sich auf eine ganz besondere Art und Weise in die Geschichtsbücher einzutragen. Das gibt uns eine besondere Motivation.

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